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Warrior

(Warrior, 2010)

Durchschnittliche Redaktionswertung

86%



Inhalt

Der Alkohol hat die Karriere des ehemaligen Boxers Paddy Conlon und den Zusammenhalt seiner Familie zerstört. Als sein Sohn Tommy, ein Ex-Marine, in seine alte Heimat zurückkehrt und seinen Vater bittet, ihn für ein Mixed-Martial-Arts-Turnier fit zu machen, sieht Paddy die Chance gekommen, die Geister der Vergangenheit zu vertreiben. Dann jedoch stellt sich ausgerechnet Brendan, Paddys zweiter Sohn, dem Duo in den Weg. Brendan will das Turnier ebenfalls gewinnen. Es kommt zu einem ultimativen Showdown.

Kritik

von Markus Müller

Wertung Kritik

79%

Zwei zerstrittene Brüder, ein von beiden verhasster Vater und ein MMA-Turnier, das alle mehr oder weniger unfreiwillig zusammenführt. Warrior ist im Grunde ein Sportler-Drama der alten Schule und überzeugt durch realistische Kampfszenen, großartige Schauspielerleistungen und interessante Figuren, für die sich der Film auch die nötige Zeit nimmt. Dennoch gibt es einige recht offensichtliche Schwächen, die den Filmgenuss schmälern, wenn man mit Kampfsport wenig anfangen kann, über die der begeisterte MMA-Fan jedoch hinwegsehen kann.

Bild aus Warrior Mixed Martial Arts, in der Regel "MMA" abgekürzt, erfreut sich speziell in den USA seit Jahren größter Beliebtheit. In Deutschland ist die Mischung aus verschiedenen Kampfkünsten noch nicht in einer breiteren Gesellschaftsschicht angelangt. Nichtsdestotrotz wächst das Interesse innerhalb der Kampfsportgemeinde rasant, sodass auch in Deutschland immer mehr Kampfsportschulen MMA anbieten. Die Besonderheit eines MMA-Kampfes liegt in der Freiheit der Kämpfer: So ist es theoretisch vorstellbar, dass ein Kickboxer gegen einen Ringer antritt, in der Praxis sind die meisten Kämpfer jedoch Allrounder. Die Fights beginnen im Stand und enden meist am Boden, wobei eine weitere Besonderheit ist, dass auch im Bodenkampf geschlagen und getreten werden darf. Komplett regellos ist das ganz aber dennoch nicht.

MMA wird kontrovers diskutiert; oftmals wird die Gewalt kritisiert, da einige Kämpfe für Außenstehende wie unkoordinierte Straßenprügeleien aussehen und speziell in den USA und in Russland Kämpfe übermäßig hart ausgetragen werden und eher an Gladiatorenkämpfe als an Sportveranstaltungen erinnern. Immer wieder werden Kämpfe äußerst blutig beendet, was, sicherlich zu recht, viele abschreckt. Doch im Grunde ist es nicht Gemetzel, worum es beim MMA geht. Stattdessen handelt es sich um einen hochkomplexen und physisch extrem anspruchsvollen Sport, der alles von den Kämpfern abverlangt. Hier setzt auch Warrior an. Der Film von Gavin O'Connor, der zuvor den starbesetzten Das Gesetz der Ehre inszenierte, ist im Grunde genommen ein klassisches Sportlerdrama: zwei zerstrittene Brüder, ein von beiden verhasster Vater, gescheiterte Existenzen und die Möglichkeit, über einen sportlichen Wettkampf alles zum Guten zu wenden. Die Zutaten sind mit Sicherheit nichts Ungewöhnliches.

Es ist lobenswert, dass sich der Film Zeit für seine Charaktere nimmt. Leider macht er hier aber auch seinen schwerwiegendsten Fehler: Er wiederholt sich ständig. In jeder Dialogszene, die die Kämpfer zusammen mit ihrem Vater zeigt, geht es immer wieder darum, dass er als Vater versagt und sie schlecht behandelt hat. Das hat man jedoch schon nach dem ersten Mal verstanden. Näheres zu der schrecklichen Vergangenheit ist nur erahnbar. Leider reicht das noch nicht aus, um von wirklichem Tiefgang zu sprechen. Von der tiefe eines The Wrestler ist Warrior meilenweit entfernt, und die Sympathien, die der Zuschauer einst für Rocky aufbrachte, wird er für keine der Figuren entwickeln. Dies ist allerdings auch durchaus positiv bewertbar. Es war den Machern nicht wichtig, "liebenswerte" Kämpfer zu etablieren, vielmehr geht es um realistische, kantige Typen. Zum einen wäre da Tommy Conlon, das unnahbare, unterkühlte, gänzlich humorlose Raubein, ein Ex-Soldat und Kriegsheld mit einem sehr aggressiven Kampfstil und kontroverser Vergangenheit. Tommy wird von Tom Hardy (The Dark Knight Rises) verkörpert, der einmal mehr großartig spielt und seinen beeindruckenden Körper (er trainierte sich etwa 13 Kilo Muskeln an) ausgiebig zur Schau stellen darf. Auf der anderen Seite ist da sein Bruder, Brendan Conlon, gespielt von Joel Edgerton (zuletzt im Remake zu The Thing zu sehen), der den besonneneren Physiklehrer, der sich aus seinen Schulden heraus kämpfen will, um seine Existenz zu retten, spielt. Er ist der sympathischere, aber auch der weniger charismatischere Part und ein eher taktischer Kämpfer. Zwischen beiden steht Paddy Conlon, der von Nick Nolte (Kap der Angst) gespielte Vater. Für seine Leistung wurde er für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert, was sicherlich nachvollziehbar ist. Nolte, der selbst jahrelang Alkoholprobleme gehabt haben soll, spielt den gebrochenen Mann, den verzweifelten Vater, bewegend und beeindruckend intensiv.

Die Kampfszenen sind realistisch, überzeugend und teilweise auch recht spannend gestaltet. Leider macht Warrior das, was Kampfsportfans auch schon bei vielen anderen ähnlich angelegten Filmen nervte: Statt ausschließlich das Geschehen im Ring zu zeigen und nur die Kampfszenen zu fokussieren, werden ständig in hektischen Schnitten die Reaktionen von Publikum und Trainer gezeigt, was leider deutlich weniger interessant ist. Ein weiteres Problem von Sportler-Dramen ist häufig ein Hang zu regelrecht theatralischen Finalen. Warrior bewegt sich da schon hart an der Grenze. In den letzten Minuten ist er schon sehr emotional und wirkt, besonders im Hinblick auf die größtenteils aus uniformierten US-Soldaten bestehende Fan-Gemeinde Tommys, ein wenig konstruiert, was sich mit dem sonstigen Realismus beißt.

Natürlich ist MMA in Deutschland noch nicht ansatzweise so populär wie in den USA, allerdings bleibt fraglich, ob deshalb der Film gefloppt wäre, hätte er in den deutschen Kinos eine Chance bekommen. Wrestling ist hierzulande schließlich auch nicht populär und dennoch war The Wrestler erfolgreich. Vermutlich war die ausbleibende Kinovorführung ein Fehler, denn der Film hat trotz seiner Direct-to-DVD-Veröffentlichung schnell einen erheblichen Bekanntheitsgrad erlangt und ist prinzipiell für alle Kampfsportinteressierten empfehlenswert, und von denen gibt es in Deutschland mehr als genug.

Kurzkritik

von Michael Schmidt

Wertung Kurzkritik

92%

Eigentlich ist es eine Schande, dass Warrior kein Kinostart in Deutschland vergönnt war. Auf der großen Leinwand wären die zahlreichen Stärken des emotionalen Kraftpakets noch stärker zum Tragen kommen. Nichtsdestotrotz ist Warrior einer der stärksten Filme der letzten Jahre.
In seiner grundlegenden Struktur handelt es sich zunächst um einen klassischen Sportfilm. Doch gerade die besten Filme des Genres, und dazu gehört Warrior zweifelslos, nutzen den Sport als Metapher für die vielen Anstrengungen und Kämpfe, die das Leben bereit hält. Doch das Werk von Gavin O'Connor ist noch so viel mehr. In erster Linie ist es ein hochpackendes Familiendrama, das auch durch subtile soziale Beobachtungen glänzt. In die sehr gut ausbalancierte Handlung fügen sich auch die auf Spannung und Emotion hin ausgelegten Kampfszenen ein. Dabei füllen die drei Hauptdarsteller ihre Rollen perfekt aus und stellen sich in den Dienst dieses großen Films.



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