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Tron Legacy

(Tron Legacy, 2010)

Dt.Start: 27. Januar 2011 Premiere: Dezember 2010 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Action, Abenteuer, Sci-Fi
Länge: 125 min Land: USA
Darsteller: Jeff Bridges (Kevin Flynn), Olivia Wilde (Quorra), Garrett Hedlund (Sam Flynn), Michael Sheen, Beau Garrett, John Hurt, Serinda Swan (Siren), James Frain (Jarvis)
Regie: Joseph Kosinski
Drehbuch: Adam Horowitz, Edward Kitsis


Inhalt

Ganze 25 Jahre war Kevin Flynn in der Welt seines revolutionären Computerspiels TRON gefangen. Nun trifft er überraschend seinen Sohn Sam. Das Technikgenie wurde selbst in die Welt gezogen, nachdem er jahrzehntelang das Verschwinden seines Vaters zu erklären versuchte. An der Seite von Kevins treuer Gefährtin Quorra macht sich das Trio auf, einen Weg aus der visuell beeindruckenden Welt zu finden, die sich schon bald als viel intelligenter und gefährlicher entpuppt, als zunächst angenommen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Tron Legacy hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 78%
Kurzkritik
von Dimitrios Athanassiou
Wertung von 89 für Tron Legacy

Wie einst der erste Teil, der das Genre der Virtual Reality-Filme im Grunde erschuf und eine Vorstellung vom Cyberspace überhaupt erst möglich machte, setzt auch die Fortsetzung in vielen Bezügen Meilensteine. Tron Legacy ist eine orgiastische Ode an digitale Welten: eine Verbeugung an den Nerd, der 1982 mit der Atari-Konsole bewaffnet, in seinem Kopf artifizielle Realitäten erschuf, von denen sonst nur schräge Wissenschaftler oder Science-Fiction-Autoren zu träumen wagten. Dass die Story genretypisch wieder mal hanebüchen ausfällt, war abzusehen. Im Vergleich aber zu einem "Pocahontas im Weltraum-Dschungel", der bevölkert mit blauen Riesen, 2,7 Milliarden einspielte und dabei mit nichts weiter außer der ewigen Leier der bösen Imperialisten, die Naturvölker ausbeuten, aufzuwarten wusste, gibt es bei Tron Legacy einen nennenswerten Subtext in puncto Religion, (digitale) Evolution und die Entstehung von totalitären Regimen. Vor allem aber punktet der visuelle Charakter und der bombastische Score von Daft Punk, der all jene, die sich einen Rest ihres 82er-Alter-Egos bewahrten, für satte zwei Stunden in eine andere Dimension zu entführ

Kurzkritik
von Lutz Granert
Wertung von 53 für Tron Legacy

Wie das Original aus dem Jahre 1982 aufgrund der visuellen Effekte und artifiziellen Bilder ein visueller Rausch, der mit zunehmender Länge aufgrund eines Nichts an Story zu langweilen beginnt. Jeff Bridges (True Grit) spielt seine Doppelrolle souverän, kommt aber gegen die übermächtigen Bilder und die elektronischen Klangteppiche von Daft Punk nicht an. Medientheoretisch und ontologisch am interessantesten sind die leider nicht vertieften philosophischen Ansätze um die Materialisierung und "Verfleischlichung" digitaler Wesen.

Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 84 für Tron Legacy

Tron Legacy bietet dem Zuschauer genau das, was er von einem Werk wie diesem im Vorfeld erwarten kann: Es rummst und kracht an allen Enden. Die Optik ist schlichtweg beeindruckend, die Effekte überzeugen und die Musik von Daft Punk gehört sicherlich zu den besten Soundtracks die man in letzter Zeit zu Ohren bekam. Ein visueller Overkill den man im Kino gesehen haben muss, da es zu bezweifeln ist, dass der Film zu Hause eine ähnliche Wirkung entfalten kann. Das Regiedebüt von Joseph Kosinski ist unglaublich unterhaltsamer Film, dem eine mögliche Handlung (glücklicherweise?) zu keiner Sekunde in die Quere kommt. Als Bonus gibt es für das männliche Publikum noch Olivia Wilde in einer Rolle die dem fünften Element sehr ähnnelt, den sträflich unterschätzten Michael Sheen in einer abgefahrenen Rolle sowie den Dude, den man so jung sicherlich nicht mehr vor der Kamera sehen wird..

Kurzkritik
von Lars Schnell
Wertung von 79 für Tron Legacy

Optisch gewaltig, inhaltlich schwach bietet Tron Legacy kurzweilige Unterhaltung ohne viel Konsistenz. Wenn zur Musik von Daft Punk Lichtrennen und Disc-Kämpfe bestritten werden, geraten inhaltliche Schwächen aber schnell in Vergessenheit. Dass der 3D Effekt dabei nur in der virtuellen Welt angewandt wird, zeugt entweder von finanziellen Schwierigkeiten, oder einer überdachten, stilmitteltechnischen Betonung der virtuellen, irrealen Atmosphäre. Dreidimensionale Neon-Lichträder lassen die künstliche Welt umso unglaublicher und irrealer erscheinen. Dass sich viele Elemente aus anderen Science-Fiction Streifen wiederfinden und der Film keine filmtechnische Innovation wie noch sein Vorgänger ist, war wohl unvermeidbar. Damit ist Tron Legacy zwar Unterhaltung vom Fließband, das aber optisch sehr gut.

Kritik

von Markus Ostertag
Tron Legacy hat eine Wertung von 86%
Fast 30 Jahre hat es gedauert, bis wir wieder die einzigartige Tron-Optik im Kino sehen dürfen. Mit modernster Computertechnik schafft es Tron Legacy zwar bildgewaltig zu beeindrucken, aber auch das kann leider nicht komplett über die Schwächen in der Storyline hinwegtäuschen. Dennoch weiß das "Vermächtnis" auf seine eigene Art und Weise zu überzeugen, denn irgendwie verhält es sich wie der erste Teil: Optisch gewaltig und spektakulär, aber in der Geschichte schwach und lückenhaft.

Bild aus Tron Legacy Komplett in 3D gefilmt und dennoch mit 2D- und sogar Schwarz-Weiß-Sequenzen ausgestattet ist Tron Legacy der vermutlich erste Film, bei dem 3D endlich so eingesetzt wird, wie es eigentlich sein sollte. Denn der Effekt ist nicht nur dazu da, um zeigen zu können, dass man es kann, sondern er transportiert eine Nachricht. So sind alle Szenen, die im Grid spielen in 3D und alles in der realen Welt in 2D. Das mutet fast schon philosophisch an, wenn man sich vor Augen hält, dass das reale 3D ausgerechnet für die virtuelle Welt genutzt wird.

Darüber hinaus präsentiert sich das Disney-Team wieder in bester Manier und zeigt, dass man definitiv zur Weltspitze gehört, wenn es um spektakuläre Computeranimationen geht. Nahtlos fügen sich die Darsteller in die optisch eindrucksvolle Computerwelt ein, die einige kreative Ideen zu bieten hat. Highlight ist hier natürlich das Lightcycle-Race, welches in Anlehnung an Tron bereits in den Trailern ansatzweise zu sehen war.

Die Optik kann allerdings nicht vollständig darüber hinwegtäuschen, dass es in der Geschichte einige Schwachstellen gibt, die vor allem den Fans des ersten Teils auffallen und bitter aufstoßen werden. Darüber hinaus fehlt in Tron Legacy ein wenig die Vision, die den ersten Teil - zumindest im nachhinein - zum Kult machte und heute nicht mehr so unmöglich scheint. Hier lassen die Macher ein wenig den Spirit vermissen, den man für ein solches Projekt als Zuschauer erwarten können muss. Ebenso unverständlich ist es, warum man den Charakter Kevin Flynn so farblos lässt, obwohl man die Chance hätte nutzen können, um ihm deutlich mehr Tiefe zu verleihen.

Von diesen Feinheiten, die sicherlich nur eingefleischte Fans wirklich stören werden, abgesehen, präsentiert sich Tron Legacy aber seinem Vorgänger sehr ähnlich. Denn optisch anspruchsvoll und perfekt in Szene gesetzt bietet er genau das, was man sich von diesem Streifen vorab erwartet hat. Im Unterschied zum ersten Teil ist man aber jetzt - verständlicherweise - deutlich mehr auf den Mainstream ausgelegt und verlässt sich zunehmend auf Actioninszenierungen.

Tron Legacy wird zweifelsohne viele Menschen begeistern. Vor allem die junge Zielgruppe, die das Original überhaupt nicht kennt, wird ein in sich abgeschlossener Film präsentiert, der kaum Vorkenntnisse erwartet. Genau dieser Punkt wird von den Tron-Fans aber sicherlich negativ aufgefasst, hätte man doch mehr draus machen können, wenn man verschiedene Aspekte von früher energischer aufgegriffen hätte. Als Fazit ist der Film aber definitiv ein Must-See, denn Tron Legacy muss man im Kino gesehen haben und sollte nicht auf die Couchpotatoe-Variante warten, denn diese wird einiges an Flair und Stimmung vermissen lassen!



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