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Blood Creek

(Town Creek, 2008)

Durchschnittliche Redaktionswertung

52%



Inhalt

Nach zwei Jahren taucht Evans todgeglaubter Bruder Victor wie aus dem Nichts wieder auf. Verzweifelt und traumatisiert erzählt er Evan von einer okkulten Familie, die ihn gefangen gehalten und brutal gequält hat. Narben an seinem Körper sind die traurigen Zeugnisse seiner Tortur und so beschließen die beiden, Rache zu üben. Schwer bewaffnet machen sie sich auf den Weg zum Ort des Grauens, einem abgelegenen Landgut. Dort angekommen, finden sie schnell heraus, dass die Bauernfamilie nicht die größte Bedrohung darstellt. Die Gefahr befindet sich im Keller des Anwesens, in dem das Böse schon seit der Zeit der Nazis haust.

Kritik

von Kurt Meinicke

Wertung Kritik

52%

Nachdem er mit Number 23 bereits einen Schritt in diese Richtung getan hatte, ist Regisseur Joel Schumacher nun offenbar im Horror-Genre angekommen. Sein neuestes Werk heißt Blood Creek und beinhaltet den Kampf eines Bruderpaars gegen einen übermächtigen und aus dem Dritten Reich stammenden Gegner. Leider verlässt er sich aber zu sehr auf den visuellen Stil und die blutigen Effekte, weswegen Handlung und leider auch Spannung etwas auf der Strecke bleiben. Herausgekommen ist ein Film, der eigentlich sehr viel mehr hätte sein können.

Bild aus Blood Creek Ein paar Dinge gibt es in Blood Creek sicherlich nicht zu sehen: Enge Latex-Anzüge mit Brustwarzen und ein Übermaß an kitschigen Farben. Wieder einmal bestätigt Joel Schumacher somit, dass er seine Batman Forever- und Batman & Robin-Zeiten definitiv hinter sich gelassen hat und nun schon seit mehr als zehn Jahren keinen knall-bunten und unter vielen Aspekten kaum erträglichen Film mehr abgeliefert hat. Allerdings waren aber auch kaum Meisterwerke mit dabei, weswegen er nun zwischendurch auch mal am Steuer eines B-Movies anzutreffen ist. Blood Creek ist ein solcher Film, der von Lionsgate nicht unbedingt die vorteilhafteste Behandlung erhielt und bei uns direkt auf DVD erschienen ist. Ob diese Handlungsweise gerechtfertigt ist, werden wir nun sehen.

Es ist 1936 und die in Town Creek, West Virginia lebende Deutsche Familie Wollner willigt des Geldes wegen ein, den Professor Richard Wirth (kaum zu erkennen: Michael Fassbender - Eden Lake, Inglourious Basterds) bei sich aufzunehmen. Dieser soll im Auftrag der Nazis einen sich unter der Farm der Wollners befindenden Runenstein untersuchen, denn in den Inschriften dieser Steine soll das Geheimnis zum ewigen Leben verborgen sein. Gut siebzig Jahre später wird Evan Marshall (Henry Cavill - Der Sternwanderer) von seinem tot-geglaubten Bruder Victor (Dominic Purcell - Equilibrium, Mission: Impossible 2) aufgesucht. Victor war zwei Jahre lang verschwunden und nun soll Evan ihm helfen, Rache an den für seine Abwesenheit Verantwortlichen zu nehmen. Kaum an der Farm der Übeltäter angekommen, soll sich allerdings schon bald herausstellen dass die Gefahr viel größer ist, als bisher angenommen: Richard Wirth ist noch immer am Leben und steht kurz davor, das große Ziel seiner Experimente zu erreichen! Die einzige Chance, dies zu verhindern, liegt bald in der seit Jahrzehnten siebzehn-jährigen Liese Wollner (Emma Booth), welche die Schwächen von Wirth zu kennen scheint.

Uninteressant ist diese Handlung nicht und sie bietet viel Raum für einen mitreißenden Ausbau. Doch leider begnügt sich Drehbuchautor David Kajganich (Invasion) mit einem sehr knochigen Gerüst und fügt nicht viel Greifbares hinzu. So ist es beispielsweise nur schwer nachvollziehbar, wie Evan scheinbar problemlos innerhalb von Sekunden beschließt, seinen plötzlich wieder auftauchenden Bruder bei dessen Racheplänen zu unterstützen. Auch diverse Kehrtwendungen im Verhalten anderer Figuren machen einen befremdlichen Eindruck, und wer kurz nicht aufpasst, könnte sogar wichtige, für die Auflösung unverzichtbare, Informationen verpassen, da diese sehr beiläufig in den stets düsteren Raum geworfen werden. Zwar ist der gesamte Film in passend farbarme Grau- und Brauntöne getaucht, doch aufgrund der fehlenden Tiefe will einfach keinerlei Spannung aufkommen, was wiederum das Entstehen einer gruseligen Horrorfilm-Atmosphäre verhindert. Zwar können auf der anderen Seite die Darsteller und die Effekte vollkommen überzeugen und mehrere Szenen sind sogar sehr innovativ, doch mehr als guter Durchschnitt kommt dabei letzten Endes doch nicht heraus.

Wie gesagt, überzeugen die Darsteller hier durchs Band. Nur schade, dass man ihnen nicht mehr zum Arbeiten gegeben hat! Dieser Vorwurf geht zwar klar an den Autor, doch auch Joel Schumacher hätte einsehen müssen, dass man sich nicht ausschließlich auf den Look eines Filmes verlassen darf, denn düstere Bilder lösen beim Zuschauer noch lange kein Horrorgefühl aus. Zum Glück gibt es aber dennoch diverse gute Ideen, welche visuell gut umgesetzt wurden und diesen Film für Fans des Genres doch noch sehenswert machen.

Blood Creek wird kaum irgendjemanden vom Hocker reißen (mit Ausnahme einzelner Szenen vielleicht), doch als solide produzierter und gespielter Film lässt er dennoch sehr viele Genre-Kollegen problemlos hinter sich. Abgesehen davon war es aber wohl keine falsche Entscheidung von Lionsgate, den Film bei uns nicht in die Kinos zu bringen: Auf dem DVD-Markt ist dieser blutige und düstere - aber leider nur marginal spannende - Film sicherlich besser aufgehoben.

Keine weitere Wertung


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