Als eine TV Crew auf einer philippinischen Insel ankommt, um dort eine Dokumentation zu drehen, dauert es nicht lange bis sie die Bekanntschaft mit einer örtlichen Legende macht: Den Aswangs. Leider wird aus dieser für das Creature-Horror Genre soliden Grundkonstellation kein Kapital geschlagen und man begnügt sich mit dem Abspulen gängiger Handlungsmuster. Gute Ansätze sind in diesem Werk von Regisseur Terence Daw zwar zu erkennen, doch fehlt es Surviving Evil schlussendlich an mehr als nur an Substanz.
Es ist ein schmaler Grad zwischen "Filmmonster überhaupt nicht zeigen" und "Filmmonster so zeigen, dass sie lächerlich wirken", doch nur wenn man diesen trifft, kann man den geneigten Horrorfan mit angsteinflößenden Wesen auf eine wilde Achterbahnfahrt schicken. Leider verläuft sich Produzent, Drehbuchautor und Regisseur Terence Daw bei seinem Erstlingswerk Surviving Evil aber dermaßen, dass von Anfang an kaum einmal Spannung aufkommen will und der Film einfach so vor sich hin läuft, und läuft, und läuft... bis der Zuschauer mit einer Schlusswendung entlassen wird, welche kilometerweit vorherzusehen ist und deren Schockwirkung nicht den Hauch einer Chance hat, beim Zuschauer anzukommen. Vielmehr stellt man sich die Frage, was man damit anfangen soll, und inwiefern der Filmtitel demnach überhaupt passend gewählt wurde.
Die TV Crew von "Surviving the Wilderness" reist auf eine philippinische Insel, um dort eine neue Folge ihrer Doku-Serie zu drehen. Sehr bald erfährt die Gruppe um Moderator und Wildnis-Experte Sebastian "Seb" Beazley (Billy Zane) von sogenannten "Aswangs": Menschenfressende Kreaturen, welche sich gemäß einer Legende bevorzugt vom Blut schwangerer Frauen (oder noch lieber von dem der Neugeborenen) ernähren. Wie es der Zufall so will, befinden sich die Fernsehmacher nun auf genau jener von den Aswangs bevölkerten Insel, und eine von ihnen ist dazu auch noch schwanger.
Mehr muss man zur Handlung des Filmes gar nicht sagen, und wer hier effektiven und actionreichen Creature-Horror erwartet, wird aufgrund der hektischen Schnitte, der plumpen Inszenierung und der billigen Monster wohl kaum zufrieden gestellt. Natalie Jackson Mendoza (The Descent - Abgrund des Grauens und The Descent 2) kann hier genauso wenig ihr Können zeigen, wie Billy Zane (Titanic, The Mad, Darfur) Gelegenheit dazu bekommt. Die vorhandenen Beziehungskonflikte werden lediglich äußerst oberflächlich behandelt, erfahren keinerlei Entwicklung und verlaufen schlussendlich im blutgetränkten Sand.
Was dazwischen genau passiert ist, kann man oftmals aufgrund der deplatzierten Schnitte und unglücklich gewählten Perspektiven gar nicht erkennen. In diesen Momenten hilft es dem Zuschauer dann auch nicht, wenn die Kamera zusätzlich anfängt zu Wackeln, als hätten die Dreharbeiten während einem sehr starken Erdbeben stattgefunden. Ist das Bild dann mal ruhig, fehlt Licht und man sieht nur noch schwarze Schatten auf schwarzem Hintergrund und hört dazu einfach ein paar Schmatzgeräusche. Dies erzeugt jedoch keinerlei Spannung, sondern sorgt für vermehrt aufkommende Langeweile. Erst im letzten Viertel kommt dann endlich so etwas wie Action auf, und man wird zumindest punktuell ein klein wenig für die lange Wartezeit entschädigt. Das Aussehen der Aswangs wiederum löst eher ein Schmunzeln als Angstgefühle aus, denn diese lippenlosen Predatoren mit Glubschaugen und langen, spitzen Zähnen sind alles Andere als überzeugende Filmmonster. Sehr schade auch, dass man diese Kreaturen zwar mit tollen Fähigkeiten ausstattet (sie können jegliche Gestalt annehmen und sogar fliegen), diese dann aber kaum zum Zuge kommen. Und warum die Aswangs - welche größer, stärker und in klarer Überzahl sind - nicht einfach kurzen Prozess mit den Eindringlingen machen, wird wohl auf Ewig das Geheimnis von Terence Daw bleiben.
Die Qualität der DVD lässt leider ebenfalls zu wünschen übrig: Konstantes Bildrauschen, immer wieder auftauchende Unschärfen und vereinzelt aufblitzende grüne Streifen trüben den Filmgenuss ebenso, wie die schlecht abgemischte 5.1-Tonspur. Wer diese auswählt (egal ob in der Synchronisation oder Originalfassung) sollte die Subwoofer-Ansteuerung stark reduzieren (um gut 10db), denn sonst kann man vor lauter Dröhnen in den tiefen Frequenzen keine Dialoge mehr verstehen. Die Synchronfassung ist zwar nicht perfekt, aber dennoch recht gut gelungen und viel angenehmer als der dumpfe Klang der Original-Tonspuren. Schlussendlich wurde der Layer-Wechsel noch denkbar schlecht inmitten eines Dialoges gesetzt, weswegen man ein paar Wörter gar nicht hören kann. Kurz: Qualität sieht anders aus!
Abgesehen von ein paar blutigen Effekten und mehreren schönen Landschaftsaufnahmen hat Surviving Evil leider kaum etwas zu bieten. Die Handlung ist ausgelutscht, die Konflikte sind uninteressant und die Action wurde amateurhaft eingefangen. Die vorhandenen guten Ansätze lassen somit lediglich darauf hoffen, dass Terence Daw sich bei seinen nächsten Filmen steigern wird. Dieser erste Versuch wird aber wohl leider kaum jemanden wirklich überzeugen können.