Nur drei Jahre nach dem Tod von Freddy Krueger versuchte Creator Wes Craven das Franchise wiederzubeleben und ist dabei grandios gescheitert! Sein selbstverliebter Mix aus Humor und Horror mag zu keinem Zeitpunkt zünden, vor allen Dingen weil er den entscheidenden Fehler beging, auf das Herzstück der Filme, die kreativen und kultigen Traumszenen, nahezu komplett zu verzichten.
Freddy Krueger ist tot und hat somit der kassenträchtigen Franchise mit Freddys Finale - Nightmare on Elm Street 6 ein endgültiges Ende beschert. Da man jedoch eine so sichere Einnahmequelle nicht versiegen lassen wollte und auch die Fans sich eine erneute Rückkehr gewünscht haben, wandte man sich mit Wes Craven an den Schöpfer der Reihe, der mit einer Idee aufkam, die vor einigen Jahren noch abgelehnt wurde. Schon für den dritten Teil hat er sich gewünscht, Freddy Krueger in die reale Welt zu holen und dies war nun die einzige halbwegs logische Möglichkeit, der Reihe einen weiteren Teil zu bescheren.
Etwas mehr als 10 Jahre sind vergangen, seitdem Darstellerin Heather Langenkamp die Hauptrolle des Films Nightmare - Mörderische Träume zu ihrem ersten Erfolg machen konnte. Doch dieser Ruhm hat auch Schattenseiten, wird sie doch am Telefon von einem Stalker terrorisiert, der sich für Freddy Krueger ausgibt. Gleichzeitig plagen sie, Robert Englund und den Schöpfer der Reihe, Wes Craven, immer wieder Albträume und als es bei der Pre Production zum neuesten Film zu ersten tödlichen Unfällen kommt, ist sich selbst die Crew nicht mehr sicher, ob hier nur ein Nachahmer oder Freddy Krueger selbst am Werk ist.
Was hat diese Geschichte für ein Potential zur aberwitzigen Selbstparodie. Zu Beginn wird dies auch noch fleißig genutzt, so lässt man Wes Craven im Film zitieren und Robert Englund präsentiert sich als selbstverliebtes Idol vor seinen Fanboys. Dies ist durchweg unterhaltsam, jedoch bleibt das Voranschreiten der Geschichte dabei auf der Strecke. Es gibt manchmal Parts von über dreißig Minuten, in denen nichts für die Geschichte relevantes passiert und der Film nur langweilig vor sich hindümpelt. Dabei setzt der Film dem Zuschauer abstruseste Storyfäden vor, vergisst dabei völlig diese logisch zu erklären und verkommt von Minute zu Minute immer mehr zu einem inhaltsleeren Horrorvehikel ohne auch nur ansatzweise sein Potential zu nutzen.
Dafür dass die Grundstory relativ selbstironisch angelegt wurde, macht Wes Craven den entscheidenden Fehler, ihn dennoch zu horrorlastig zu inszenieren. So kommt aufgrund des Szenarios kaum Spannung auf und schocken kann der Film den Zuschauer aufgrund des kompletten Fehlens der kultigen und kreativen Traumszenen zu keiner Sekunde. Dazu passt der völlig missglückte Score und die Tatsache, dass das Ganze in hellen Hochglanzbildern inszeniert wurde, was so gar nicht zur Stimmung der Reihe passen mag. Einzig beim Finale zeigt sich das durchaus vorhandene Talent von Craven, aber zu diesem Zeitpunkt hat er sein Publikum aufgrund der vorangegangenen 90 Minuten schon verloren.
Wenn sich Darsteller selbst spielen, bleibt viel Raum zur Selbstpersiflage, was Robert Englund in seinem recht kurzen Auftritt durchaus beweisen kann. Dafür muss er als Freddy Krueger deutlich zurückstecken und ist aufgrund fehlender Screentime sowie dem Weglassen seiner One-Liner chronisch unterfordert. Das restliche Cast schlägt sich eher schlecht als recht durch den Film, einzig Miko Hughes kann an manchen Stellen überzeugen, wenngleich er sich manchmal nahe am Rande des Overactings bewegt.
Man hat das Gefühl, dass Wes Craven selbst nicht wusste, was seine Nightmare on Elm Street-Reihe so besonders macht und warum sich auch heute noch so viele Leute für sie begeistern. So nimmt er mit Freddy's New Nightmare die kultigen One-Liner und die kreativen Traumszenen komplett aus dem Film und scheitert mit seiner selbstverliebten Parodie grandios. Einige Ansätze sind zwar durchaus zu erkennen, aber der Mix aus Horror und Komödie will zu keinem Zeitpunkt wirklich zünden. Man hätte Freddy Krueger nach dem tollen letzten Teil lieber ruhen lassen, als einen solch halbgaren Aufguss auf den Zuschauer los zu lassen.