Morgen Freeman, Christopher Walken und William H. Macy wollen als abgehalfterte Museumswärter durch einen Einbruch ihre geliebten Kunstwerke vor dem Verkauf retten. Was durchaus Potential zu einer gelungenen Komödie hat, verläuft sich aufgrund des schwachen und witzlosen Drehbuchs schnell im Sande. Einzig der spielfreudige Walken, sowie die gelungene Eröffnungssequenz können den Zuschauer halbwegs bei Laune halten.
Spätestens seit Steven Soderbergh mit seinem starbesetzten Ocean's Eleven einen waschechten Hit abliefern konnte, sind amüsante Heistmovies wieder kassentauglich geworden. Peter Hewitt jedoch ging mit seiner Gaunerkomödie einen etwas anderen weg und ließ wie in Safecrackers oder Diebe haben's schwer eher unbeholfene Kleinkrimelle den großen Coup verüben und hat dabei mit William H. Macy auch gleichzeitig den selben Hauptdarsteller für sein starbesetztes Ensemble gewinnen können.
Sie sorgen für die Sicherheit in einem Museum - die Rede ist von drei Wachmännern, die sich bei ihrem Job in ihre Gemälde und Statuen verliebt haben. Als nun der neue Museumsdirektor ihre Lieblingsstücke nach Kopenhagen verkauft, um Platz für eine neue Ausstellung zu machen, beschließen die abgehalfterten Männer den Coup ihres Lebens: Bevor die Meisterwerke verschifft werden, sollen sie gegen Duplikate ausgetauscht werden. Doch wie soll das funktionieren, wenn man von Einbruch keinerlei Ahnung hat?
Es ist mal wieder die übliche Geschichte um eine kleine Gruppe Einbrecher, die eigentlich nicht das Geringste drauf haben und nun den großen Bruch verüben wollen. In diesem Falle geht es um abgehalfterte Wachmänner, bei denen gerade ein Mitglied etwas Erfahrung bei der Marine vorweisen kann. Dass das Ganze natürlich genug Material für eine amüsante Komödie liefern sollte, dürfte klar sein. Umso erstaunlicher ist es jedoch, dass es dem Drehbuchautor Michael LeSieur zu keinem Zeitpunkt gelang, den Zuschauer zu unterhalten. So plätschert die Geschichte nahezu ereignis- und ziellos vor sich hin und außer einigen aufgesetzten Konflikten und erzwungenen Lachern hat die Geschichte leider nichts zu bieten was den Zuschauer einigermaßen vom Hocker reißen könnte.
Dabei fing das Ganze ja durchaus amüsant an, als Christopher Walken sich in einer Traumsequenz gegen eine Vielzahl von Einbrechern erwehren muss und diese in bester John McClane Manier das Zeitliche segnen lässt. Dumm nur, dass Regisseur Hewitt da schon sein gesamtes Pulver verschossen hat, denn mit Ausnahme dieser Szene herrscht komplette Einfallslosigkeit: Die Sets wirken künstlich, eine besondere Atmosphäre will zu keinem Zeitpunkt aufkommen und weitere kreative Einfälle lässt Bruchreif gänzlich vermissen.
Dass sich für ein solch schwaches Drehbuch ein Ensemble um Christopher Walken, Morgan Freeman, William H. Macy und Marcia Gay Harden finden konnte, ist schon unglaublich. Dennoch kann allein ihre Anwesenheit den Film vor den tieferen Wertungsregionen retten. Während Morgen Freeman zum Stichwortgeber degradiert wurde und man ihn lange nicht so blass und unterfordert gesehen hat, darf Christopher Walken mit seiner gewohnt unnachahmlichen Art und Weise chargieren. Damit spielt er in seiner kindlichen und gleichzeitig verschrobenen Art nahezu alle an die Wand, so dass selbst Macy mit seiner durchaus gelungenen Leistung als strenger Ex-Marine mit Hang zum Exhibitionismus kaum eine Chance gegen ihn hat.
Würden sich in diesem Film nicht so viele bekannte Namen befinden, würde man ihm sicherlich nur wenig Beachtung schenken. So bekommt Bruchreif nun ein DVD-/Blu-ray-Release in Deutschland, bei dem man sich nach Sichtung vor allen Dingen fragt, warum sich gestandene Mimen für ein solch liebloses Werk hergegeben haben, denn außer der Eröffnungsszene und dem herrlich chargierenden Christopher Walken hat der Film nur wenig zu bieten, was den Zuschauer über 90 Minuten bei der Stange halten könnte.