Die Erwartungen, die viele Komödien der letzten Zeit bei weitem nicht erfüllen konnten, übertreffen Die etwas anderen Cops bereits in den ersten zehn Minuten. Hier wird ein wahres Feuerwerk an Absurditäten und Übertreibungen abgefackelt, was die Lachmuskeln sofort auf Betriebstemperatur bringt. Auch im weiteren Verlauf weiß die Cop-Komödie zu unterhalten und zu gefallen. Damit erfüllt der Streifen eigentlich alles, was man sich von einer schrägen Komödie erwartet und bildet einen guten Ausgleich zu all den versauten Pointen anderer Filme.
Ein guter Start bei einem Film ist oft schon die halbe Miete. Gerade bei Komödien ist es extrem wichtig, den Zuschauer in die richtige Stimmung für das Folgende zu versetzen und wie könnte man das besser, als mit einem furiosen Auftakt. Diesen bekommt man bei Die etwas anderen Cops definitiv geliefert. Was Dwayne Johnson, der bereits reichlich Filmerfahrung gesammelt hat, und Samuel L. Jackson, von dem man spätestens seit Snakes on a Plane weiß, dass er für jeden Spaß zu haben ist, allein in den ersten Minuten abliefern, versetzt das Publikum bereits in äußerst gute Laune und teilweise sogar Lachkrämpfe. Was bei vielen Filmen zu aufgesetzt und erzwungen wirkt und damit die Stimmung trübt, wird hier absolut richtig gemacht und schafft die schmale Gratwanderung zwischen humorvoller Übertreibung und "zu viel des Guten".
Trotz des Auftaktes hätte aber natürlich noch einiges Schief gehen können. Doch dank einer hervorragenden Performance von Mark Wahlberg und Will Ferrell, die als die etwas anderen Cops die eigentlichen Hauptrollen darstellen, flaut das gute Gefühl nicht ab, sondern wird durch die skurrilen Charaktere über weite Strecken gestützt. Adam McKay versteht es recht geschickt, das Gag-Niveau hoch zu halten und seine Figuren dennoch mit Tiefe zu füllen. Dabei macht er nie den Fehler, zu versuchen, dem ganzen einen ernsten Ton zu verpassen, sondern bleibt der Linie der Parodie treu. Das macht den ganzen Film äußerst stimmig und die Figuren, trotz ihrer Schrägheit und Macken, irgendwie sympathisch und nachvollziehbar.
Dabei stechen Mark Wahlberg, der den frustrierten Loser-Cop Terry Hoitz spielt, und Will Ferrell, der als Schreibtischhengst und naiver Trottel Allen Gamble den Gegenpart übernimmt, natürlich hervor, doch auch einige Nebenfiguren können sich positiv ins Rampenlicht stellen. Vor allem Michael Keaton in der Rolle des Captain ist in jeder Szene, in der er auftaucht, präsent und immer für einen Lacher gut. Auch Eva Mendes, die als Ehefrau von Allen all ihre Reize zeigen darf (das wird vor allem das männliche Publikum freuen), passt sich in das Gesamtkonstrukt ein und trägt ihren Teil zur Geschichte bei.
Eine kleine Moral neben all der Komödie kann sich natürlich auch dieser Film nicht verkneifen und das allgegenwärtige Thema der "Finanzkrise" und gierigen Managern geht an dieser Story nicht spurlos vorbei. Glücklicherweise hat man es geschafft, diesen ernsten Unterton über die gesamte Länge des Films so unterschwellig zu halten, dass er zu keinem Zeitpunkt stört oder negativ auffällt. Erst der Abspann, den man komplett abwarten sollte, bringt abschließend ein bisschen Ernsthaftigkeit in die Geschichte. Das hätte es zwar nicht unbedingt gebraucht, ist aber auch nicht sonderlich störend.
Leider kommt auch diese Komödie nicht um kleinere Längen gegen Ende des Films herum, doch ist der Gesamteindruck derart positiv und erheiternd, dass man darüber problemlos hinwegsehen kann. Vielmehr genießt man die vielen kleinen Anspielungen und Seitenhiebe und kann sich für knapp zwei Stunden köstlich unterhalten lassen.