Die französische Komödie CASH bietet nahezu alles was man von einer Gaunerkomödie erwartet: Charmante Charaktere, viel Humor, gute Darsteller, eine edle Inszenierung, sowie die intelligente Vorbereitung und Durchführung eines großen Dings. Dass dabei einige Dinge etwas konstruiert wirken, kann die Freude des Zuschauers nicht im Geringsten trüben.
Man nehme die wohl coolsten Säue Frankreichs, Jean Dujardin und Jean Reno, stecke sie in eine Komödie a la Ocean's Eleven, packe um sie noch ein internationales Cast und einem großen Erfolg dürfte eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Umso überraschender ist es jedoch, dass CASH erst mit zwei Jahren Verspätung in Deutschland veröffentlicht wird.
Er hält sich für einen der wohl listigsten Gauner Frankreichs: Cash, der clevere Trickbetrüger, der nahezu jede Person um seinen Finger wickeln kann. Dennoch geht er der karrieregeilen Kommissarin Julia ins Netz, die dem kleinen Fisch nach dessen Verhaftung einen Deal anbietet: Seine Freiheit, wenn er ihr bei der Verhaftung des Meisterganoven und Phantoms Maxime zur Seite steht.
Jeder betrügt Jeden und gleichzeitig wird versucht, alle Beteiligten aufs Glatteis zu führen. Die Geschichte von CASH erweist sich als extrem wendungsreiches Spiel vieler Kleinganoven. Die Stärke dabei ist jedoch, dass nahezu jeder Charakter äußerst sympathisch angelegt wurde, was dem amüsanten Treiben auf der Leinwand nur förderlich ist. Auch wenn einige Momente doch etwas konstruiert wirken, macht es dennoch großen Spaß, den Trickbetrügern bei der Planung und Durchführung ihrer Machenschaften zuzusehen.
Man erkennt ganz klar, dass Soderberghs starbesetzte Gaunerkömodie Pate für dieses Werk stand. Eric Besnard erzählt seinen Film in edlen stylischen Bildern, gepaart mit vielen Splitscreens und vielen weiteren Spielereien. Dazu passt natürlich auch ein lässiger Soundtrack und fertig ist das ABC zur Inszenierung einer lockerflockigen Hatz.
Die an sich wendungsreiche, aber doch recht einfach gehaltene Story würde nicht funktionieren, wenn die Darsteller nicht so in ihren Rollen aufgehen würden. Gerade Jean Dujardin erweist sich nach OSS 117 - Der Spion der sich liebte erneut als Bestbesetzung, wenn es darum geht, charmant in die Kamera zu lächeln und gleichzeitig durch sein tolles Spiel den Zuschauer auf seine Seite zu ziehen. Da fällt das weitere prominent besetzte Cast trotz guter Darbietungen doch ein wenig ab. Die Ausnahme ist natürlich Jean Reno, der sich beim Duell, wer denn nun der Lässigste vor der Kamera ist, mehr als nur Wacker aus der Affäre zieht.
CASH ist eine äußerst charmante Komödie mit spielfreudigen Darstellern und dem nötigen selbstironischen Drehbuch, um den Zuschauer über etwas mehr als anderthalb Stunden prächtig unterhalten zu können. Wer über kleinere Ungereimtheiten hinwegsehen kann und sich schon bei Filmen wie Ocean's Eleven oder Lucky Number Slevin amüsieren konnte, der wird mit einer Sichtung dieses Werkes wenig falsch machen können.