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Nach dem Erfolg der Teenie-Slasher Parodie Scary Movie lag es natürlich nahe, das Konzept auf das benachbarte Genre der Teen-Comedy zu übertragen und auch diese Filmchen, die sich vor allem Mitte der 80er und als Quasi-Revival dann wieder Ende der 90er großer Beliebtheit erfreuten, einmal kräftig durch den Kakao zu ziehen. Joel Gallen, Regisseur und Produzent aus dem Hause MTV, der einige der besten Kurzfilme für die MTV Movie Awards kreierte (ich erinnere hier nur mal an Being Tom Cruise mit John Woo, Ben Stiller und natürlich Tom Cruise oder an Sex and the Matrix, den Eröffnungsfilm der 2000er Verleihung) kristalisierte sich schnell als idealer Regisseur für das Projekt mit dem ellenlangen Abreitstitel Ten Things I Hate About Clueless Road Trips When I Can't Hardly Wait to Be Kissed der dann irgendwann in Teen Movie und letztendlich in Nicht noch ein Teenie-Film! geändert wurde. Ideal nicht nur wegen seiner bisherigen Arbeiten und Erfahrungen sondern auch aufgrund von Statements wie "Ich bin ein großer Fan der Teenie-Filme aus den 80ern. John Hughes ist der König - alle seine Filme waren von Anfang bis Ende großartig". Dies lies vermuten, daß Gallen die Vorlagen die er zu parodieren gedachte auch wirklich gut kannte und sie mit Respekt behandeln würde, zwei Dinge die für das Gelingen einer Persiflage meines Erachtens von enormer Wichtigkeit sind.
Zu früh gefreut. Nicht noch ein Teenie-Film! ist bis auf einige wunderbare Momente leider ein Film für die Mülltonne geworden. Die grundlegende, an Eine wie Keine angelehnte Story handelt von der berühmt berüchtigten "Ich kann jedes Mädchen zur Prom Queen machen"-Wette, welche natürlich noch durch zahlreiche Anspielungen auf andere erfolgreiche Genreproduktionen ergänzt wurde, wobei (wenn mir mein Kurzzeitgedächtnis keinen Streich spielt) 10 Dinge, die ich an Dir hasse, Eiskalte Engel und Ich kann's kaum erwarten! am häufigsten zitiert wurden. Chris Evans spielt Freddie Prinze Jr. ("Die beliebte Sportskanone"), Eric Christian Olsen ist als Paul Walker ("Der blonde Angeber") zu sehen und Chyler Leigh gibt eine Mischung aus Rachael Leigh Cook und Julia Stiles ("Das hübsche hässliche Entlein") zum besten. Neben diesen dreien finden sich auch alle anderen gängigen Rollentypen wieder, angefangen von der "Cheerleader Zicke" (Jaime Pressly) über das "gemeinste Mädchen der Schule" (Mia Kirshner als Sarah Michelle Gellar) und den "besessenen besten Freund" (Eric Jungmann als Jon Cryer) bis hin zur "verdeckten Reporterin" (Beverly Polcyn als Drew Barrymore). Diese klare Rollenverteilung gehört mit zu den besten Ideen des ganzen Films, da hier auch echt keine Figur vergessen wurde. Zu dumm nur, daß der Rest des Films zum Großteil aus einer Aneinanderreihung von plumpen Anspielungen und Szenenkopien besteht. Von A wie American Pie bis Z wie... okay soweit haben sie es dann doch nicht gepackt... aber zumindest bis W wie Weird Science ist alles dabei, was dem Durchschnitts-Kinogänger in diesem Genre ein Begriff sein dürfte.
Zwei kleine Details machen diesen Film jedoch absolut unerträglich. Zum einen werden die meisten Gags und Anspielungen so dermaßen ausgereizt, daß sie irgendwann einfach nicht mehr lustig sind. Wenn ein introvertierter Junge mit einer schwarzen Mütze und einem Camcorder in der Hand auf der Leinwand erscheint, weiß doch nun wirklich jeder (sofern er die letzten Jahre nicht hinter dem Mond gelebt hat) daß es sich hier um eine Parodie auf Ricky Fitts handeln soll. Da braucht der Typ keine Plastiktüte neben sich schweben zu haben auf dem auch noch zu allem Überfluß der Schlüsselsatz aus der angedeuteten (wunderschönen) Szene gedruckt ist. Da muß der Typ nicht auch noch "Ich bin nicht gewöhnlich stammeln" und als ob Gallen seine Zuschauer tatsächlich für blöd hält wird dann auch noch der American Beauty-Score eingespielt. Da bleibt der eigentlich Gag nun mal auf der Strecke. Zum anderen (und dies hat diesen Film nun wirklich völlig ruiniert) steht auch bei Nicht noch ein Teenie-Film! der Fäkalhumor als niveauloseste aller Humorvarianten an oberster Stelle. Ich weiß nicht wie lange es dauern wird bis ich Meisterwerke wie The Breakfast Club oder Ferris Bueller's Day Off wieder sehen kann, ohne dabei Bilder von mit Scheiße überschwemmten Klassenzimmern vor Augen zu haben. Allein dafür hasse ich diesen Film ja schon aus tiefstem Herzen.
Hin und wieder finden sich dann auch ein paar nette, subtile Gags wie beispielsweise die Inschrift "Anthony Michael Dining Hall" vor der Cafeteria oder auch der ursprünglich von Ali Larter in Varsity Blues getragene Sahne-Bikini, Gags bei denen man nicht das Gefühl hat, die Pointe gerade mit dem Holzhammer ins Hirn geprügelt zu bekommen. Leider sind diese Szenen eindeutig in der Minderheit. Hätte man zwei zeittotschlagenden Slackern aus der Umgebung den Schlüssel für die nächstgelegene Videothek, einen Zettel mit den wichtigsten Teen-Movie-Titeln und einen Schreibblock nebst Kugelschreiber in die Hand gedrückt, so wären diese eine Woche später sicherlich mit einem Drehbuch zurückgekehrt, welches einen Vergleich mit dem hier zugrundeliegenden Script nicht scheuen müßte. Die Welt der Teen-Movies hätte ein schier unausschöpfliches Potential für eine clevere Parodie des Genres zu bieten gehabt, doch anstatt dieses auch nur ansatzweise in Anspruch zu nehmen, konzentrierte man sich bei Nicht noch ein Teenie-Film! lieber auf Dialoge in denen es darum geht "sich beim Poppen gegenseitig ein Häufchen auf den Bauch zu machen" oder auf abgestandene Behindertenwitze, im festen Glauben daran damit den Nerv der Zeit und den Humor der Jugend zu treffen. Selbst das Potential das in den Cameos steckte wurde nicht genutzt, obwohl das nun wirklich nicht viel Kreativität erfordert hätte. Im großen und ganzen wie gesagt ein Film für die Mülltonne. |