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Accattone - Wer nie sein Brot mit Tränen aß(Accattone, 1961)
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18. Juni 1963 DVD: 29. Januar 2007
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Premiere: |
31. August 1961 (Venice Film Festival, Italien) |
| FSK: |
ab 18
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
115 min
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Land: |
Italien |
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Darsteller:
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Franco Citti (Vittorio "Accattone" Cataldi), Franca Pasut (Stella), Silvana Corsini (Maddalena), Paola Guidi (Ascenza), Adriana Asti (Amore), Luciano Conti (Il Moicano), Luciano Gonini (Piede D'Oro), Renato Capogna (Renato), Alfredo Leggi (Papo Hirmedo), Galeazzo Riccardi (Cipolla), Leonardo Muraglia (Mammoletto), Giuseppe Ristagno (Peppe), Mario Cipriani (Balilla), Roberto Scaringella (Cartagine) |
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Regie:
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Pier Paolo Pasolini |
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Drehbuch:
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Pier Paolo Pasolini |
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 Inhalt
Der junge Vittorio, von allen Accattone genannt, ist in einem Armenviertel Roms aufgewachsen, doch inzwischen ist er Ehemann und Familienvater. Als seine Frau ihn jedoch mitsamt dem Sohn verlässt, schlägt er sich mit Diebstahl und Zuhälterei durch. Als dann auch noch seine einzige Hure Maddalena, mit der er zusammen lebte, verhaftet wird und ihm seine Ex-Frau jede Hilfe verwehrt, weiß er nicht mehr weiter. Erst die Liebe zu der schönen Stella gibt ihm Antrieb, sein Leben in den Griff zu bekommen. |  |
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Kritik
von Markus Müller
Pier Paolo Pasolinis Erstling ist eine kunstvoll inszenierte Milieustudie, die durch Authentizität und eine durchweg stimmige Inszenierung überzeugt. Dabei profitiert dieses große Werk des italienischen Films besonders von den Darstellern, die allesamt Laien aus der thematisierten römischen Trabantenstadt sind. Besonders positiv fällt dabei Hauptdarsteller Franco Citti auf, der sich als Idealbesetzung erweist.
Der erste Spielfilm des seinerzeit spontan zum Skandalregisseur ernannten italienischen Regisseurs Pier Paolo Pasolini (Die 120 Tage von Sodom) beschäftigt sich mit dem kleinbürgerlichen Leben in einer armen Trabantenstadt von Rom. Pasolini, dem bei diesem Werk kein geringerer als Bernardo Bertolucci (Die Träumer) zur Seite stand, erzählt eine für die frühen 60er Jahre empörend schmutzige Geschichte von Armut, Zuhälterei und dem tristen Alltag in einer kargen, öden Gegend. Im Mittelpunkt steht Accattone, eine zwiespältige Persönlichkeit, ein eigenartig charismatischer Antiheld, den man verachten müsste, doch auf unerklärliche Weise mit ihm sympathisiert.
Diese aus damaliger Sicht gewagte Ausgangsposition provozierte unweigerlich einen Skandal. Abgesehen davon, dass der Film keine Jugendfreigabe erhielt, weigerten sich viele italienische Kinos, ihn vorzuführen, und auch die Presse verschloss sich weitgehend vor Pasolinis Werk. Das im Film ungeschönt dargestellte Elend in der römischen Vorstadt trug entscheidend zu der ungewöhnlich großen Empörung bei und so sollen streckenweise sogar Vorführungen in Rom von Gegnern des Films gestürmt worden sein. Doch außerhalb Italiens bekam der Film die verdiente Anerkennung. 1962 wurde er auf dem internationalen Filmfestival in Karlsbad mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet und Hauptdarsteller Franco Citti bekam 1963, reichlich spät, aber zweifellos verdient, beim "AFTA Film Award" den Preis für den besten ausländischen Schauspieler.
Tatsächlich ist Citti, auf den Pasolini wie bei einigen anderen Darstellern aus Accattone - Wer nie sein Brot mit Tränen aß auch in späteren Werken immer wieder zurückgriff, die Entdeckung des Films. Ihm ist die Rolle des Accattone, was im Übrigen so viel bedeutet wie "Bettler" oder "Schmarotzer", praktisch auf den Leib geschrieben. Die zwiespältige Gestalt, die sich zu gern den Lebensunterhalt über Frauen verdient, stand ihm sogar so gut, dass Pasolini ihn bereits im Jahr darauf in seinem zweiten Film Mamma Roma für eine ähnliche Rolle besetzte. Doch nicht nur Citti, der später unter anderem auch eine kleine Rolle in Der Pate und Der Pate 3 spielte, ist lobenswert. Der Großteil des Casts, der sich im Wesentlichen aus Laiendarstellern ohne Filmerfahrung zusammensetzt, überzeugt und in die zauberhafte Maddalena (Mamma Roma) wird man sich wahrscheinlich ohnehin verlieben.
Wenn man Accattone - Wer nie sein Brot mit Tränen aß mit einem zeitgenössischeren Film vergleichen möchte, kommt einem wohl zuerst das großartige französische Sozialdrama Hass - La Haine in den Sinn. Wer diesen Film mag, dem wird auch Accattone - Wer nie sein Brot mit Tränen aß gefallen; wer Pasolini mag, kommt an diesem Klassiker ohnehin nicht vorbei.  Weitere interessante Filme
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