The Underdog Knight erzählt die Geschichte eines zurückgebliebenen ehemaligen Soldaten, der seine Fähigkeiten einsetzt, um auf der Straße für Gerechtigkeit zu sorgen. Dabei weiß das Werk oftmals nicht, ob es nun Drama oder Komödie sein möchte und lässt trotz guter Ansätze den nötigen Tiefgang vermissen. Zumindest kann die optisch einwandfreie Inszenierung den Zuschauer über die komplette Laufzeit halbwegs bei der Stange halten.
Nachdem der zweite Film von Regisseur Sheng Ding Little Big Soldier mit Jackie Chan in der Hauptrolle auf der Berlinale beim Publikum mit viel Applaus bedacht wurde, passt es wie die Faust aufs Auge, dass nun nahezu zeitgleich sein Regiedebüt The Underdog Knight hierzulande auf DVD und Blu-Ray veröffentlicht wird.
Seit einem Unfall ist der ausgebildete Navy-Soldat geistig zurückgeblieben und aus dem Dienst entlassen. Dennoch sitzt sein Herz am richtigen Fleck und er setzt seine in der Ausbildung erworbene Fähigkeiten ein, um für Gerechtigkeit auf der Straße zu sorgen. Dass dabei die Beziehung zu seiner Freundin leidet, ist natürlich abzusehen. Gleichzeitig plant der berüchtigte Dieb Dragon einen großen Kunstraub, hat jedoch dabei nicht mit der Hartnäckigkeit des ehemaligen Soldaten gerechnet.
Liest man die Worte written by Jing Wong kann sich der Zuschauer schon denken, dass das Drehbuch nicht allzu viel Tiefe durchblicken lassen wird. Umso ärgerlicher ist es jedoch, wenn unnötig Potential verschenkt wurde. So hat die Geschichte um den titelgebenden Helden in den ruhigen Momenten mit seinem besten Freund oder seiner Freundin durchaus einige gut geschriebene Augenblicke zu bieten, die jedoch im Vergleich zur Crimestory viel zu kurz kommen und an manchen Stellen auch zu klischeehaft angelegt wurden. Generell beschleicht den Zuschauer schnell das Gefühl, dass die Aufteilung in zwei Handlungsstränge unnötig war und nur dem Starpotential Anthony Wongs geschuldet wurde. Den Vogel schießt das Drehbuch jedoch mit seinem lächerlichen Ende ab, bei dem der Zuschauer nicht weiß, ob er nun Lachen oder Weinen soll.
Optisch kann man Regisseur Sheng Ding zu keiner Sekunde etwas vorwerfen. Die Locations, das Spiel mit der Farbe, wie auch die Kameraarbeit sind beeindruckend. Gleiches gilt für die gelungene Musikuntermalung. Auf der anderen Seite jedoch hat man das Gefühl, dass er gegen Windmühlen anrennen musste, denn so gelungen sein Werk optisch auch aussehen mag, es genügt nicht, um das schwache Drehbuch zu überdecken.
Auch wenn sich die beiden Hauptdarsteller auf dem Poster des Filmes direkt gegenüberstehen, müssen sie ihre Leistung aufgrund der aufgeteilten Handlungsstränge alleine abrufen. Während der großartige Anthony Wong in seiner schablonenartigen Rolle gänzlich unterfordert wirkt, hat der Hauptdarsteller des Filmes Ye Liu das Problem, dass er seinen komplexen Charakter nur selten in den Griff kriegt und ihn an manchen Stellen gar zu einem Comedy Relief verkommen lässt.
Die Geschichte des Underdog Knight hat durchaus Potential und bedient sich immer wieder interessanter Ansätze. Jedoch bleiben diese meist nur an der Oberfläche, werden viel zu schnell und naiv abgehandelt, um wirklich zu begeistern. Gegen das verschenkte Potential können am Ende auch ein unterforderter Anthony Wong und die gute Regie wenig ausrichten. Immerhin konnte sich Regisseur Sheng Ding mit seiner gelungenen Inszenierung für weitere Aufgaben empfehlen, denn lange wird einem sein erstes Werk sicherlich nicht in Erinnerung bleiben.