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Cash

(Ca$h, 2010)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 18. März 2010
Premiere: 01. März 2010 (UK)
FSK: ab 12 Genre: Krimi, Thriller
Länge: 90 min Land: USA
Darsteller: Sean Bean (Pyke Kubic), Chris Hemsworth (Sam Phelan), Victoria Profeta (Leslie Phelan), Mike Starr (Melvin Goldberg), Michael Mantell (Mr. Dale)
Regie: Stephen Milburn Anderson
Drehbuch: Stephen Milburn Anderson


Inhalt

Sam und Leslie können ihr Glück kaum fassen: Ein prall gefüllter Geldkoffer fällt von einer Brücke auf das Auto des Pärchens. Nachdem ein Teil des über 600 000 Dollar umfassenden Betrags von ihnen ausgegeben wurde, meldet sich jedoch der "Besitzer": Gangster Pyke. Und dieser fordert jeden einzelnen fehlenden Cent zurück - egal wie.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Cash hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 50%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Lutz Granert
Cash hat eine Wertung von 50%
Dieser launigen DVD-Premiere um einen Bankräuber, der seine Beute von einem Pärchen zurückfordert, welches schon Teile davon ausgegeben hat, fehlt es schlicht an Drive. Mehr Action und weniger unpointierte Dialoge hätten dabei gut getan. Einmal mehr positiv zu vermerken ist dabei Charaktermime Sean Bean (The Hitcher), der als (be)rechnender Bösewicht ziemlich fies ist.

Bild aus Cash Guy Ritchie oder Quentin Tarantino sind große Namen. Zumindest, was die Inszenierung von Gangsterkomödien mit markigen Dialogen angeht. Da wird über Fußmassagen philosophiert oder mit nuschelnden Zigeunern aufgewartet - Einfälle, die hohen Unterhaltungswert garantieren. Und selbst wenn Troy Duffy als Epigone dieses Stils zwei katholische Iren auf einen Feldzug gegen das Verbrechen schickt, bleiben pointierte Rededuelle nicht aus. Eigentlich zu schade, dass der bisher eher unbekannte Regisseur und Drehbuchautor Stephen Milburn Anderson nicht in diese Fußstapfen treten und lieber originell sein will.

Seine Gangster- oder vielleicht treffender: Thrillerkomödie lebt nicht von großartigen Wortduellen. Und auch seine Hauptfigur, der eiskalt kalkulierende Räuber Pyke (Sean Bean), der seine Beute von einem Pärchen zurückfordert, dem ein prall gefüllter Geldkoffer zufällig auf die Motorhaube plumpste, ist nur bedingt skurril. Pyke rechnet stets per Kopf die verbleibenden Summen aus, die Sam (Chris Hemsworth) und Leslie (Victoria Profeta) ihm noch schulden und auf Heller und Pfennig zurückzahlen sollen. Warum er soviel wert legt auf den ursprünglichen Betrag, obwohl die 70 000 ausgegebenen Dollar nicht wirklich ins Gewicht fallen? Keine Ahnung. Vermutlich, weil Cash ansonsten einen anderen Handlungsverlauf aufzuweisen hätte. Vermutlich auch einen mit noch weniger "Action", die ohnehin nur sehr spärlich gesät ist.

Das nicht gerade pralle Budget von 15 Mio. Dollar ist ein Grund dafür, die fast schon als originell zu bezeichnende Fokussetzung des Films ein weiterer. Anderson ging es mehr darum, das tägliche Zusammenleben von Pärchen und Gangster zu zeigen, der sich in deren Haus einquartiert und schon einmal - das sind dann diese kläglichen Anflüge von Humor - den Hausmann dazu nötigt, ihm ein Rührei mit Fleisch zuzubereiten. Auch die Verführung durch das Verbrechen, wenn man erst einmal Gefallen daran gefunden hat, Läden auszurauben, wird thematisiert - für clevere Pointen verwendet wird es indes leider nur selten. Der tempoarm inszenierte Film schleppt sich in der ersten Hälfte dahin, bis Pyke das Pärchen gefunden hat. Er kontrolliert Barzahlungen bei der Anschaffung neuer Autos und wird nach einigen falschen Verdächtigen - wiederum verschenkte Möglichkeiten für Pointen - auf Sam und Leslie aufmerksam. In der zweiten Hälfte schleppt sich diese gedehnt wirkende Räuberpistole müde von Geldbeschaffung zu Geldbeschaffung.

Die große Stärke des Films ist dabei Sean Bean (Percy Jackson - Diebe im Olymp) in einer Doppelrolle, der - und da kann man der Pressestimme auf dem DVD-Cover nur zustimmen - einen "grandiosen Mistkerl" abgibt. Wie ruhig und kontrolliert, aber genau aus diesem Grunde bedrohlich und charismatisch er daherkommt, rettet Cash trotz zahlloser Drehbuchschwächen vor dem Absturz in gänzlich belanglose Gefilde. Darüber, dass sowohl Chris Hemsworth (Star Trek 11) als auch Victoria Profeta gegen ihn aufgrund der Klischeehaftigkeit ihrer Rollen ordentlich abstinken, kann man dabei durchaus hinwegsehen.

Mag sein, dass ich mit den falschen Erwartungen an Cash herangegangen bin. Mag sein, dass ich mehr Humor und weniger Drama, was hier leider zu oft ein Synonym zu "Leerlauf" darstellt, erwartet habe. Dennoch wird schlicht der Witz, die Klasse und auch Lässigkeit von Ritchie, Tarantino und Co., mit denen man eine solche Geschichte hätte inszenieren können, nicht erreicht. Dann lieber konventionelles und gutes als originelles und phasenweise schlicht langweiliges Genre-Kino.



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