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Babies

(Babies, 2010)

Durchschnittliche Redaktionswertung

78%



Inhalt

Von der Geburt bis zum ersten Schritt werden vier Babies aus unterschiedlichen Teilen der Welt begleitet. Ponijao, ein Mädchen in Namibia; Bayarjargal, der in der Mongolei aufwächst; Mari, die in Japan lebt und Hattie aus den USA.

Kritik

von Markus Ostertag

Wertung Kritik

78%

Hier ist der Titel Programm, denn in Babies geht es vor allem um eins: Babies. Von der Geburt bis zu einem Alter von knapp über 1 Jahr wurden vier kleine Menschen mit der Kamera begleitet. Die daraus entstandene Dokumentation ist allein durch ihren Titel recht zielgruppenspezifisch, denn wer sich überhaupt nicht für Babys interessiert, den wird auch dieser Film kalt lassen. Dabei hat er so viel mehr zu bieten, als nur süße Aufnahmen von Babies und Kleinkindern. Wer sich auf die Materie einlässt, der bekommt einen unterhaltsamen und interessanten Einblick in das Leben von Babies aus verschiedenen Teilen der Welt zu sehen, der durch seine schönen Aufnahmen und die passende musikalische Untermalung begeistert.

Bild aus Babies Babys und Kleinkinder sind nett anzusehen, wenn sie die Welt entdecken, auf ihre tapsige Art ihre Umgebung erkunden und mit den Erwachsenen und ihrer Umwelt interagieren. Das dachten sich wohl auch Thomas Balmès und Alain Chabat, die für Babies erstmalig zusammenarbeiteten. Dabei wollten sie keine herkömmliche Dokumentation produzieren, die dem Zuschauer etwas erklärt oder eine bestimmte Aussage vermittelt. Vielmehr lassen sie die Bilder für sich selbst sprechen und unterlegen diese lediglich mit Originalton und Musik.

Dies wirkt anfangs ein bisschen befremdlich, da man plötzlich Gespräche aus Namibia, der Mongolei und Japan hört, diese aber nicht versteht. Doch schnell wird klar, dass es sich ohnehin nur um Gesprächsfetzen handelt, die mit eingefangen wurden, und der eigentliche Informationsgehalt nur in den Bildern selbst steckt. Unterlegt wird das ganze streckenweise mit Musik, die die Bilder sehr angenehm unterstützt und niemals aufdringlich wirkt.

Der gesamte Film ist äußerst ruhig und mit vielen langen Einstellungen gedreht. Das ermöglicht dem Zuschauer einen genauen Blick auf die jeweilige Situation, ist dabei aber dennoch so gehalten, dass es zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. So steigt der Film beispielsweise gleich mit einer Szene ein, die den Charakter der Dokumentation erahnen lässt. Man beobachtet über mehrere Minuten hinweg zwei namibische Kinder, die sich mit dem Zermahlen von kleinen Steinchen beschäftigen und schließlich in einen Streit über eine alte Plastikflasche verfallen. Diese Szene ist komplett aus einem Blickwinkel aufgenommen, die Kamera bewegt sich keinen Millimeter. Dadurch fühlt sich der Zuschauer wie ein stiller Beobachter, der sich ausschließlich auf das Essenzielle konzentriert. So kann die eigentlich simple Handlung, die sich ständig zwischen Kindern abspielt, ihr gesamtes Potential entfalten und entlockt den Zuschauern die ersten amüsierten Lacher.

Eine weitere Ebene, neben netten Begebenheiten im Leben von Babys, stellt die Wahl der vier Protagonisten und die damit verbundene kulturelle Vielfalt dar. So lernen wir Ponijao kennen, das Baby aus Namibia, das mit Mutter, Vater und neun Geschwistern im Stamm der Himba aufwächst. In dieser großen Gemeinschaft lebt das Baby unter vielen Kindern unterschiedlichster Altersstufen. Es spielt im Dreck, nimmt alle möglichen Dinge in den Mund und erkundet, mit Hilfe seiner Geschwister und anderer Stammesangehöriger, seine Umwelt.

Dann wäre da noch Bayar, der kleine Junge aus der Mongolei. Er lebt mit seinen beiden Eltern, seinem Bruder und einer riesigen Rinder- und Schafsherde in der mongolischen Steppe, komplett einsam auf weiter Flur. Im Gegensatz zu Ponijao ist er dadurch häufig allein und erkundet die Umgebung auf eigene Faust. Dabei ist er von Geburt an in engem Kontakt mit den Tieren, die die Lebensgrundlage der Familie darstellen. Sei es ein Hahn, der ihm einen Besuch abstattet oder die Rinderherde, inmitten derer er auf einer Tonne herumklettert.

Im krassen Gegensatz dazu steht die kleine Mari aus Tokyo. Sie ist das erste Kind von Seiko und Fumito, die beide in der Modeszene arbeiten. Während Ponijao und Bayar in der Natur aufwachsen, lernt Mari gleich die Großstadt kennen und muss mit den dortigen Gegebenheiten und Spielmöglichkeiten zurechtkommen.

Uns Europäern wohl noch am ehesten "normal" und vertraut ist die kleine Hattie, das Mädchen aus den USA. Auch sie ist das erste Kind und lebt mit ihren Eltern gemeinsam in einem Vorort von Oakland. Ihre Bilder werden wohl viele Mütter wiedererkennen, da sie unserer Lebensweise recht ähnlich sind.

Durch die unterschiedliche Herkunft der Babies bekommt der Zuschauer zum einen einen Einblick in die Lebensweise anderer Kulturen. Dies ist besonders im Falle von Namibia und der Mongolei sehr interessant. Zum anderen erlebt man, wie unterschiedlich die Kindeserziehung und der Umgang mit den Kleinen sind und das alles quasi durch die Augen der Babys. Dabei bleibt die Dokumentation absolut wertneutral, was durch den fehlenden Kommentar unterstützt wird. Hier wird kein Urteil über unterschiedliche Bedingungen und Verhaltensweisen ausgesprochen. Das ist auch überhaupt nicht möglich. Aber es regt durchaus zum nachdenken an, wenn man sieht, mit welch unterschiedlichen Dingen Babies aus verschiedenen Teilen der Welt konfrontiert werden.

Durch diese verschiedenen Ebenen ermöglicht der Film einen Zugang für jedermann. Die meisten Frauen werden sich vor allem über die vielen süßen Aufnahmen der Kinder freuen und allein deshalb den Film genießen. Doch auch Menschen, die sich vom Kindchenschema weniger gefangen nehmen lassen, werden durch den Humor und die interessanten Erkenntnisse ebenfalls unterhalten.

Wer also von dem Wort Babys nicht absolut abgeschreckt wird, sich für Lebensweisen anderer Kulturen interessiert und gerne im Nachhinein über Filme spricht und nachdenkt, der sollte sich Babies auf keinen Fall entgehen lassen. Auch Mütter oder die, die es noch werden wollen, werden den Film genießen, selbst wenn sie die ein oder andere Schrecksekunde verkraften müssen. Erziehungstipps findet man zwar in der Dokumentation keine, dennoch kann es ganz interessant sein, die eigenen Bedingungen mal mit denen anderer Menschen auf der Welt zu vergleichen.

Keine weitere Wertung


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