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Toy Story 3

(Toy Story 3, 2010)

Dt.Start: 29. Juli 2010 Premiere: Juni 2010 (USA)
FSK: o.A. Genre: Abenteuer, Animation
Länge: 103 min Land: USA
Darsteller: Tom Hanks (Woody), Tim Allen (Buzz Lightyear), Joan Cusack (Jessie), Michael Keaton (Ken), Whoopi Goldberg, Wallace Shawn (Rex), Bonnie Hunt, Laurie Metcalf (Mrs. Davis), R. Lee Ermey (Sergeant), John Ratzenberger (Hamm the Piggy Bank), Timothy Dalton (Mr. Pricklepants), Kristen Schaal, Ned Beatty (Lotso), Don Rickles (Mr. Kartoffelkopf), Jodi Benson (Barbie), Jeff Garlin, Blake Clark (Slinky Dog), John Morris (Andy Davis), Estelle Harris (Mrs. Kartoffelkopf)
Regie: Lee Unkrich
Drehbuch: Michael Arndt


Inhalt

Einige Jahre sind ins Land gezogen und der ehemals kleine Andy, der seine Spielzeuge über alles liebte und von diesen zurückgeliebt wurde, ist erwachsen geworden. Er wird aufs College gehen und gibt deshalb seine alten Spielzeuge in einen Kindergarten. Doch so wie die Kinder dort mit ihnen umgehen, dauert es nicht lange und Woody, Buzz und der Rest planen die Flucht unter dem Motto: "Kein Spielzeug wird zurück gelassen!"
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Toy Story 3 hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 75%
Kurzkritik
von Thomas Brendel
Wertung von 82 für Toy Story 3

Ganze 15 Jahre ist es nun bereits her, dass die Pixar-Studios mit ihrem ersten vollständig computergenerierten Animationsfilm ein ganzes Genre revolutionierten. Die mittlerweile zweite Fortsetzung der Abenteuer um Cowboy Woody, den Weltraum-Helden Buzz Lightyear und deren Spielzeugfreunde überzeugt einmal mehr durch tricktechnische Weiterentwicklung, originelle Ideen, spielerisch leichte Unterhaltung und emotionale Tiefgründigkeit. Aus dem kleinen Jungen Andy ist mittlerweile ein junger Mann geworden für den seine ehemaligen Spielkameraden nur noch nostalgische Bedeutung haben. Aufgrund eines Missverständnisses landet die Spielzeug-Bande als großzügige Spende in einem nahe gelegenen Kindergarten, deren Bewohner alles andere als respektvoll mit den Neuzugängen umgehen. Dies ist der Ausgangspunkt einer frischen Interpretation der klassischen Gefängnis-Ausbruchs-Thematik und einem spannenden Abenteuer voller kreativer Storyideen und liebevoller Kleinigkeiten bei dem trotz der vordergründigen leichtfüßigen Unterhaltung stets ein sentimentaler Grundton mitschwingt. Da kullert dem erwachsenen Teil des Publikums dann schon auch mal die eine oder andere Träne über die Wangen.

Kurzkritik
von Lutz Granert
Wertung von 68 für Toy Story 3

Der dritte Teil der auch dieses Mal makellos animierten Spielzeug-Reihe krankt an der allzu offensichtlichen Zurschaustellung jener Disney-Werte, die seit einem halben Jahrhundert perpetuiert werden. Thomas Newmans Song "We Belong Together" gibt die Botschaft dieser - im Kern - kitschigen, aber auch pädagogisch wertvollen Familiengeschichte vor, die immerhin öfter mit witzigen Einfällen zu unterhalten weiß und mit seinem Protagonisten Andy gereift ist. Die Handlung ist etwas dünn geraten, dafür ist Toy Story 3 wie eine magische Wunderkiste: Immer wird etwas passendes herausgezaubert, was irgendwie zu unterhalten weiß.

Kritik

von Markus Ostertag
Toy Story 3 hat eine Wertung von 75%
Viel Zeit ist vergangen seit 1996 mit Toy Story der erste voll animierte Film in die Kinos kam. Damals eine absolute Sensation, ist man heute an animierte Filme mehr als gewöhnt, vor allem aus dem Hause Pixar. Und trotzdem erweckt der dritte Teil der Spielzeugsaga Erinnerungen und schürt die Erwartungen ungemein. Doch wie es leider so oft der Fall ist, kann die Fortsetzung nicht absolut überzeugen. Im Falle von Toy Story 3 liegt das vor allem daran, dass man nicht mehr nur einen bunten, wunderschön naiven und absolut kindlichen Film vorgesetzt bekommt, sondern es auch eine dunkle und beängstigende Seite gibt. Das mag manchen gefallen, geht man aber in der falschen Erwartung ins Kino, so kann man sehr leicht enttäuscht werden.

Bild aus Toy Story 3 Wie schön war die Zeit, als man unbeschwert und fröhlich seiner Phantasie freien Lauf gelassen und mit seinen Lieblingsspielzeugen ganze Abenteuer bestritten hat. An diese Zeit erinnern sich auch Woody, Buzz und die anderen Spielzeuge von Andy zurück, der mittlerweile zu einem jungen Mann herangewachsen ist und nun aufs College gehen möchte. Klar ist, Spielsachen haben dort nichts verloren. Das ist auch dem traurigen Haufen in der Spielkiste bewusst. Die Frage ist nur, was geschieht jetzt mit ihnen? Wird Andy sie wegwerfen, einlagern oder vielleicht verschenken? Während die anderen Spielzeuge sich bereits damit abgefunden haben, sich nach neuen Perspektiven umzusehen, hängt Woody nach wie vor an seinem Besitzer und glaubt fest daran, dass Andy sie immer noch braucht. Doch es kommt anders als gedacht und die gesamte Truppe landet in einer Kindertagesstätte, die scheinbar ein perfektes Paradies ist. Das stellt sich aber als Trugschluss heraus.

Während es im ersten Teil der Toy Story-Reihe noch um die Gunst von Andy ging, steht in Toy Story 3 eher die Flucht der Spielsachen aus der Kindertagesstätte und deren weiterer Verbleib im Vordergrund. Was vor 15 Jahren noch ein süßer und Werte vermittelnder Kinderfilm war, hat sich im Jahr 2010 in einen, gerade in der zweiten Hälfte, recht düsteren und Action-lastigen Animationsfilm verwandelt. Diese Tendenz zeichnete sich zwar schon in anderen, ähnlichen Machwerken, wie G-Force oder Oben ab, die auch nicht mehr "nur" leichte Kinderkost darstellten, überrascht den Kenner der ersten beiden Teile aber dennoch. Gerade für kleinere Kinder könnte diese Entwicklung bedenklich sein, da die so geliebten Spielzeuge hier erstmalig wirklich in Gefahr geraten. Typisch für Pixar gibt es wieder eine deutliche Ebene für größere Kinder und Erwachsene, die das gesamte Szenario aber nur noch dramatischer werden lässt. Wer sich also einen rein bunten, fröhlichen und harmlosen Kinderfilm erwartet, der könnte durchaus erschrocken und enttäuscht den Kinosaal verlassen.

Eine weitere eher bedenkliche Entwicklung ist der Umgang mit dem Bösewicht Lotso. Dieser ist eigentlich ein süß aussehender Teddybär, der allerdings von seiner Besitzerin im Stich gelassen wurde und seitdem verbittert und bösartig ist. Er spielt den Spielsachen von Andy übel mit und nimmt sogar deren Zerstörung billigend in Kauf. Doch anstatt ihn im Endeffekt zu bestrafen oder doch noch eine Bekehrung und die gute Seite in ihm aufzudecken, wird er, mehr oder weniger plump, aus der Geschichte entfernt. Dies ist eher ein realistischer als ein kindlicher Umgang mit der Thematik und will in dieser Form auch nicht so richtig in die Welt von Toy Story passen.

Hat man allerdings diese düsteren Wehrmutstropfen überwunden, so bleibt ein durchaus sehenswerter und unterhaltsamer Film übrig, der so manch einen Lacher und vielleicht auch die ein oder andere Träne provoziert. Die Charaktere haben sich nicht großartig verändert und stehen immer noch im Mittelpunkt der Geschichte. Neben Lotso werden noch einige andere "fremde" Spielsachen näher beleuchtet, wobei hier leider nur Barby und Ken herausstechen können, während andere potentiell interessante Charaktere farblos bleiben.

Wie mittlerweile jeder Animationsfilm wird auch Toy Story 3 in 3D ins Kino kommen. Anders als in vielen anderen Filmen, wie beispielsweise Fly Me to the Moon oder Disneys Eine Weihnachtsgeschichte, wird hier auf größere Spielereien mit dem Effekt aber verzichtet. Das ist zum Einen positiv, da dem Film in 2D also nichts verloren geht und man ihn sich getrost auch in dieser Version ansehen kann. Zum Anderen ist es aber auch schade, da man den gewissen Mehrwert durch die 3D Version verliert.

Insgesamt betrachtet muss man die Frage stellen, ob es wirklich einen dritten Teil von Toy Story geben musste. Pixar hat in all seinen bisherigen Filmen, wie Cars oder Wall-E - Der letzte räumt die Erde auf, bewiesen, dass das gesamte Studio ein Talent dafür hat, tolle Geschichten mit äußerst gut ausgearbeiteten Charakteren zu erschaffen, die sowohl die kleinen als auch die großen Zuschauer durch ihre verschiedensten Erzählebenen fesseln und begeistern können. Durch die Tatsache, dass Toy Story 3 "nur" eine Fortsetzung ist, bestand überhaupt nicht die Möglichkeit, viel Neues zu kreieren. Natürlich macht auch das Alte Spaß und man wird ein wenig in seine jüngeren Jahre entführt, aber schade ist es dennoch. Das macht Toy Story 3 natürlich nicht direkt zu einem schlechteren Film, dennoch freut man sich aber insgeheim schon wieder auf den nächsten "richtig neuen" Film aus der Animationsschmiede.



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