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Der Plan

(The Adjustment Bureau, 2010)

Dt.Start: 10. März 2011 Premiere: 30. Juli 2010 (UK)
FSK: ab 12 Genre: Romanze
Länge: 109 min Land: USA
Darsteller: Matt Damon (David Norris), Emily Blunt (Elise Sellas), Anthony Mackie, Shohreh Aghdashloo, Michael Kelly, Shane McRae, John Slattery, Daniel Dae Kim, Terence Stamp, Anthony Ruivivar, Purva Bedi
Regie: George Nolfi
Drehbuch: George Nolfi, Philip K. Dick


Inhalt

Der ehemalige College-Basketballer David Norris ist charismatisch, vertrauenswürdig, intelligent - und damit wie geschaffen für eine Karriere als Kongressabgeordneter. Doch als David die Ballerina Elise kennen lernt und sich in sie verliebt, bekommt sein Leben einen Knacks. Geheimnisvolle, verborgene Kräfte scheinen einen Keil zwischen die Liebenden treiben zu wollen. David ist alarmiert und versucht das Rätsel zu lösen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Der Plan hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 76%
Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 85 für Der Plan

Basierend auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick lebt Der Plan zu Beginn von seiner tollen Idee, die von der ersten Minute an Hochspannung erzeugen kann. Der zweite wichtige Punkt für das Gelingen von George Nolfis Werk ist die absolut fantastische Chemie der beiden Hauptdarsteller. Selten hat man einem verliebten Pärchen ihre Gefühle so abgenommen wie Damon und Blunt in diesem Werk und umso mehr fiebert der Zuschauer natürlich mit den Beiden mit. Schön auch dass dem Publikum nicht allzu viel über die Hintergründe der Hutträger erklärt wird und das Ganze ein mitreißendes Finale erfahren darf. Hinzu kommt noch der wohl storybedingt emotionalste Filmkuss der letzten Jahre und fertig ist ein nahezu perfekter, emotionaler Mysterythriller.

Kurzkritik
von Matthias Pasler
Wertung von 83 für Der Plan

Philip K. Dick scheint Hollywoods Vorlagenlieferant Nr. 1 zu bleiben. Vom klassischen Meisterwerk Blade Runner bis zur John-Woo-Banalität Paycheck - Die Abrechnung ist dabei jede der Adaptionen ganz von ihrer Zeit und ihrem Regisseur geprägt. So spürt man bei dieser neuesten Verfilmung ganz klar die Einflüsse von Inception, wobei Der Plan aber vor allem eines ist: eine Liebesgeschichte. Zu deren Gunsten werden die Sci-Fi-Elemente sehr begrenzt eingesetzt und die Figuren stehen im Mittelpunkt. Eine bessere Entscheidung hätte George Nolfi (Autor von u. a. Ocean's 12) für sein Regiedebüt auch nicht treffen können, denn er ist mit zwei Hauptdarstellern gesegnet, deren Chemie allein den Film trägt. Emily Blunt (Der Teufel trägt Prada) und Matt Damon (Das Bourne Ultimatum) agieren in ihren Flirt- und Liebesmomenten nicht nur natürlich und glaubwürdig, sondern auch ganz einfach bezaubernd. Um sie herum gibt es sicher auch die eine oder andere Schwäche, doch die verzeiht man dem Film liebend gern.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Der Plan hat eine Wertung von 60%
Wie oft bei Filmen, die sich um Parallelwelten drehen, scheint alles in bester Ordnung, bis jemandem offenbar wird, dass mit der Welt, wie wir sie kennen, etwas nicht stimmt. Der angehende Senator David Norris stolpert, während er versucht, seine Herzensdame zu erobern, über eine kaum vorstellbare Wahrheit. Das Schicksal existiert, doch anders als man zu hoffen wagte. Der Plan ist eine Mischung aus Romanze und mehrdimensionalem Verwirrspiel, in dem das Virtual-Reality-Thema in die echte Realität befördert und mit einem pseudoreligiösen Unterbau versehen wurde. Das reicht aus für oberflächliche Bespaßung, als eigenständige Vision fehlt dem Film aber die komplexe wie schlüssige Mythologie.

Bild aus Der Plan Was bedeutet Schicksal? Wie viel ist vorbestimmt? Und was hat dann die viel gerühmte Willensfreiheit noch für eine Bedeutung? Manchmal scheinen wir die Kontrolle, die Zügel des eigenen Lebens, fest in unseren Händen zu halten. Wie die sicheren Sieger blicken wir nach vorn, es ist kaum vorstellbar, dass da noch etwas passieren könnte, welches alles verändert. Das dachte auch David Norris (Matt Damon), der als aufkommender Politstar mit juvenilem, Kennedy-haften Charme als Senator im US-Bundesstaat New York kandidierte. Er lag mit solch deutlichem Vorsprung vor seinem Kontrahenten in der Wählergunst vorne, dass nur noch ein erdbebengleiches Ereignis dies zunichtemachen konnte.

Die Jugendsünde aus College-Zeiten, als er mit entblößtem Hintern abgelichtet wurde, reichte aber, aus dem sicheren Sieger einen geknickten Verlierer zu machen. Doch auch ein Verlierer muss sich der Öffentlichkeit und seinen treuen Wählern stellen. In den fünf Minuten, in denen er sich an den einzigen Ort zurückzieht, an dem er glaubt wirklich alleine zu sein, der Herrentoilette, begegnet ihm die zugleich verwirrende wie bezaubernde Elise (Emily Blunt). Es ist nur ein kurzer flüchtiger Moment, ein paar Worte, ein Flirt und ein Kuss, doch David verliert in diesem Augenblick für immer sein Herz und entscheidet sich zugleich, in vier Jahren erneut für den Senat zu kandidieren. Gerne hätte David Elise festgehalten, doch er muss raus, seine Rede halten, und Elise ist flugs entschwunden.

Jahre später, kurz vor den erneuten Senator-Wahlen, begegnet ihm Elise per Zufall wieder. Das Schicksal scheint die beiden erneut zusammenbringen zu wollen. Und David würde nur zu gerne etwas Dauerhaftes daraus machen, doch es scheint eine höhere Macht zu existieren, die gleich einer Verschwörung dieses zu verhindern sucht. Der Plan, dessen geistiger Vater der berühmte Science-Fiction-Schriftsteller Philip K. Dick ist, aus dessen Feder auch die literarischen Vorlagen zu beispielsweise Blade Runner oder Minority Report stammen, gehört zu diesen merkwürdig fragilen Filmen, bei denen schon ein Wort zu viel, den Zuschauer um den ganzen Spaß bringen kann.

Wie es bei den Geschichten von Dick immer wieder üblich ist, geht es wieder mal um die Auflösung der Realität wie sie uns geläufig ist. Erzählerisch bleibt die Handlung des Films stets nah beim Protagonisten, ohne aber mit ihm wie mit einem Ich-Erzähler zu verschmelzen. Schritt für Schritt erlebt man, wie sich dessen Welt demontiert und sich ganz neue Wahrheiten hinter bislang unsichtbaren Türen offenbaren. Dass der Film dabei zuweilen wie ein Potpourri aus Anleihen aussieht, braucht nicht verwundern. Wie in einem endlosen Deja-vu reihen sich Motive aus Filmen wie Matrix, Dark City und Butterfly Effect aneinander. Das muss nicht unbedingt Schlechtes versprechen. Auch bei Inception oder Tron Legacy vermeinte man vieles zu sehen, was andere Genreklassiker in der einen oder anderen Form bereits vorweg genommen hatten.

Leider gelingt es den Machern von Der Plan aber daraus keine größere, eigenständige Vision zu kreieren. Zwar gibt es durchaus interessante Wendungen und überraschende Momente, doch viel zu oft plätschert dieses Verwirrspiel um Parallelwelten - samt seiner transzedenten wie religiösen Bezüge - nivelliert dahin und sorgt bestenfalls phasenweise für süffisante Unterhaltung. Im Kern ohnehin nicht mehr als eine aufgepeppte Romanze, die glücklicherweise erfreulich frisch und unverbraucht wirkt, was mit Sicherheit Emily Blunt geschuldet ist, gelingt es dem Streifen sich somit ein wenig über solchen Scifi-Schnulzen wie Die Frau des Zeitreisenden zu platzieren. Eine wertvolle "Botschaft", könnte sich aber bei der Meisterung des (eigenen) Lebens durchaus als hilfreich erweisen: Aufgepasst! Es könnte sein, dass der Himmel eine Menge Korinthenkacker beherbergt, die über den Tellerrand ihrer Paragraphen und Verordnungen kaum hinaus schauen können.



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