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Die Royal Tenenbaums

(The Royal Tenenbaums, 2001)

Dt.Start: 14. März 2002
DVD: 23. Januar 2003
Premiere: 06. Dezember 2001 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Komödie, Drama
Länge: 109 min Land: USA
Darsteller: Gene Hackman (Royal Tenenbaum), Anjelica Huston (Etheline Tenenbaum), Ben Stiller (Chas Tenenbaum), Gwyneth Paltrow (Margot Helen Tenenbaum), Luke Wilson (Richie Tenenbaum), Owen Wilson (Elijah Cash), Danny Glover (Henry Sherman), Bill Murray (Raleigh St. Clair), Seymour Cassel (Dusty), Kumar Pallana (Pagoda), Alec Baldwin (Erzähler), Grant Rosenmeyer (Ari Tenenbaum), Jonah Meyerson (Uzi Tenenbaum), Aram Aslanian-Persico (Junge Chas Tenenbaum), Irene Gorovaia (Junge Margot Tenenbaum)
Regie: Wes Anderson
Drehbuch: Wes Anderson, Owen Wilson


Inhalt

Vor über 20 Jahren hat Royal Tenenbaum seine Frau Etheline und die drei hochbegabten Kinder verlassen. Doch als er erfährt, daß seine Frau wieder heiraten will, packt ihn der Ehrgeiz. Sein Plan ist es, sich als todkrank auszugeben und so das Mitleid der Familie zu wecken. Doch das ist längst nicht so einfach, denn Chas, Margot und Richie sind alles andere als begeistert von seiner Rückkehr.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Die Royal Tenenbaums hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 94%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Bettina Friemel
Die Royal Tenenbaums hat eine Wertung von 94%

Wer seine Eltern, Kinder, Geschwister oder Bekannten für verrückt und durchgeknallt hält, sollte sich erst einmal die Tenenbaums genauer anschauen. So genau muß man da gar nicht schauen, denn man sieht jedem einzelnen Familienmitglied die Exzentrik auf den ersten Blick an. Angefangen bei Möchtegern-Familienoberhaupt Royal, alias Gene Hackman. Er trägt nicht nur unglaublich stilverfehlte Brillen, nein, langes Nackenhaar und grelle Kleidung müssen schon auch sein! Entdeckt man Luke Wilson das erste Mal als "The Baumer" mit massiver Gesichtsbehaarung und Schweißband in Sportlerpose, kann man sich ein belustigtes Grinsen definitiv nicht verkneifen. Wer Gwyneth Paltrow als lieblich lächelnde Blondine kennt, erlebt sie diesmal dauerdepressiv mit schwarz umrandeten Augen und Holzfinger. Dem totalen Wahnsinn stehen Ben Stiller und seine zwei Söhne in nichts nach, wenn sie im Team den roten Adidas Trainingsanzug wieder salonfähig machen. Doch die Optik ist ja noch längst nicht alles, was diese Tenenbaums an Kuriositäten so auf Lager haben.

Nach einem knappen Zusammenschnitt der ersten 20 Jahre wird Royals Resozialisationsversuch und dessen Auswirkung in einzelnen Kapiteln einer Familienchronik erzählt. Dabei erinnern die Bilder stark an typische Fotoalben und Homevideos, mit denen so manch einer seine Familienfeste auf Celluloid gebannt hat. In diesem Film ist definitiv nichts normal, und das macht Die Royal Tenenbaums zum echten Kinohighlight. Obwohl der große Reiz im Wortwitz liegt, kann man sich umfangreich vom ungewöhnlichen Style des Filmes berieseln lassen. Wer mit geistlosem Klamauk und billigen Pointen rechnet, liegt völlig daneben. Denn durch beißende Ironie und herrlichen Sarkasmus erfährt man die geheimen Hintergründe der einzelnen durchgeknallten Familienmitglieder und darf bis zum Schluß gespannt sein, was Wes Anderson mit Hilfe seiner rechten Hand Owen Wilson noch auf Lager hat. Wie schon in Rushmore mixt er gerne situationsbelassene Komik mit tragischen Elementen und scheut in keiner Weise davor zurück, seine Figuren schockieren zu lassen. Überall warten die Leichen im Keller darauf, entdeckt zu werden. Und wenn nicht, dann gibt es immer noch genug Überraschungen wie pulpfictionöse Zeitsprünge und Schicksalsüberschneidungen.

Auf der Besetzungsliste versammeln sich die unterschiedlichsten Filmstars, um in ihren Rollen wieder komplett von den anderen unabhängig aufzutreten. Aus dem perfekten Ensemble drängt sich keiner in den Vordergrund, denn egal ob Anjelica Huston, Bill Murray, Owen Wilson oder Alec Baldwin, jeder hat seinen persönlichen Auftrag. Gerade die Vielzahl an Talenten spiegelt diese außergewöhnlichen, aus Individuen bestehenden Tenenbaums am besten wieder. Es lohnt sich auf alle Fälle, den Familienfilm der äußerst anderen Art zu konsumieren. Denn man ist danach entweder von jeglicher Verwandtschaftsphobie geheilt, oder ist wenigstens froh zu sehen, dass man es hätte noch schlimmer treffen können.



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