Drehte sich noch in Teil eins der Filmadaption der gleichnamigen Buchreihe überraschender Weise alles um solche Themen wie den Richtigen zu finden - standen also die Jungs im Mittelpunkt der Begehrlichkeiten der frechen Mädchen - werden bei der Fortsetzung solch spektakuläre Ingredienzien wie Zweifel, Eifersucht und Versuchung diesem überwiegend faden Teenie-Girly-Brei hinzugefügt. Fade Inszenierung ohne den wirklichen Kick, auf die locker zu verzichten ist.
Die drei unzertrennlichen Freundinnen Kati (Henriette Nagel), Hanna (Selina Sherin Müller) und Mila (Emilia Schüle) haben inzwischen ihre Traumprinzen gefunden, aber wie das mit den Gefühlen so eine Sache ist, geraten diese schon mal gerne durcheinander: Mila ist sich mit ihrem Markus (Jonathan Beck) nicht mehr ganz sicher und die räumliche Distanz, als sie ihre Sommerfreizeit mit der Schulklasse auf der Alm verbringt, während sich Markus gemeinsam mit Milas Erzrivalin auf einem Reiterhof tummelt, macht die Angelegenheit nicht besser. Bei Hanna und ihrem Freund läuft zwar alles ganz gut, allerdings versucht dieser mit aller Macht, Hannas Musikkarriere voranzutreiben und führt sich dabei wie ein kleiner Despot auf. Und Kati hat nichts Besseres zu tun, als ihren Liebsten auf einer Skala Punkte zu verleihen und ihn mit anderen potenziellen Lovern zu vergleichen, um so herauszufinden, ob jemand anders vielleicht noch besser zu ihr passen könnte.
Lange kann das alles natürlich nicht gut gehen und so sortiert sich im Verlauf scheinbar manch eine Beziehung neu und sogar zwischen den Mädels kommt es zu Kriseleien: Zuviel Ehrlichkeit kann schließlich zuweilen sogar zwischen den besten Freundinnen nicht angesagt sein. Der amouröse Reigen und die allseitige Gefühlskonfusion gipfeln schließlich auf der Jubiläumsfeier der Schule. Die frechen Mädchen müssen sich dort aber nicht nur Entscheiden, ob ihre alten Lieben weiter bestehen werden, sondern ebenfalls, ob mehr ein kleines Teufelchen oder ein Engelchen in ihrem Inneren schlummert.
Zugegeben: Dieses kleine Trickgimick mit dem Engelchen und Teufelchen, die gelegentlich auf den Schultern der Haupt-Hauptdarstellerin auftauchen und ihren inneren Konflikt widerspiegeln, sind recht originell und haben was Keckes. Die richtige Dosierung ist dabei wichtig. Ein zu inflationärer Einsatz und der Effekt lutscht sich schnell aus, ein zu wenig und schon wird die Einlage als "Running Gag" leidlich unbrauchbar. In vorliegendem Falle hätte man dieses Gimick aber durchaus öfter platzieren können. Überhaupt fehlt es den frechen Mädchen reichlich an Frechheit: Die Geschichte leiert um Liebeszwistigkeiten an allen Fronten herum, wartet aber insgesamt eher selten mit nennenswerten Pointen auf und entwickelt damit überdeutlich fühlbare Längen. Visuell am aufregendsten geraten im schnöden Einerlei noch vergleichsweise einige Alpenpanoramen; plottechnisch stellt dies aber auch den Zeitpunkt dar, von dem an die Geschichte langsam bergab geht.
Diese Talfahrt mündet schlussendlich im Schulfest, das in der Gesamtzeit des Films viel zu viel Raum beansprucht und eine endlose Kette kleinerer wie größerer Desaster beinhaltet. Das soll zwar witzig wirken, leider entfaltet sich anstelle des gewünschten Spaßes lediglich das Gefühl, der Film möge ein Erbarmen haben und ein baldiges Ende finden. Neben diesen finalen High School Musical-look-alike Einlagen, gelingt es auch den altgedienten Darstellern nicht sonderlich zu bestechen. Überhaupt sind die Rollen des Erwachsenen-Casts: Armin Rohde, Tom Gerhardt und Barbara Schöneberger, reichlich grotesk angelegt. Besonders Tom Gerhardt als verpeilter Öko-Musiklehrer präsentiert sich in der Haut einer Figur, an der nun rein gar nichts einladend ist.
Freche Mädchen 2 kommt eindeutig nicht an den ersten Teil heran. Es ist immer dieselbe Geschichte: Wenn man mit einem Überraschungserfolg aufwartet und dann die Kuh gleich noch mal melken will, geht ein zumeist hastig zusammengeschusterter zweiter Teil in die Hose. Völlig daneben ist der Film zwar nicht, aber es mangelt ihm an Originalität und den besonderen Momenten. Einher geht auch die Frage, für wen solch ein Streifen eigentlich gedacht ist. Der Mangel an Frechheit sorgt dafür, dass die Protagonistinnen eher drollig wirken; gleichaltrige Mädels werden somit kaum auf ihre Kosten kommen. Bleiben die Mädchen, die sich eigentlich noch ein paar Jahre Zeit lassen könnten, bevor sie sich ernstlich mit dem Thema Jungs herumplagen. Die bekommen hier dann schon mal einen kleinen Einblick, was das für ein Stress wird.