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Briefe an Julia

(Letters to Juliet, 2010)

Durchschnittliche Redaktionswertung

41%



Inhalt

Während eines Italienurlaubs trifft die junge Sophie in Verona, Schauplatz von Shakespeares "Romeo und Julia", auf "Julias Sekretärinnen", eine Gruppe von Freiwilligen, die von Menschen aus aller Welt in Liebesfragen an die fiktive Julia adressierte Briefe beantworten. Als die junge Sophie einen solchen 50 Jahre alten Brief beantwortet, inspiriert sie die Verfasserin, sich in der Toskana auf die Suche nach ihrer lang verschollenen Liebe zu begeben.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

41%

In Verona schmachtete einst Romeo seine Julia an, die auf einem Balkon seinen Liebesschwüren lauschte. Seither ist es Tradition bei unglücklich Verliebten, sich Julia mit einem Brief anzuvertrauen, den sie in das Mauerwerk unter besagtem Balkon deponieren. Die Amerikanerin Sophia findet eines Tages einen Brief, der seit einem halben Jahrhundert dort schlummert und beantwortet ihn. Damit beginnt eine kleine Liebesodyssee für eine Dame, die damit nicht mehr rechnete und auch in Sophias Herzensangelegenheiten wird sich einiges tun. Romantikschnulze aus Übersee, nicht ohne Charme, aber völlig vorhersehbar und eindeutig zu viel heile Welt.

Bild aus Briefe an Julia Sommer, Sonnenschein und die Hormone tanzen Polka. Befindet man sich zufälligerweise noch in der Hauptstadt der Liebenden, wird man von der romantischen Stimmung einfach mitgerissen. Allerdings ist nicht Venedig gemeint, auch wenn Italien schon mal grob richtig ist: Verona nimmt im Herzen aller Liebenden einen ganz zentralen Platz ein. Abertausende pilgern dort jedes Jahr an das Gemäuer unter einem ganz bestimmten Balkon. Dort, wo in William Shakespeares Drama Romeo und Julia einstmals Romeo seiner Angebeteten sinnliche Liebeslyrik zelebrierte.

In dem Mauerwerk unter dem Balkon hinterlassen die unglücklich Verliebten Briefe an die literarische Julia mit ihren Wünschen, Träumen und Hoffnungen. Eines Tages findet die junge Amerikanerin Sophie (Amanda Seyfried), die gerade in Verona gastiert, zufällig einen sehr alten Brief. Er ist aus dem Jahr 1957. Eine gewisse Claire (Vanessa Redgrave) hat ihn dort vor über 50 Jahren deponiert; damals wendete sich Claire an Julia um Rat bittend, als sie beschloss, nicht ihrem Herzen zu folgen und den Mann, in den sie unsterblich verliebt war, verließ. Sophie hat sofort das Gefühl, ihr antworten zu müssen, obwohl sie überhaupt nicht weiß, wer diese Frau eigentlich ist und ob sie überhaupt noch existiert.

Das Wunder geschieht: Claire ist von der späten Antwort tief berührt und möchte die Schreiberin kennen lernen. Dumm nur, dass zufälligerweise ihr erwachsener Enkel Charlie (Christopher Egan) gerade bei ihr zu Besuch ist und sie nach Verona begleitet. Der ist alles andere als davon angetan und hält das alles für einen schlechten Scherz. Doch Claire und Sophie schmieden Pläne: Warum nicht 50 Jahre später dem Ruf des Herzens folgen und versuchen, Lorenzo Bartolini, den Mann den Claire seinerzeit verließ, ausfindig zu machen. Und Sophie möchte Claire bei der Suche nicht nur unterstützen, sondern auch begleiten. Sie würde gerne eines Tages als Journalistin arbeiten und mit solch einer Story, könnte ihr der Durchbruch gelingen. Mit von der Partie ist auch Charlie, der von dieser Idee zwar überhaupt nicht begeistert ist, aber dennoch für die Damen den Chauffeur macht. Auf der Reise begegnen den Dreien nicht nur reichlich (schräge) Lorenzos, sondern Sophie und Charlie, die sich anfänglich gar nicht grün waren, kommen sich ebenfalls allmählich näher - aber solche Dinge sind nie ganz unkompliziert.

Diese spätsommerliche, locker leichte Romantikkomödie ist scheinbar genau das, was in diese Jahreszeit gehört, bevor der Herbstblues wieder zuschlägt. Mit Amanda Seyfried, dem Liebchen aus Mamma Mia!, ist solch ein Streifen auch vermeintlich optimal besetzt. Die erst 25-jährige Aktriss gehört zu den gehyptesten Jungdarstellern in Hollywood und dreht derzeit einen Film nach dem anderen. Zuletzt war sie in Chloe, in dem sie außer der Reihe mal einen fiesen Charakter mimen durfte und in der Nicholas-Sparks-Adaption Das Leuchten der Stille zu sehen. Seyfried scheint der Typ naiv-unschuldige Kindfrau zu sein, der in Übersee nicht nur überaus beliebt ist, sondern auch immer wieder gesucht wird. Durch den Rückzug von Darstellerinnen wie Meg Ryan ist dort eine deutliche Lücke entstanden und Jennifer Aniston, die inzwischen auch schon satte 40 ist, wird solche Rollen ebenfalls nicht mehr ewig spielen können.

Nebst Schnuckelchen Seyfried, die Männerherzen schneller schlagen lässt, lebt Briefe an Julia aber vor allem von Grand Dame Vanessa Redgrave, die dem ganzen ein wenig Würde und melancholischen Tiefgang verleiht. Es ist die Geschichte um die verpasste und zugleich zweite Chance, die im Leben womöglich noch einmal kommt - wenn man nur die Augen offen hält und bereit ist, noch einmal glauben zu wollen und etwas zu riskieren. Ein Appell an alle Romeos und Julias, ihren Herzen zu folgen, gleichwohl wie alt sie sein mögen. Da aber mit der späten Liebe einer gereiften Dame um die 70 nicht unbedingt die Kinosäle zu füllen sind, brauchte man ein juveniles Zugpferdchen, an dem sich ergötzt werden darf - und so gibt es gleich zwei Lovestorys zum Preis von einer.

Im Grunde ist Briefe an Julia schnulziger Romantikkitsch, gepaart mit Roadmovie-Elementen und einer sehr soften Dramaseite; der Streifen ist beschwingt gefilmt, hat zuweilen Witz und besitzt auch vordergründigen Charme. Darüber hinaus beschert er Impressionen aus dem schönen Italien, allerdings wurde es mit der Farbsättigung mehr als gut gemeint und mit dem Weichzeichner auch nicht gerade gegeizt. Die Handlung besitzt zudem weder Ecken und Kanten noch wirklich überraschende Momente. Alle Hürden, die alibihaft in den Weg gelegt werden, damit das Ganze nicht allzu sehr auf Hochglanz poliert ausschaut, vermögen kaum ernstlich den Rhythmus der Liebeleien zu stören. An einigen Stellen wurden dabei durchaus Chancen verpasst, aus der reinen Liebesschnulze eine Geschichte zu machen, die wirklich aus dem Leben entnommen sein könnte. Etwas weniger finale Telenovela-Perfektion und Handlungsstränge, die einiges unausgesprochen lassen und der Film hätte sich womöglich aus den seifigen Niederungen malerischer Magazinrealitäten erheben können.

Keine weitere Wertung


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