Die Wiederbelebung einer der wohl bekanntesten Serien der 80er Jahre ist Joe Carnahan eindrucksvoll gelungen. Seine Mischung aus Action und Humor weiß nahezu immer zu überzeugen, das Team könnte besser kaum harmonieren. Hat sich der Fan mit einigen kleinen Änderungen am Charakterdesign abgefunden, wird er über die komplette Laufzeit seinen Spaß haben. I love it when a plan comes together!
Hollywood beweist einmal mehr Kreativität und bringt nach 3 Engel für Charlie und Ein Duke kommt selten allein die nächste Wiederbelebung einer alten Fernsehserie auf die Leinwand. Doch die Voraussetzungen sind dieses Mal alles andere als schlecht, konnte man doch ein namhaftes und durchaus passendes Cast verpflichten und mit Joe Carnahan einen erfahrenen Mann auf dem Regiestuhl platzieren. Hinzu kommt noch der hervorragende Trailer, der schließlich die letzten im Vorfeld aufkommenden Zweifel ausräumen konnte und die Erwartungen des Zuschauers auf eine abgefahrene Spaßgranate nochmals in die Höhe trieb.
Wer kennt es nicht, das A-Team um John Hannibal Smith, dessen Truppe für ein Verbrechen angeklagt wurde, das sie nicht begangen hatte, und seitdem von der Regierung gejagt wird und auf der Flucht immer wieder Gutes für die unterdrückte Bevölkerung tut. Dieser Film befasst sich jedoch mit dem ersten Aufeinandertreffen der Teammitglieder und wie es überhaupt dazu kam, dass sie angeklagt wurden und sich zu Beginn der Serie auf der Flucht befinden.
Die Geschichte des A-Teams ist bekannt, die Vorgeschichte jedoch nicht im Detail und so befasst sich Joe Carnahan mit den Geschehnissen vor der ersten Serienstaffel. Demnach helfen sie dieses Mal nicht den Schwachen, sondern in erster Linie sich selbst. So sind einige Veränderungen zunächst etwas ungewohnt, denn im Gegensatz zur Serie werden hier auch Leute angeschossen und getötet, anstatt diese nur mit einem cleveren Plan zu Fall zu bringen. Dennoch stören diese Änderungen nicht wirklich, will der Film doch vor allen Dingen ein spaßiger Blockbuster sein, der seine Zuschauer über knapp zwei Stunden unterhalten möchte. Das funktioniert vorzüglich da, trotz einiger Charakteranpassungen bei Face und B.A., die Chemie zwischen den Figuren immer noch funktioniert, sie einen One-Liner nach dem Anderen auf den Zuschauer abfeuern dürfen und sich das Ganze mit seinen wildesten Übertreibungen zu keinem Zeitpunkt ernst nimmt.
Mit einem Budget von 110 Millionen Dollar konnte natürlich aus den vollen geschöpft werden und man sieht auf der Leinwand nahezu jeden Cent des Budgets. So bekommt der Zuschauer eine wilde, actionlastige Orgie geboten, deren Effekte keinen Grund zur Klage geben und so überzeichnet sind, dass man von ihnen bestens unterhalten wird. Etwas schade jedoch, dass das tolle Theme der Serie zu selten verwendet wurde; gerade für die Fans wäre es aus nostalgischen Gründen sicherlich erfreulich gewesen, nicht nur zu Beginn und am Ende das bekannte Stück zu hören.
Wie schon in der Serie ist auch hier der Schlüssel zum Erfolg die Chemie zwischen den Darstellern und Figuren. Der im Vorfeld als absolute Fehlbesetzung verschriene Liam Neeson macht als Chef des A-Teams einen auf coole Sau und erweist sich als hervorragende Wahl für den Charakter des Hannibal Smith. Dennoch wird ihm in so manchen Momenten die Show von District 9 Hauptdarsteller Sharlto Copley gestohlen, der sich in der Rolle des verrückten Murdock richtig ausleben durfte. Während Bradley Cooper nicht sonderlich viel zeigen muss, ist die größte Enttäuschung jedoch Quinton Jackson, der als B.A. leider eine absolute Fehlbesetzung ist und oftmals komplett an seiner Rolle vorbeispielt. Dennoch harmoniert das Team als Ganzes und kann somit beim Zuschauer für die nötige Unterhaltung sorgen. Das weitere Cast spielt solide, nervt im Falle von Jessica Biel weniger als sonst und ist im Falle von Night Owl Patrick Wilson etwas unterfordert. Für Fans der alten Serie und Abspanngucker gibt es zudem ein kurzes Wiedersehen mit Dwight Schultz und Dick Benedict als kleinen Bonus.
Trotz einiger Änderungen bei den Charakteren wird auch der Fan der Serie seinen Spaß mit der aufgeblasenen Version des A-Teams haben. Hier rummst und knallt es an allen Ecken, ohne dabei jedoch die Charaktere zu vernachlässigen, die mit ihren One-Linern den Zuschauer ein ums andere Mal zum Lachen bringen können. Es ist zudem zu empfehlen, sich den Film in der englischen Originalfassung anzusehen, da ein Großteil des Filmes in Deutschland spielt und man somit in der deutschen Fassung einige Gags verpassen würde. Joe Carnahan gelang insgesamt betrachtet eine äußerst gelungene Wiederbelebung der Serie, bei der man sich durchaus auf weitere Teile freuen würde, was jedoch nach dem enttäuschenden Einspiel an den US-Kinokassen leider eher unwahrscheinlich ist.