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The Joneses

(The Joneses, 2009)

Durchschnittliche Redaktionswertung

70%



Inhalt

Die Familie Jones ist wie aus einem Bilderbuch ausgeschnitten. Steve und Kate führen eine Ehe ohne Konflikte, ihre Kinder Mick und Jenn sind zauberhaft und beliebt, der Familie fehlt es in ihrer schicken Villa an nichts. Neid und Begeisterung vermischen sich, als das Quartett in dem neuen Vorort auftaucht und sofort soziale Kontakte knüpft. Dieses Leben ist eigentlich zu schön um wahr zu sein - womit der Nagel auf den Kopf getroffen ist. Denn die Familie ist aus Werbeleuten zusammengewürfelt und gekommen, um ihren Luxus zu vermarkten.

Kritik

von Daniela Panzitta

Wertung Kritik

68%

Werbung ist im täglichen Leben allgegenwertig, überall wird man auf die neuesten Produkte hingewiesen und an allen Ecken wird man von Marktforschern analysiert und manipuliert. Auch unser soziales Umfeld regt uns, meist unterbewusst, ständig zum Kauf an, weil man hier und da etwas sieht, was man auch gerne hätte, oder sich praktische Dinge von Freunden empfehlen lässt. Aber was ist, wenn die vermeintlich normalen Mitmenschen in Wirklichkeit nur darauf aus sind, uns die Dinge zu verkaufen, die sie selbst besitzen? Dieser amüsanten und durchaus diskussionswürdigen Frage widmet sich Derrick Borte mit The Joneses auf humorvolle aber leider etwas zu oberflächliche Art und Weise. Gute Unterhaltung und viel Glamour sind garantiert, für den nötigen Unterbau muss man in weiterführenden Diskussionen aber selbst sorgen.

Bild aus The Joneses Marketingstrategien sind so komplex und vielfältig, wie die Produktpalette, die uns tagtäglich für den Konsum bereit steht. Angefangen bei Dingen, die man wirklich braucht, über Artikel, die man nur zum Spaß oder aus Prestigegründen besitzen möchte, bis hin zu Schund, den eigentlich niemand braucht oder möchte, der aber dennoch gekauft wird. Dass jeder Einzelne sein Geld immer wieder brav in Konsumgüter, vor allem diese, die man eigentlich gar nicht so wirklich benötigt, investiert, dafür sorgen Werbung und clevere Marketingstrategien. Da immer mehr Menschen, genervt von der Überflutung mit "Kaufe dies und kaufe das", mehr und mehr resistent dagegen werden, müssen immer wieder neue, subtilere Wege gefunden werden, seine Produkte optimal und absatzsteigernd zu präsentieren. Am besten funktioniert Werbung dort, wo man sie nicht erwartet oder vermutet. Und wo würde man die taktische Anregung zum Konsum weniger erwarten, als bei der ach so normal wirkenden Nachbarsfamilie?

Als die Familie Jones in ihr neues Heim, eine wahnwitzig große Villa, einzieht, staunen die Nachbarn nicht schlecht. Die Einrichtung ist exquisit, in der Auffahrt stehen mehrere Fahrzeuge der gehobenen Klasse und die vier Mitglieder der "perfekten" Familie schwelgen ebenfalls im Luxus und haben immer das Neuste und Beste, was es auf dem Markt zu kaufen gibt. Schnell werden sie in die Nachbarschaft integriert und schon bald besitzen die meisten dieselben Dinge, wie die Joneses. Zufall? Keineswegs. Immerhin besteht die Familie Jones aus vier Verkaufstalenten, die nur aus einem Grund unter dem Deckmantel der glücklichen Familie zusammengeholt wurden, sie sollen verkaufen, verkaufen, verkaufen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen, ist es für den Filmgenuss der vorliegenden Inszenierung positiv, wenn man bereits von Anfang an weiß, wer oder was die Joneses sind. Somit kann man sich von Beginn an über die geschickten Manöver amüsieren, mit denen die Produkte den "Kunden" schmackhaft gemacht werden. So wird das erste Video vor dem neuen Haus direkt zur Lobpreisung des neuesten Handys genutzt, der Willkommensbesuch der direkten Nachbarn bietet Gelegenheit, das gute Importbier aus dem Kühlschrank zu holen und der Besuch beim Frisör wird zur Akquise potentieller Kundinnen genutzt. Ohne Vorwissen über den wahren Sachverhalt, wird man diese witzigen und überaus amüsanten Details sicherlich weniger deutlich wahrnehmen und sich eher fragen, wieso diese vier Menschen so seltsam erscheinen.

Für die Verkörperung der perfekten Werbefamilie konnte sich Derrick Borte auf erfahrenes Personal verlassen. So sind in den Rollen der Eltern David Duchovny und Demi Moore zu sehen, deren Kinder werden verkörpert von Amber Heard und Ben Hollingsworth. Erwartungsgemäß liefern alle Beteiligten solide Leistungen ab. Demi Moore wirkt äußerst überzeugend in der Rolle der karriereorientierten Marketingchefin, während David Duchovny seinen vor allem anfangs eher unbeholfenen und nach Liebe suchenden Charakter sympathisch verkörpert. Amber Heard ist das wunderschöne Flittchen mit der Vorliebe für ältere Männer, während Ben Hollingsworths Charakter eher ein wenig untergeht und im Gegensatz zu den anderen Beteiligten weniger Präsenz besitzt. Auch die Nachbarschaft hat etwas zu bieten. So sorgt Gary Cole für eher ernstere und nachdenklichere Töne, kommt hierbei aber leider zu wenig zum Zug.

Wobei wir beim größten inhaltlichen Kritikpunkt angelangt sind. Die Geschichte ist innovativ und witzig verpackt, aber leider fehlt in letzter Konsequenz die kritische Auseinandersetzung. Dass das Verhalten und die Lügen der Familie Jones nicht einfach so spurlos und ungesühnt an ihren Mitmenschen vorbeigehen, ist klar. Leider wird dieser ernste Aspekt des Konstrukts erst sehr spät im Film aufgegriffen und gewinnt selbst hier nicht so viel Raum, wie er vielleicht verdient hätte. Die moralische Auseinandersetzung, die es beispielsweise in Die Truman Show, an die die Produktplatzierung manchmal erinnert, gegeben hat, fehlt hier fast gänzlich. Eher wird das innere der Werbefamilie beleuchtet, die sich eigentlich mit ganz normalen Familienproblemen herumschlagen muss, wobei jeder Einzelne auch nur auf der Suche nach persönlichem Glück ist. Dieser Aspekt ist durchaus berechtigt, hebt sich allerdings zu sehr von der eigentlich Sache, nämlich der subtilen Werbung und dem übersteigerten Konsum und deren Folgen, ab. Das ist schade, da man hier noch viel mehr Tiefgang und Moral hätte unterbringen können.

Ein amüsanter Aspekt, der allerdings ebenfalls leider nur eine Randerscheinung bleibt, ist in der Nachbarin Summer Symonds, gespielt von Glenn Headley, manifestiert. Summer ist freiberufliche Kosmetikberaterin (vergleichbar mit einer Avon-Beraterin) und versucht ihre Produkte an die Frau zu bringen. Allerdings wählt sie hierfür natürlich die offensichtliche, anpreisende Methode, im Gegensatz zu Kate, die den lokalen Kosmetikladen unterschwellig für eine neue Produktreihe begeistert. Damit treffen also zwei unterschiedliche Marketingstrategien aufeinander, wobei natürlich nur eine der beiden Parteien vom Treiben der anderen weiß. Leider bleibt auch dieser amüsante Aspekt weitestgehend oberflächlich und kommt lediglich kurz zu Beginn der Story zum Tragen, sowie gegen Ende.

Doch trotz dieser fehlenden Auseinandersetzung und häufig zu oberflächlichen Herangehensweise ist den Machern ein unterhaltsamer Film gelungen, der auf gewisse Weise Clueless und Die Truman Show mischt und auf jeden Fall für einen heiteren DVD-Abend herhalten wird. Wenn das Gezeigte schon nicht genügend Stoff für kontroverse Auseinandersetzung über das Thema Moral in der konsum- und profitorientierten Welt des Marketing liefert, so regt es zumindest dazu an, sich einmal zu überlegen, wie sehr man selbst von Angeboten beeinflusst wird und ob man seine Verhaltensmuster nicht irgendwo im Film wiederfindet.

Kurzkritik

von Kurt Meinicke

Wertung Kurzkritik

71%

Und es gibt sie doch noch: Innovative Ideen für interessante Filme!
The Joneses beinhaltet eine solche Grundidee, aus welcher eine sehr gut gespielte Geschichte resultiert. Werbung und Marktanalysen sind hier die zentralen Themen, welche zeigen wozu der Kapitalismus führen kann, sofern man sich eher lenken lässt, als dass man eigene und vernünftige Entscheidungen trifft.
Zwar werden die dramatischen Aspekte etwas zu schnell abgehandelt (und die Romanze ein wenig zu stark in den Vordergrund gerückt), aber so wird der Zuschauer zumindest dazu gezwungen, sich selbst auf persönlicher Ebene mit dem Thema auseinander zu setzen.
David Duchovny liefert dazu eine gewohnt überzeugende Leistung ab, Demi Moore gibt gekonnt die nach außen hin kühle Geschäftsfrau, während Amber Heard und Ben Hollingsworth eher etwas zu kurz kommen.
Alles in Allem ist The Joneses aber ganz klar eine kleine Perle, welche mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.



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Dt. Start: 29. Aug 2013
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