Nach der Telefonzelle und dem DeLorean muss nun ein Whirlpool als Zeitmaschine herhalten und befördert unsere Hauptakteure geradewegs in die 80er. Neben seinen sympathischen Charakteren, und dem über weite Strecken gelungenen Humor gefällt vor allen Dingen, wie die damalige Zeit in Szene gesetzt wurde und mit dem Nostalgiefaktor beim Publikum voll in Schwarze trifft.
Letztes Jahr gab es einen Film, dessen Trailer einen so unglaublichen Hype erzeugen konnte, dass eine Fortsetzung schon vor dem eigentlichen Kinostart beschlossene Sache war. Hangover hieß der Film und wurde nahezu in jedem Land zu einem riesigen Hit. Mit einem abgefahrenen Trailer versuchten die Macher von Hot Tub einen ähnlichen Hype zu erzeugen. Da sich dieser jedoch nur auf die Internetnutzer beschränkte, enttäuschte der Film trotz eines Einspielergebnisses von $50 Mio an den amerikanischen Kinokassen und erhält außerhalb der Vereinigten Staaten nun leider eine recht kleine Kinoauswertung.
Drei Männer in der Mid-Life-Crisis beschließen aus Nostalgiegründen einen Trip zu einem Urlaubsort ihrer Jugend zu machen. Gemeinsam mit dem jungen Jacob im Schlepptau begeben sie sich zu einer alten Skihütte und springen erst einmal in den Whirlpool ihres Hotels. Durch einen Defekt verwandelt sich dieser plötzlich in eine Art Zeitmaschine und sie befinden sich wieder in den 80ern zur gleichen Zeit ihres damaligen Urlaubs. Die drei älteren Herren schlüpfen dabei in ihre jugendlichen Körper und können nochmal ihre besten Zeiten ausleben. Schnell erkennen sie, dass sie entgegen ihres Willens genau das machen sollten, was sie damals angestellt haben, schließlich könnte sich eine Veränderung in der Vergangenheit negativ auf die Zukunft auswirken, was der nach und nach verblassende Jacob am eigenen Leibe zu spüren bekommt. Doch was wenn man die Zukunft nicht noch besser gestalten könnte?
Die Autoren hinter Hot Tub versuchen gar nicht erst, ihre Einflüsse zu verstecken, denn zu deutlich zitieren sie ihre beiden Vorbilder Zurück in die Zukunft und Hangover. Der Mix dieser beiden Werke funktioniert dabei ausgesprochen gut, liefert er doch einen enormen Wiedererkennungswert und kann dank der sympathischen Charaktere beim Zuschauer punkten und löst trotz riesiger Logiklöcher das Ganze dank eines tollen Finales auch zufriedenstellend auf.
Dennoch braucht der Zuschauer ein wenig, bis er mit dem Humor des Filmes warm wird, beginnt er doch mit einer Aneinanderreihung von Fäkalhumor,der in Furzgags und Kotzfontänen seine Spitzen findet. Hat man jedoch die ersten Minuten überstanden, wird der Humor deutlich besser, hat viele lustige Sprüche, wie auch herrliche Szenarien zu bieten. So ist es herrlich anzusehen, wie beispielsweise der Zuschauer jeden Moment darauf wartet, dass Crispin Glovers Charakter endlich seinen Arm verliert oder man mit der einfachen Frage: What Color is Michael Jackson in Erfahrung bringen kann, in welcher Zeit man sich denn nun befindet.
Regisseur Steve Pink, der den Zuschauer schon mit dem überraschend unterhaltsamen S.H.I.T. - Die Highschool GmbH zum Lachen bringen konnte, hatte die dankbare Aufgabe, dieses mit vielen Zitaten und Anspielungen gespickte Werk zu inszenieren. So konnte er vor allen Dingen in der überraschend freizügigen Unratedversion richtig die Sau raus lassen und eine herrlich klischeehafte, nostalgische 80er-Jahre Landschaft kreieren. Das äußert sich von der extrem poplastigen, aber hervorragend passenden Musikuntermalig, über die heißen Klamotten bis hin zu den damaligen Date- und Technikgewohnheiten und kann durchweg für ein Schmunzeln im Gesicht des Zuschauers sorgen.
Ohne dass sich einer der vier Hauptdarsteller wirklich in den Vordergrund spielt oder brillieren muss, gefällt deren Leistung, da das Team als Gruppe harmoniert und sie sich gegenseitig gut ergänzen. Das komödiantische Highlight ist aber Crispin Glover, der wie schon in dem oft zitierten Zurück in die Zukunft seinen extrem durchgeknallten Charakter, sowohl in Vergangenheit, als auch in der Gegenwart verkörpern darf. Etwas enttäuschend ist dafür das Comeback von Chevy Chase, der im wesentlichen nicht mehr zu tun hat, als Christopher Walkens Performance aus Klick zu kopieren und dabei vergisst, für die Lacher zu sorgen.
Auch wenn Hot Tub weit entfernt ist, seinen Vorbildern Hangover und Zurück in die Zukunft das Wasser zu reichen, kann der Film für kurzweilige Unterhaltung sorgen. Hat der Zuschauer erst einmal den schwachen Beginn überstanden und ist mit den Charakteren in die 80er gereist, bekommt er eine nostalgische Komödie geliefert, die den Zuschauer trotz kleinerer Schwächen fast durchweg zu unterhalten vermag.