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Panic Room

(Panic Room, 2002)

Dt.Start: 18. April 2002 Premiere: 29. März 2002 (Kanada)
FSK: ab 16 Genre: Thriller
Länge: 108 min Land: USA
Darsteller: Jodie Foster (Meg Altman), Kristen Stewart (Sarah Altman), Forest Whitaker (Burnham), Jared Leto (Junior), Dwight Yoakam (Raoul), Patrick Bauchau (Stephen), Ian Buchanan (Evan), Ann Magnuson (Lydia Lynch), Andrew Kevin Walker (Nachbar), Mel Rodriguez (Cop #1), Paul Schulze (Cop #2)
Regie: David Fincher
Drehbuch: David Koepp


Inhalt

Nach ihrer Scheidung bezieht Meg Altman gemeinsam mit Tochter Sarah ein wunderschönes Haus im Herzen von Manhatten, zu dessen Sonderausstattung ein sogenannter Panic Room gehört, ein Raum der den Bewohnern im Zuge eines Notfalls ausreichenden Schutz bieten soll. Da die beiden bereits in ihrer ersten Nacht im neuen Haus von drei Einbrechern überrascht werden, kommt der Panic Room auch gleich zum Einsatz.
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Kritik

Panic Room hat eine Wertung von 91%

Ein Sicherheitsraum ist ein Wohn- oder Kellerraum bzw. mehrere zusammenhängende Räume, bei denen mit Hilfe eines speziellen Filtergerätes (Teilschutz-Belüftungsanlage) die Außenluft angesaugt, gereinigt und in den Sicherheitsraum geblasen wird. Durch den entstehenden leichten Überdruck wird Luft durch die Undichtheiten des Raumes hinaus geblasen und so das Eindringen von verunreinigter Außenluft verhindert. Voraussetzung ist eine entsprechende Dichtheit des Raumes, die durch geeignete Abdichtungsmaßnahmen (z.B. das Verkleben der Fugen mit Klebestreifen) zu erreichen ist. Auf Grund der Luftfilteranlage kann der Sicherheitsraum für längere Zeit Schutz vor schädlicher Außenluft bieten (offizielle Definition eines Panic-Rooms, Standardausführung). Holy Shit! (offizieller Kommentar Marco Dzebros nach 108 Minuten Fingernagel-Knabbertortour).

Ein abgeschotteter Raum inmitten eines großen Appartements, geschützt durch vier undurchdringbare Stahlwände, gefüllt mit lebensnotwendigen Vorräten und einem Belüftungssystem, eine Telefonleitung (nicht verbunden mit der Hauptleitung) und mehrere Monitore die jeden Winklel des Hauses überblicken: Die Ausgangssituation für einen Thriller, welche für die meisten Regiseure und Drehbuchautoren dank Ideenmangels schon im Anfangsstadium ein zähes Ende finden würde, denn was gibt es da noch groß zu überlegen, was könnte da schon Aufregendes passieren sollte sich jemand, unter der Angst dreier Einbrecher, wirklich in diesem Raum verstecken? Die Tür schließt sich und ein paar Minuten später trifft die Polizei ein. Ende der Geschichte! Ende der Geschichte? Tusch, Applaus, Vorhang auf: Zeit für meinen persönlichen Helden, meinen Filmmessias, das ganze in die Hand zu nehmen und in einem düsteren Schrei aus Angst und Paranoia zu zelebrieren. David Fincher ist wieder einmal der Mann der Stunde und sprengt in seinem Schaffen gesetzte Grenzen und ideenlose Normen. Fincher macht halt keine schlechten Filme.

David Koepp und David Fincher präsentieren einen Film der gleichermaßen verspielt, wie auch bedrückend ist. Verspielt immer dann wenn Fincher seinen Kamerafahrten keinerlei Grenzen setzt und dabei wie kein anderer (Brian de Palma schön aufpassen!) Technick mit Geschichte zu kleinen Sehorgasmen verschmilzt. Überraschend verspielt ist auch der Verlauf der Story, die nachvollziehbar alle Möglichkeiten durchgeht und den Zuschauer dabei nie ausschließt. Egal ob es grade was zu lachen gibt, weil die drei Einbrecher mal wieder unabgestimmt rumdämlichen (Fincher findet dabei getimte Zwischentöne, die man von ihm so noch nicht genießen durfte), die Situation sich paranoid zuspitzt, oder für ein paar Atemzüge lang angespannte Stille herrscht: Man hat zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit sich dem Ganzen zu entziehen, kurz im Popcorn zu wühlen oder mit dem Nachbarn zu fachsimpeln, denn wenn jemand den Zuschauer bei Laune halten kann, dann ist das David Fincher. Auch noch nicht dagewesen und extrem klasse: Bereits wenn zu Beginn die Credits angelaufen sind, könnte man schon wieder aus dem Kino gehen und froh darüber sein, mal wieder etwas innovatives gesehen zu haben.

Regie und Drehbuch sind also makelos und zweckmäßig, aber passen da auch die Schauspieler rein? Absolut! Jodie Foster ist einfach göttlich in ihrer Glaubhaftigkeit aus Angst und Mut, ihre Filmtochter ist im direkten Vergleich dazu einfach so gut ausgesucht, wie es besser nicht hätte kommen können, Forest Whitaker hat mich noch nie enttäuscht und Jared Leto rockt das Haus. Nicht nur das er in die Ahnenliste als am coolsten (und mit cool meine ich tatsächlich die tiefe Philosophie die der Begriff mit sich bringt und nicht das abgedroschene Trendwort) aussehendster Schauspieler aller Zeiten eingeht, nein der Mann ist so unglaublich gut, daß es fast schon wieder weh tut. Hat er in Requiem for a Dream so überzeugend und bewegend gespielt wie es überhaupt nur möglich ist, merkt man ihm hier den Spaß an der Rolle so richtig an, darf er doch einen cholerischen Zorner spielen, eine Agressionsbestie wie sie im Buche steht. Vielmehr Personen spielen im Film nicht mit und das braucht es auch nicht. Fincher, Foster, Whitaker, Leto: vier Namen, ein Erlebnis. Verdammt, der Film ist richtig gut.

von Thorsten Woner


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