Shaolin Basketball Hero Poster

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Shaolin Basketball Hero

(Gong fu guan lan, 2008)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 05. Februar 2010
Premiere: Februar 2008 (China)
FSK: ab 12 Genre: Komödie, Sport
Länge: 92 min Land: China, Hong Kong, Taiwan
Darsteller: Jay Chou (Fang Shijie), Eric Tsang (Zhen Li), Charlene Choi (Lily), Gang Wang, Bo-lin Chen, Chu-he Chen, Yen-ping Chu, Bo Huang, Eddy Ko (Fang's Master), Lichun Lee (Bi Tianhao), Ka-Yan Leung, Ken Lin, Man Tat Ng, Kenneth Tsang (Wang Yiwuan), Jacky Tsung-hsien Wu, Ni Yan (Master Ni)
Regie: Yen-ping Chu
Drehbuch: Takehiko Inoue


Inhalt

Fang wurde als Baby ausgesetzt und wächst in einer Kung-Fu-Schule auf. Dadurch ist er zwar sportlich und fit, aber dennoch sucht er noch seinen Platz im Leben und fragt sich, warum er von seinen Eltern im Stich gelassen wurde. Nachdem der alternde Li auf ihn und seine Treffsicherheit aufmerksam wird, macht er ihn kurzerhand zum neuen Basketballstar. Im Team der Uni muss Fang jedoch erstmal beweisen, was wirklich in ihm steckt und ob er als Teamplayer bestehen kann.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Shaolin Basketball Hero hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 44%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Carmen Porschen
Shaolin Basketball Hero hat eine Wertung von 44%
Was passiert, wenn ein Kung-Fu-Schüler, der außergewöhnlich hoch springen und traumhaft gut zielen kann, einen Basketball zwischen die Finger bekommt? Das zeigt der chinesische Martial-Arts-Film Shaolin Basketball Hero mit guten Effekten aber wenig Gespür für eine mitreißend inszenierte Story. Die Liebe zum Ballsport rückt vor einem hektischen Ablauf und vielen Ungereimtheiten in den Hintergrund. Mehr Humor und weniger eingefügte Dramen hätten den Spaß am Film deutlich angehoben. So bleibt viel Unzufriedenheit mit dem holprigen Verlauf des Films, der sich - mal phantasievoll und bunt dann wieder tieftraurig und düster - einfach nicht in ein rundes Ganzes verwandeln will.

Bild aus Shaolin Basketball Hero Fang wird als Baby in einem Feld direkt neben einem Basketball-Spielfeld ausgesetzt. Der Arbeiter, der ihn findet, bringt ihn in eine nahe gelegene Kung-Fu-Schule, in der das Kind aufgenommen und natürlich in die Lehren der alten Kampfkunst eingeweiht wird. So wächst Fang zu einem sportlichen jungen Mann heran, der sich zu verteidigen weiß und eine unglaubliche Treffsicherheit aufzuweisen hat. Nur bei den Frauen hat er wenig Glück und der Hellste ist Fang auch nicht gerade. Als er den alternden Li kennen lernt, erkennt dieser schnell sein sportliches Talent und will dieses für sich nutzen. So ziehen Li und Fang in den angesagtesten Club der Stadt, wo Li mit Wetten auf Fang im Dartspiel mächtig Kohle scheffelt. Doch der Clubbesitzer lässt sich das nicht lange gefallen und schon kommt es zur Schlägerei. Fang gelingt es zwar mit seinem hervorragenden Kung-Fu alle Gegner zu besiegen, doch die damit einhergehende Zerstörung des Clubmobiliars zieht weite Kreise.

Nachdem der Clubbesitzer Fang ausfindig gemacht hat, lässt er den jungen Mann erstmal ausgiebig verprügeln und dann wird er auch noch aus der Kung-Fu-Schule geschmissen. Doch als Li davon erfährt, findet er diesen Umstand gar nicht mal so verkehrt, sondern wittert seine große Chance den talentierten Fang berühmt zu machen. Natürlich nicht ganz uneigennützig, denn als sein Manager fällt für ihn das Meiste vom Kuchen ab. Im Handumdrehen schleust er Fang in die Basketballmannschaft der Universität ein und will ihn als Sportstar ins Rampenlicht bringen. Die neuen Teamkollegen sind von dem Rummel um den Neuen erstmal irritiert, doch merken schnell, wie stark Fang ihre Chancen erhöht, in den Meisterschaften endlich ganz vorne mit dabei zu sein.

Eine moderne und weltbekannte Sportart, kombiniert mit einer alten und traditionellen Kampfkunst - das Ganze gespickt mit Action, Humor und einer Prise persönlichem Drama. Dieses Konzept setzten bereits Filme wie Shaolin Kickers von Stephen Chow und Battlefield Baseballvon Yudai Yamaguchi um. Nun tat Regisseur Yen-ping Chu es ihnen gleich und setzt vor allem auf die rasanten und beeindruckenden Moves sowie Techniken des Basketballs. Aber natürlich bleibt es bei einem Shaolin-Schüler in der Titelrolle nicht bei bloßen Würfen und Korblegern. Nicht nur dass Fang außergewöhnlich hoch springen und aus großer Entfernung hervorragend zielen kann, seine Kung-Fu-Kenntnisse machen sein Spiel zu einer Stuntshow. Action gibt es dank dieser sportlichen Szenen genug, aber bei den anderen Komponenten hapert es zusehends.

Der abgedrehte Humor, der einem in asiatischen Filmen des Öfteren begegnet, bleibt leider bereits nach einer halben Stunde auf der Strecke. Die witzigen Einfälle finden hier ihren plötzlichen Abbruch und brechen im weiteren Verlauf kaum noch mal durch. Dafür bekommt das persönliche Drama des Protagonisten eine immer stärkere Note und steigert sich schließlich fast schon ins lächerliche, da es einfach nicht zum restlichen Stil des Filmes passt. Von ausgereiften Charakteren ist in Shaolin Basketball Hero sowieso nicht die Rede: Der geldgeile aber doch irgendwie sympathische Vaterersatz, der coole aber ständig betrunkene Teamkapitän, seine unauffällige aber doch irgendwie süße Schwester, die zu Fangs Herzblatt wird, und natürlich ein durch und durch gemeiner Bösewicht, der allen das Leben schwer macht. Alles mächtig konstruiert und vorhersehbar. Die Hauptfigur selbst - gespielt von Jay Chou, der in seiner Heimat China als R&B- und Rapmusiker Erfolge feiert - wirkt anfangs noch ganz interessant. Seine eigenen Kommentare aus dem Off liefern einen gelungenen Einstieg in das Leben des ausgesetzten Kindes, das sich in einen Kung-Fu-Kämpfer mit Herz verwandelt. Doch im Laufe der Handlung wirkt Fang immer dümmlicher und wird vor allem zu Spielball zwischen denen, die mehr Macht oder Grips als er besitzen.

Ein weiterer Haken an dieser Produktion aus China, Hongkong und Taiwan ist die Handlung. Das beginnt bereits damit, dass Hauptfigur Fang von sich selbst behauptet, sein Herz schlage jedes Mal höher wenn er Bälle dribbeln hört. Aber warum eigentlich? Nur weil er neben einem Basketball-Platz ausgesetzt wurde? Wenn der Ballsport zu seinen großen Leidenschaften zählt, warum spielt er dann keinen? Einen Basketball scheint er noch nie in der Hand gehabt zu haben, das was ihn zu diesem Sport erst bringt ist Lis Kombinationsgabe, der Fangs unglaubliche Treffsicherheit dort am besten aufgehoben sieht. An dieser Stelle macht die Handlung einen seltsamen Sprung denn urplötzlich wird Fang vom herausgeputzten Li als neuer Basketballstar vermarktet und die Presse reißt sich um ihn, obwohl er eigentlich noch nichts geleistet hat. Ähnliche Unstimmigkeiten ergeben sich im Zusammenhang mit Fangs Eintritt ins Basketballteam der Uni. Konfliktpotential verfliegt ungeahnt schnell, denn Fang fügt sich problemlos gut ins Team ein. Obwohl er keine Ahnung von Basketball hat spielt er verhältnismäßig gut, am besten aber wenn er einfach nur von weitem auf den Korb zielen kann. Beim Kontakt mit dem Gegner oder Schrittfolgen hin zum Korb hat er Probleme. Doch auch das verschwindet, nachdem er ein wenig trainiert und angekettet hinter dem Uni-Bus herläuft (?). Aus irgendeinem Grund lösen sich hier alle möglichen Konflikte und Probleme in Wohlgefallen auf, wodurch auch keine besonders mitreißende Geschichte entsteht. Irgendwie läuft einfach alles von selbst.

Etwas hitziger wird es erst, als der Bösewicht mit seinen gedrillten und in Japan bereits gesperrten Spielern auftaucht, die Fangs Mannschaft nicht nur aus bösem Prinzip fertig machen wollen, sondern zufällig auch noch ein privates Interesse daran haben. Ein Zusammentreffen in der Vergangenheit hatte die bösen Brutalo-Spieler bereits als Sieger vom Feld gehen lassen und den Team-Kapitän in seine Alkoholsucht getrieben. Nun werden plötzlich ganz viele Konflikte eröffnet, die wie aus dem Nichts zu kommen scheinen. Hier präsentiert der Film schon wieder zu viel des Guten, denn neben dem sportlichen Konflikt der Basketball-Könner kommt nun auch die Kung-Fu-Komponente stark zum Tragen. Fangs Lehrer der Kampfsportschule schlagen gut gelaunt auf und kämpfen mal eben mit geheimnisvollen und fast schon übersinnlichen Methoden für "das Gute" mit. Für sich genommen haben diese Szenen durchaus etwas für sich, da sie sehr fantasievoll, technisch gut umgesetzt und daher nett anzusehen sind, aber im Gesamtbild des Filmes passt das Eine nicht zum Anderen.

Auch Fangs Schicksal ohne Eltern groß geworden zu sein und sich deshalb verloren zu fühlen, wird schließlich noch einmal aufgegriffen. Stellenweise mit viel Gefühlsduselei, nur um wenig später schon wieder hinfällig zu sein. Der filmische Mix, der wahrscheinlich viele Komponenten geglückt vereinen sollte, ist alles in allem unausgewogen, da manches seltsam erscheint und ein übergreifender Humor fehlt, der alles in einen augenzwinkernden Kontext stellt. Manche Probleme, die sich "anbieten würden", wie Fangs Entwicklung vom Einzelkämpfer zum Teamplayer oder die Akzeptanz durch seine Mannschaftskameraden, werden leider nicht ausgeführt, sondern das alles ergibt sich von selbst. Andere Dinge wie persönliche Krisen oder Alkoholsucht werden zwar gestreift aber ihnen wird keine ausreichende Aufmerksamkeit gewidmet um eine Botschaft zu transportieren oder einen gewinnbringenden Wandel der betroffenen Figuren zu verdeutlichen.

Vermutlich haben die Filmemacher alles auf die Bekanntheit von Musiker Jay Chou gesetzt, der die Massen durch seine bloße Präsenz auf der großen Leinwand beglücken sollte. Möglicherweise hat das in China auch hingehauen. Aber wir kennen diesen Chou nun mal nicht und daher fehlt es dem Film an Überzeugungskraft. Immerhin bringen gut gemachte Kampf- und Basketballszenen (was manchmal ein und dasselbe ist) sowie eine peppige und zum Thema passende Musik einen gewissen Unterhaltungswert. Wer asiatische Filme aufgrund ihres typischen, oft etwas verrückten Sinns für Humor mag, der wird mit Shaolin Basketball Hero leider nicht auf seine Kosten kommen. Denn unglücklicherweise weicht der Witz vom Anfang - der dem Film auch im weiteren Verlauf sehr gut getan hätte - mehr und mehr den dramatischen und ernsten Szenen, die man in diesem beschleunigten Erzähltempo aber kaum für voll nehmen kann. Mit einem Erfolg wie dem von Shaolin Kickers kann dieser Martial-Arts-Film absolut nicht mithalten. Aber wer schon immer einmal wissen wollte, wie die Verbindung von Kung-Fu-Künsten und Basketball spielen aussieht, der findet an den Sport-Szenen dieses Filmes vielleicht seinen Gefallen.



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