Regisseur Harvey Glazer - eigentlich in lockeren Highschool-Komödien erfahrener als im Horrorgenre - versucht sich an einem weiblichen Pendant zum begehrten Vampirboy Edward. Die junge, hübsche Danika wird zum Vampir und bringt ihren "Lebensretter", den Sanitäter Jack dazu, ihr immer wieder neues Blut zu besorgen. Was auf den ersten Blick noch ganz witzig klingt, erweist sich hier leider als Desaster, denn weder die Handlung noch die beteiligten Figuren haben Tiefgang und zu lachen gibt es wenig. Stattdessen trägt das Pärchen Beziehungsprobleme aus, als seien sie in einer Daily Soap gelandet. Hier passt nichts zusammen und daher ist man froh, wenn die Quälerei nach nicht mal 90 Minuten ein Ende gefunden hat.
Jack hat nicht gerade einen Traumberuf: Als Rettungssanitäter schlägt er sich zusammen mit seinem Arbeitskollegen Roger jede Nacht um die Ohren, um vor allem Junkies ins Leben zurückzuholen und schlimm zugerichtete Unfallopfer zu versorgen. Da er tagsüber den fehlenden Schlaf nachholt, fallen ihm normale soziale Kontakte schwer: Wenn andere feiern gehen, muss er arbeiten und so kommt es, wie es kommen muss: Seine hübsche Freundin Sherry macht mit ihm Schluss und plötzlich steht er wieder ganz alleine da. Sein Leid klagt er Roger, der mit drei Scheidungen auch nicht gerade wertvolle Tipps zur Liebe und dem richtigen Umgang mit Frauen bieten kann.
Doch eines Nachts verändert sich Jacks Leben schlagartig. Vor seinem Wohnhaus findet er eine junge Frau: Blutüberströmt und völlig allein. Kurzerhand nimmt der Sanitäter sie mit zu sich und kümmert sich um sie. Zunächst erinnert sie sich nicht mal an ihren Namen, geschweige denn was mit ihr passiert ist. Doch dann erholt sie sich langsam und weiß wieder dass ihr Name Danika lautet. Jack und der eingeweihte Roger glauben zunächst, dass die junge Frau drogenabhängig ist und lediglich mit dem kalten Entzug zu kämpfen hat. Doch bald wird Jack klar, dass sich Danikas Verlangen auf etwas ganz anderes richtet als Heroin oder Kokain. Sie ist gebissen worden und mutiert nun zum Vampir, der vor allem eines braucht, um glücklich zu sein: Blut!
Jack will diesem, wenn auch recht ungewöhnlichen Verlangen nachgehen und klaut bei seiner Arbeit Blutkonserven. Doch das ist nichts für Danika: Sie braucht frisches und damit noch warmes Blut. Auch eine streunende Katze, die Jack ihr fängt, kann sie nicht zufrieden stimmen. Was sie wirklich braucht, ist menschliches Blut. Da will Jack natürlich nicht mitspielen, aber ehe er es sich versieht, findet Danika ihr erstes Opfer: Seine Ex-Freundin Sherry will ihre restlichen Sachen aus der Wohnung holen und läuft dem weiblichen Vampir direkt in die Arme. Nun hat Danika im wahrsten Sinne des Wortes Blut geleckt und will mehr, denn ohne fühlt sie sich krank und schwach. Jack ist hin- und hergerissen zwischen der Zuneigung zu Danika sowie dem Wunsch alles für sie zu tun und seinem Gewissen auf der anderen Seite. Kann er einfach zusehen, wie sie Menschen aussaugt? Mehr noch: Ist er in der Lage, ihr diese Menschen zu besorgen und sich damit zum Mitschuldigen zu machen?
Vampirfilme gibt es schon lange wie Sand am Meer. Doch seit der überaus erfolgreichen Verfilmung der Twilight-Romanreihe von Stephenie Meyer, scheinen wie auch immer geartete Filme über sexy Blutsauger und ihre tragischen, schaurig schönen Geschichten aus allen Löchern zu kriechen. Der Regisseur Harvey Glazer sprang ebenfalls auf diesen Zug auf, nachdem er vorher die beiden Highschool-Komödien Kickin' It Old Skool und Party Animals 3 - Willkommen auf der Uni drehte. Seinem Vampir-Film wurde in unseren Gefilden einfach noch das "Zauberwort" angehängt und so wurde aus "Bitten" der Filmtitel Bitten in the Twilight. Um nicht völlig vom Genre abzuweichen, legte Glazer seine Vampirgeschichte als Komödie an und ließ noch eine Prise Sex sowie ein paar Liter Kunstblut miteinfließen. Herausgekommen ist dabei ein absolut unausgewogenes Machwerk, das nicht lustig aber lachhaft ist - das aber den ganzen Filmverlauf hindurch.
Zunächst dient hier kein smarter, blasser Typ a la Robert Pattinson als Anschmachtcharakter, sondern eine sexy, leicht bekleidete Frau. Danika - gespielt von Erica Fox - kommt aus dem Nichts, ist ein Mädchen ohne Vergangenheit und ruiniert Jacks Leben. Der merkt davon erstmal nichts, sondern freut sich über die junge, hübsche Errungenschaft. Immerhin ist der tätowierte Schmalhans mit dem dünnen Oberlippenschnauzer alles andere als ein Womanizer. Zwischen diesen beiden Figuren - die im Verlauf des Filmes keinerlei Kontur oder Charakter gewinnen - entwickelt sich eine groteske Liebesgeschichte. Obwohl die Handlung nur eine Woche umfasst, plagen die Beiden schnell heftige Beziehungsprobleme. Schier endlose Diskussionen ermüden und machen den Film zäh und langweilig. Gleichzeitig sind einem die Figuren total egal, denn einen Zugang zu ihnen findet man eh nicht. Noch nerviger ist Jacks Arbeitskollege Roger, der eigentlich nur vulgären Mist erzählen oder seinen Reizdarm entleeren kann. Was daran witzig sein soll, ist die Frage.
Nun zur Geschichte: Die angebliche Mischung aus Horror und Komödie entpuppt sich schnell als billiger Streifen mit wenig Sinn für Humor, dafür aber viel konfusem Hin und Her zwischen dem "Liebespaar". Wäre die komplette Handlung mit einem Augenzwinkern versehen worden und mehr im Stil von Knallern wie Shaun of the Dead aufgezogen worden, hätte die Grundidee vom liebesblinden, Beute besorgenden Kerl vielleicht noch Biss gehabt, aber so bleibt es ein wahres Trauerspiel. Das Paar schlägt sich immer wieder mit demselben Thema herum: Sie braucht Blut, er will keine Menschenopfer abliefern. Eine Sackgasse, die immer wieder neu beschritten wird. Dazu kommt ein weiterer Problempunkt: Die Musik des Filmes. Die stimmt nämlich absolut nicht, denn wenn Danika und Jack oder auch Jack und Roger miteinander sprechen, beginnt eine Dudelei wie in einer schlechten Seifenoper. Mit einer flotten, spaßigen Horrorkomödie hat das herzlich wenig zu tun. Man bekommt eher das Gefühl, Regisseur Glazer wollte eine Dramatik erzeugen, die völlig fehl am Platz den kompletten Film runterzieht. Die Sexszenen enden so schnell wie sie anfangen und machen den Streifen vielleicht noch für pubertierende Teenies interessant, die für nackte Haut Feuer und Flamme sind, aber ansonsten sind sie reichlich deplatziert.
Es stellt sich einfach die Frage, was der Film sein soll: Eine Komödie? Dafür ist er an den meisten Stellen aber viel zu ernst, diskussionslastig oder zu langweilig. Ein Horrorfilm? Dafür ist er nicht unheimlich oder blutig genug, denn die echten Schockszenen bleiben in dem kargen Appartement des Sanis auf der Strecke. Vielleicht doch ein Liebesfilm im Stil von Twilight - Biss zum Morgengrauen? Das wäre gründlich in die Hose gegangen, denn bei den schlechten schauspielerischen Leistungen und der Story ohne jeglichen Tiefgang können weder Mitgefühl noch großes Interesse aufkommen. Statt des häufigen Diskutierens und Streitens wünscht man sich als Zuschauer schon Erbarmen und hofft, dass Danika endlich zubeißt und dem Ganzen damit ein Ende setzt. Doch erstmal muss man eine dröge Geschichte ertragen, die es nicht einmal schafft, 90 Minuten zu füllen (unter den gegebenen Umständen vielleicht auch besser so) und nicht ansatzweise überzeugt.