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Wall Street: Geld schläft nicht

(Wall Street: Money Never Sleeps, 2010)

Dt.Start: 21. Oktober 2010 Premiere: September 2010 (USA)
FSK: ab 6 Genre: Drama
Länge: 110 min Land: USA
Darsteller: Michael Douglas (Gordon Gekko), Shia LaBeouf (Jake Moore), Josh Brolin (Bretton James), Carey Mulligan (Winnie Gekko), Eli Wallach (Julie Steinhardt), Susan Sarandon (Sylvia Moore), Frank Langella (Louis Zabel)
Regie: Oliver Stone
Drehbuch: Allan Loeb


Inhalt

Nachdem er seine Gefängnisstrafe abgesessen hat, will Gordon Gekko direkt in die Finanzwelt zurückkehren, für die er einen großen Kollaps prophezeit, allerdings glaubt ihm niemand. Er trifft auf den jungen aufstrebenden Banker Jacob Moore, der zugleich der Verlobte seiner Tochter Winnie ist. Mit dessen Hilfe versucht Gekko das Verhältnis zu seiner Tochter zu verbessern. Dafür geht er weit, was Moore bald spüren muss.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Wall Street: Geld schläft nicht hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 61%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Ostertag
Wall Street: Geld schläft nicht hat eine Wertung von 61%
Mit Wall Street schuf Oliver Stone in den achtziger Jahren einen Kultfilm, der die Finanzwelt prägte. Nach über 22 Jahren kehrt Gordon Gekko wieder auf die Leinwand zurück und ist böser als je zuvor. Abgesehen von dem starken Michael Douglas gibt es aber sonst kaum Positives zu berichten und so versinkt das heiß erwartete Sequel leider im durchschnittlichen Einheitsbrei und kann nicht überzeugen.

Bild aus Wall Street: Geld schläft nicht Während Gordon Gekko im Gefängnis sitzt, stirbt sein Sohn und seine Tochter wirft ihm vor, dass er daran Schuld habe. Seine Frau hat sich scheiden lassen und so steht er alleine am Tag seiner Entlassung vor den Toren des Gefängnisses. Er ist am Boden, hat kaum Geld und beginnt von ganz unten einen Neuanfang. Sein im Knast geschriebenes Buch wird aber schnell zum Erfolg und so tritt er in Universitäten als Redner auf. Dort lernt er Jake Moore kennen, der mit seiner Tochter verlobt ist. Jake will, dass sich Gordon und seine Tochter Winnie aussöhnen, doch Winnie kennt ihren Vater und misstraut ihm bei jedem Schritt.

Obwohl weder Oliver Stone noch Michael Douglas Ende der Achtziger daran gedacht hätten, schufen sie mit Wall Street und der Hauptrolle Gordon Gekko ein Vobild für viele heutige Broker an der Wall Street. Die Konsequenz aus dem "Gier ist gut"-Credo Gekkos wurde vor zwei Jahren in der größten weltweiten Finanzkrise sichtbar und bewegt uns alle, und damit auch die Filmschaffenden, noch heute. Der Kollaps des Bankensystems war auch der Grund, wieso Oliver Stone sich an der jetzt vorliegenden Fortsetzung beteiligte, denn Kritik an Systemen üben war schon immer eine Schwäche des mehrfach Oscar-prämierten Regisseurs.

Im Gegensatz zu seinen früheren Filmen schwächelt Stone aber zunehmend und das merkt man auch Wall Street: Geld schläft nicht enorm an. Dem Zuschauer werden eigentlich nur böse Charaktere vorgesetzt, die alle in die eigene Tasche wirtschaften oder zumindest egoistisch handeln. Die eigentliche Identifikationsfigur Jake Moore (gespielt von Shia LaBeouf) bleibt blass, oftmals nicht nachvollziehbar und irgendwie auch böse - da helfen ihm auch seine "Clean-Energy" Ideen und Investments nichts. Er wirkt naiv, dumm und kindisch, selten glaubt man ihm den echten Broker, der Karriere machen könnte und einiges auf dem Kasten hat. Das wiederum führt zu Lücken in der Storyline und dem Spannungsbogen.

Aus dem eigentlich namhaften Cast herausstechen kann also nur Michael Douglas selbst, der in gewohnt kühler Manier den Gordon Gekko gekonnt in Szene setzt und einmal mehr beweist, warum er für diese Rolle den Oscar bekam. Doch auch er kann den Film leider nicht komplett retten, sondern spielt seine Mitakteure reihenweise an die Wand, was ihn zwar besser aussehen lässt, aber dem Gesamtwerk nicht sonderlich zuträglich ist.

Durch die Finanzkrise ist das Wissen über die Vorgänge im Bankenwesen und der Finanzwelt allgemein bei der Bevölkerung enorm gestiegen und so verwundert es nicht, dass man in manchen Phasen des Films auch Vorwissen voraussetzt, um die Abläufe nach vollziehen zu können. Warum man andere Dinge aber dann haarklein aufdröselt und den Zuschauer damit quasi für dumm verkauft, wird wohl ein Geheimnis der Drehbuchautoren bleiben.

Wall Street: Geld schläft nicht ist nicht der erhoffte Erfolg, der an den Kultfilm anknüpfen kann. Wieder einmal zeigt sich, dass man Klassiker in Frieden und Ehren ruhen lassen sollte. Die Tendenz in Hollywood geht allerdings immer weiter zu Sequels, Prequels oder Spin-Offs. Schade, dass man scheinbar keine neuen Ideen mehr hat, denn die alten guten Ideen und Charaktere so zu verheizen, frustriert zunehmend.



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Wall Street
Dt. Start: 18. Feb 1988
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