Zwei Männer, zwei Frauen und ein böser Fernseher - mit dieser grandiosen Kombination versuchen die Macher von Black Forest dem Kinopublikum Angst einzujagen. Gelungen ist ihnen das nicht. Unter einem guten Horrorfilm versteht man jedenfalls etwas anderes als das, was man in den 75 Minuten dieses lauen Streifens zu sehen bekommt. Ein Spaziergang im Märchenwald ist erschreckender.
Urlaub in einer einsamen Hütte mitten im Schwarzwald. Was für eine romantische Idee, dachten sich auch zwei befreundete Pärchen und machten sich auf in eine Woche fernab der Zivilisation. Doch so idyllisch, wie es im ersten Moment klingt, wird der Trip dann doch nicht. Die beiden männlichen Mitglieder des Quartetts brechen nämlich erst einmal eine vernagelte Tür auf und zerren ein kaputtes Fernsehgerät aus dem versperrten Raum, weil ja heute "die Bundesliga ist". Leider entwickelt das deutsche Markengerät ein Eigenleben und zeigt den Urlaubern fortan leckere Kochtipps, interessante Nachrichtensendungen und delikate Homevideos, die zu allerlei unguten Situationen führen.
Was für Emotionen man aus einem Waldstück holen kann, weiß man spätestens seit Blair Witch Projekt. Bei diesem Streifen verhält es sich aber anders. Der Film heißt Black Forest, die Hütte der Urlauber steht mitten im Wald, doch den Horror bringt der Fernseher? Die Logik der Macher ist nur schwer nachvollziehbar, denn für eine Horrormattscheibe hätte man die Szenerie nicht in den Schwarzwald verlegen müssen. Zudem scheint man beim Versuch, den Film gewaltsam auf unter 90 Minuten zu drücken, einen Teil der Geschichte vergessen zu haben, denn was es wirklich mit dem winkenden Mädchen auf dem Monitor (Ring lässt grüßen) auf sich hat, erfährt der Zuschauer trotz Ansätzen dazu merkwürdigerweise nicht.
Auch schauspielerisch liefert Black Forest nicht wirklich Prickelndes. Am besten gefällt noch Nikola Kastner, aber auch sie hat unter dem wilden Ritt durch die konfuse Story zu leiden. Der Knick in der Psyche der Protagonisten kommt viel zu schnell und rapide, um irgendwie glaubwürdig zu sein. Daher wirken die dargestellten Ausraster der Hauptfiguren penetrant aufgezwungen und aufgesetzt und rauben dem Streifen jegliche gute Atmosphäre.
Es gibt sicherlich noch schlechtere Horrorfilme und im Nachtprogramm von 3Sat wäre Black Forest vielleicht noch einigermaßen gut aufgehoben, doch im Kino hat dieser Streifen wahrlich nichts zu suchen. Kaum Spannung, eine schlechte Geschichte und sehr unglaubwürdig handelnde Charaktere machen den Streifen zu einem schwachen Horrorkurzfilm, auf den man gut und gerne verzichten kann. Der Blick auf das echte Fernsehprogramm macht einem ohnehin meist mehr Angst als die Bilder aus Black Forest.