Ramona ist ein kleiner Wirbelwind, der aus den Kinderbüchern von Beverly Cleary nun über die Kinoleinwände fegt. Dabei erlebt sie allerlei Missgeschicke und heckt einen Plan nach dem anderen aus. Das bringt Spaß beim Zusehen und fesselt über die gesamte Laufzeit. Zusätzlich ist Schwesterherzen kein reiner Kinderfilm, sondern hat mal wieder was für die ganze Familie zu bieten.
Häufig hat man als Erwachsener das Problem, dass Filme mit und für Kinder einfach nur langweilig und dämlich sind. Dies ist immer genau dann der Fall, wenn die Macher sich zu sehr auf die Kinderebene beschränken und Erwachsene komplett außen vor lassen. Aktuellstes Negativbeispiel ist hier wohl Konferenz der Tiere, der für ein ernsthaft denkendes Publikum einfach nur eine Qual ist. Zum Glück gibt es immer wieder kindergerechte Filme, die auch für Eltern und größere Geschwister etwas zu bieten haben. Paradebeispiel dafür sind die Zeichentrickfilme von Disney oder auch die Animationsfilme von Pixar, die man sich auch als erwachsen gewordenes Kind gerne ansieht.
Schwesterherzen beginnt als ziemlich kindlicher Film, in dem Ramona mit ihrer übermäßigen Phantasie die Hauptrolle spielt. Wenn sie im Pausenhof an den Ringen klettert, dann sieht sie unter sich nicht etwa den Schulhofboden. Nein, sie hängt über einer tiefen Schlucht und muss sich irgendwie auf die andere Seite retten. Doch vom Pausengong wieder in die Realität zurückgeholt, ist Ramona eine Grundschülerin wie alle anderen auch. Mit der Ausnahme, dass sie etwas Besonderes ist. Manchmal besonders tollpatschig und ungeschickt, meist aber besonders liebenswert und hilfsbereit.
Ramona lebt natürlich nicht alleine. Mit ihr unter einem Dach wohnen noch ihre große Schwester Beezus, die eigentlich Beatrix heißt, ihre Mutter, ihr Vater, das Baby Roberta und außerdem noch der Hauskater Picky Picky. Zudem wären da noch Tante Bea, die häufiger zu Besuch kommt und als "ebenfalls kleine Schwester" eine wichtige Ansprechperson für Ramona ist. So entspinnt sich eine rührende Geschichte um Familienschicksale, alte und neue Liebe und eine ganze Menge dummer Missgeschicke.
Mit diesen verschiedenen Charakteren schafft es der Film, nachdem er für Erwachsene etwas schwach gestartet ist, eine Ebene und Balance zu finden, mit der wohl alle glücklich sein dürften. Zwar sind die sporadischen Phantasieeinblendungen, wenn Ramona sich irgendetwas vorstellt, manchmal nervig, doch sie stören im Gesamtkonstrukt nicht nennenswert.
Die gute Unterhaltung hat man auch den sympathischen Schauspielern zu verdanken, die wunderbar miteinander harmonieren. Besonders zu beachten ist hier natürlich Joey King, die die kleine Ramona verkörpert. Trotz ihres zarten Alters kann sie bereits auf einiges an filmischer Erfahrung zurückblicken und das merkt man auch in ihrer Rolle als Ramona, die sie locker und schelmisch präsentiert.
Mit Schwesterherzen gelang Elizabeth Allen, die damit ihren zweiten abendfüllenden Kinofilm präsentiert, eine sympathische Familienkomödie, an der jung und alt sich erfreuen kann. Sie verzichtet dabei zwar nicht auf den nötigen Kitsch, hält das ganze aber dennoch in einem angenehmen Rahmen, der noch Spaß macht. Eigentlich genau das richtige für einen netten Familien-Kino-Besuch!