Themba Poster

Film-Seite zu Themba
Poster zu Themba
Deutsche offizielle Seite
PDF zu Themba

Themba

(Themba, 2010)

Dt.Start: 05. August 2010 Premiere: 13. Februar 2010 (Berlinale, Deutschland)
FSK: ab 12 Genre: Drama, Sport
Länge: 105 min Land: Südafrika, Deutschland
Darsteller: Nat Singo (Themba), Simphiwe Dana (Mandisa), Jens Lehmann (John Jacobs), Patrick Mofokeng (Luthando), Rapulana Seiphemo (Vujo), Sean Cameron Michael (Max Tyler), Kagiso Mtetwa (Sipho), Nomhle Nkonyeni (Sangoma)
Regie: Stefanie Sycholt
Drehbuch: Stefanie Sycholt, Lutz van Dijk


Inhalt

Themba wächst unter ärmlichen Verhältnissen in Südafrika auf, einzig das Fußballspielen gibt ihm die Hoffnung, aus seinem tristen Alltag auszubrechen. Um eine neue Arbeit zu finden, bricht Thembas Mutter nach Kapstadt auf. Themba und seine Schwester verbleiben in der Obhut eines Mannes, der sich als Verwandter ausgegeben hat und für einige Zeit bei der Familie lebte. Doch er entpuppt sich als Säufer und misshandelt die Kinder. Themba und seiner Schwester bleibt nur eins, sie müssen ebenfalls nach Kapstadt gelangen, um die Mutter ausfindig zu machen.
Shopping-Box
DVDs zu Themba Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu Themba Poster & Merchandise
zum Film
Themba bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
Themba bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film

Durchschnittliche Redaktionswertung

Themba hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 64%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Themba hat eine Wertung von 64%
Thematisch passend zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika eilt auch schon ein vermeintliches Sportlerdrama her. Auf den ersten Blick präsentiert sich Themba als Jugendfilm, der Eindruck verflüchtigt sich aber bald: zu schwer wiegen und zu bitter sind die Geschehnisse rund um das Schicksal des zu Beginn elfjährigen Thembas, seiner Mutter und seiner kleinen Schwester. Mixtur aus Sozial- und Fußballerdrama mit starkem Melodramgehalt, das auf wichtige Missstände im Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 aufmerksam macht, aber inszenatorisch nicht ganz rund wirkt.

Bild aus Themba Themba ist elf Jahre, sein Lieblingssport Fußball und er hat einen großen Traum, für den er bereit ist, alles zu geben: eines Tages für Bafana Bafana, die südafrikanische Fußball-Nationalmannschaft, zu spielen. Zidan, Ronaldo und Andile Khumalo, der südafrikanische Fußballstar, sind die Vorbilder, an denen sich Themba und Sipho, sein bester Freund, mit dem er in jeder freien Minute kickt, orientieren. Eines Tages sein wie diese, das wäre zu schön, um wahr zu sein. Bis es aber erstmal soweit ist, dass sie selber zur Weltelite des Fußballs zählen, gründen sie ihr eigenes kleines Team, die Lion Strikers, und treten gegen andere regionale Jugendteams an.

Doch leider besitzt Themba keinen Freifahrtschein für Rund-um-die-Uhr-Fußballspielen. Zuhause gilt es ebenfalls Verantwortung zu übernehmen. Sein Vater zog vor einigen Jahren in die Stadt, um Arbeit zu finden, aber die Familie hat seit langem nichts mehr von ihm gehört. Eines Tages begegnet Mandisa, Thembas Mutter, Luthando, einem Mann, der sich als entfernter Verwandter der Familie ihres Mannes ausgibt. Es dauert nicht lange und Luthando wohnt bei den dreien; zunächst geht es der Familie dadurch finanziell besser, aber Themba ist alles andere als glücklich mit diesem Arrangement und misstraut Luthando.

Glücklicherweise bleibt Themba der Fußballsport und sein großer Traum, der ihm eine Art von Flucht ermöglicht. Als während eines Jugendturniers sogar John Jacobs (Jens Lehman), der die All Star Academy leitet, auf ihn aufmerksam wird, rückt die Erfüllung seines Lebenstraums einen Schritt näher. Zeitgleich verschlechtert sich aber die Situation zuhause: Mandisa hat ihren Job verloren - der einzige Ausweg scheint nach Kapstadt zu ziehen und dort Arbeit zu suchen. Ihre Kinder muss sie aber zurücklassen. Um die soll sich Luthando kümmern. Der zeigt, kaum dass Mandisa weg ist, sein wahres Gesicht - und entpuppt sich als Nichtsnutz und Säufer. Das "um die Kinder kümmern" nimmt bei ihm im Suff obendrein eine ausgesprochen unmenschliche Dimension an. Einziger Ausweg für Themba und seine Schwester ist, nach Kapstadt zu gehen und ihre Mutter suchen. Thembas Fußballkarriere scheint damit vor dem Aus.

Wartet man darauf, dass der Streifen als Sportlerdrama endlich Tempo aufnimmt, könnte diese Hoffnung enttäuscht werden. Der Film hat tatsächlich mehr von einer breit angelegten Studie über das Leben und die Chancenungleichheiten in Südafrika. Das allerdings mit sehr viel Gefühl unterlegt und zuweilen von einer Portion Pathos begleitet, so dass der Film eindeutig Melodramqualitäten entfaltet, zuweilen aber auf der Klaviatur des Elends zu ausgiebig bestimmte Aspekte rauf- und runterspielt. Damit entstehen nicht nur unweigerlich Längen, dies lässt ihn darüber hinaus auch ein Stückweit wie eine Telenovela wirken.

Bitter sind die Schicksale dieser Menschen auf jeden Fall, daran besteht kein Zweifel und daran soll auch nicht gerüttelt werden. Es dauert nur recht lange, bis sich Themba zum eigentlichen Thema vorarbeitet. Auf diesem Weg wird dann kein noch so kitschiges wie klischeehaftes Motiv ausgelassen. Eindeutig den Rahmen des soapigen Rührstücks sprengen aber einige erschütternde Missbrauchsmomente, die zwar nicht explizit gezeigt werden, aber durchaus soweit ausgeführt, dass man sich fragen könnte, ob diese Wendung in der Geschichte unbedingt Platz finden musste. Im letzten Drittel fügen sich diese Szenen aber sinnig in die Storyline ein, der es dann gelingt, dem Film eine klare Richtung zu verleihen. Absehbar war das im Ansatz schon vorher: Dass hier nicht der Sport allein im Mittelpunkt steht, wird angesichts der sozialen Dimension und des Landeskolorits eigentlich früh klar; ausgesprochen spürbar wird dies allerdings, als das Thema AIDS Einzug hält.

Diese Krankheit, die langfristig immer noch einem Todesurteil gleichkommt, peinigt afrikanische Staaten viel stärker als die der westlichen Welt (allein in Südafrika gibt es über 100.000 AIDS-Waisen). Wer einmal mit dem HIV-Erreger infiziert ist, hat, vor allem als Schwarzer und Angehöriger "unterprivilegierter Schichten", (noch immer) ausgesprochen schlechte Karten. Medikamente, die ein halbwegs normales Leben trotz AIDS ermöglichen, sind für diese Menschen unerschwinglich. Besonders erschreckend sind die Zustände in den Elendsbehausungen, der sogenannten Townships; diese Einblicke klammert Themba nicht aus, die besonders kontraststark im Vergleich zu den Bildern wirken, die der Film in der ersten Hälfte aus den malerischen Regionen des Eastern Cape einfing. Dieser visuelle Bruch spiegelt auch den inneren Zwiespalt des ganzen Landes, das trotz des Endes der Apartheid noch lange nicht zu einer Gesellschaftsform gefunden hat, in der Benachteiligung nicht mehr existent ist.

Themba ist ein wichtiger Film, der bedeutende Themen aufgreift. Er braucht nur lang, um komplett zu sich und zum eigentlichen Kern zu finden. Dabei gelingt es den sehr ernsten Seiten nicht immer leidlich gut, mit der Leichtigkeit eines Jugend-Sportlerdramas zu harmonieren; was der Film vielleicht nicht in erster Linie sein möchte, aber dennoch starke Anleihen dort nimmt. Dass der Sport keine nachrangige Rolle spielt, dafür spricht, dass jemand wie Jens Lehmann, die Torwart-Ikone und WM-Keeper der deutschen Nationalelf 2006, ein kleines Stelldichein hat. Als Zugpferd mag das dem Film bei der Vermarktung zwar gut tun - rein dramaturgisch wäre der Verlust aber verkraftbar gewesen.



Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Kick it like Beckham
Dt. Start: 03. Okt 2002
Vorschlag entfernen
 
 
 
 

 

© 2012 MovieMaze.de