Es sind nahezu exakt zwei Jahre vergangen, seit sich die TV-Serie "Sex and the City" mit der Movie-Variante auf der großen Leinwand feiern ließ. Der nicht unübersehbare Erfolg des Films, hauptsächlich - wenn nicht gar nahezu ausschließlich - beim weiblichen Geschlecht, bringt uns jetzt ein Sequel in die Kinos. Dabei macht man genauso weiter, wie man bei Sex and the City: The Movie aufgehört hatte. Eigentlich nichts hat sich verändert und die Fans werden es genau deshalb lieben, für die männlichen Begleitungen, sollten sich welche erbarmen, ist es nach wie vor eine Qual in Glitzer und Glamour.
Never touch a running system, sagt man so schön in der heutigen Zeit. Diesen Spruch haben sich wohl auch Michael Patrick King, Sarah Jessica Parker und alle anderen Beteiligten an Sex and the City gesagt und ein Sequel produziert, das den Fans erneut genau das gibt, was sie wollen. Sex, Glamour, schräge Mode und natürlich die vier Frauen und ihre Höhen und Tiefen. So treffen wir in der Neuauflage des New Yorker Modefilmchens alle Bekannten zwei Jahre nach Sex and the City: The Movie wieder und dürfen uns ansehen und miterleben, wie sie sich weiterentwickelt haben, oder auch nicht. Sogar längst vergessene Akteure erhalten hier nochmal ihre fünf Minuten Ruhm. Eben Sex and the City wie man es liebt - oder vielleicht nicht?
Um den Film, den wir ganze zwei Tage vor Kinostart doch noch sehen durften, zu bewerten, benötigt es zwei Seiten. Die objektive bzw. männliche und die - sagen wir mal - weniger objektive weibliche Seite. Sex and the City 2 ist, genau wie sein Vorgänger und davor schon die Serie, ein ausgesprochener Frauenfilm, den man sich mit seinen besten Freundinnen gemeinsam ansieht, um währenddessen zu Kichern und im Nachhinein bei einem Käffchen darüber schnattern zu können. Vollgestopft mit Kitsch, gewagter Mode und Problemen, die meist nur Frauen selbst verstehen können, sorgt er für fast zweieinhalb Stunden Unterhaltung und die Möglichkeit, in eine andere Welt zu entfliehen.
Ist man als Mann allerdings, aus welchen Gründen auch immer, gezwungen, sich dieses Machwerk anzutun, so fallen einem spontan ein paar andere Beschreibungen ein. Worüber die Frauen sich vor Verzückung kugeln können, ist filmisch gesehen einfach nur Müll. Eine Story, die quasi nicht vorhanden ist, reiht Geschehnisse aneinander, die alle nur einem Zweck dienen: Kitsch, Glamour und Mode zu präsentieren und sich darüber zu freuen. So verwundert es den aufmerksamen Zuschauer auch kaum, dass wir nach einer Hochzeit, die an Größe kaum mehr überboten werden kann, auf dem roten Teppich landen und schließlich mit den vier Mädls nach Abu Dhabi fliegen, wohin Samantha aus PR Gründen eingeladen wurde, um in der bombastischsten Luxus-Behausung zu residieren.
Hier tritt auch schon das zweite große Manko des Films auf: die Vorhersehbarkeit der Ereignisse. Samantha, der Inbegriff von Offenherzigkeit und Extrovertiertheit, in einem Land, in dem Frauen sich verhüllen und jegliche nackte Haut bekleiden müssen? Dass hier einiges schief gehen und eine Menge an Zündstoff geboten sein wird, ist irgendwie abzusehen. Und genauso kommt es natürlich auch.
Dabei lassen die vier Frauen kaum eine Gelegenheit aus, sich in dem durchaus noch sehr konservativen Land wie Elefanten im Porzellanladen zu benehmen. Typisch amerikanisch, würde man das wohl nennen, womit im Film sogar kokettiert wird. Wenn selbst aus einem Ritt auf Kamelen eine kleine Fashionshow gemacht wird, muss man sich schon fragen, ob das nicht die Grenzen des guten Geschmacks und den Respekt für andere Kulturen sprengt.
Doch genug der ganzen Haarspalterei. Manchmal muss man sich der Zielgruppe beugen und die wird sich um all diese "Kleinigkeiten", die den Film aus objektiver Sicht als schwach betiteln lassen, kaum Gedanken machen. Immerhin garantieren Carrie, Samantha, Miranda und Charlotte eines: Spaß, Party und noch mehr Spaß - für Frauen. Passend zur anstehenden Fußball WM gibt es sogar ein paar knackige Sportler zu bewundern. Was will frau also mehr? Und wenn man ehrlich ist, ein paar Lacher sind selbst den eher spärlich vertretenen Männern ausgekommen, auch wenn sie es im Nachhinein niemals zugeben würden. In diesem Sinne kann man allen Frauen nur viel Spaß und allen Männern wünschen, dass sie nicht mitkommen müssen.