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Das Fünfte Element

(The Fifth Element, 1997)

Dt.Start: 17. Juni 1998
DVD: 21. September 1998
Premiere: 07. Mai 1997 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: ab 12 Genre: Action, Sci-Fi
Länge: 127 min Land: Frankreich
Darsteller: Bruce Willis (Korben Dallas), Gary Oldman (Jean-Baptiste Emanuel Zorg), Ian Holm (Pater Vito Cornelius), Milla Jovovich (Leeloo), Chris Tucker (Ruby Rhod), Luke Perry (Billy), Brion James (General Munro), Tommy 'Tiny' Lister (President Lindberg), Lee Evans (Fog), Charlie Creed-Miles (David), John Neville (General Staedert), John Bluthal (Professor Pacoli), Christopher Fairbank (Mactilburgh)
Regie: Luc Besson
Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen


Inhalt

Im 23. Jahrhundert wird die Erde vom unsagbar Bösen bedroht. Nur das Volk der Mondoshawan, ein außerirdisches Volk, kennt das Geheimnis der fünf Elemente, mit Hilfe derer die Erde gerettet werden kann. Leeloo wird daher auf die Erde gesandt, um die fünf Elemente zu vereinen, ihr Schiff wird aber angegriffen und zerstört. Auf der Erde kann sie aus einzelnen Zellen rekonstruiert werden und landet schließlich total verwirrt im Taxi von Korben Dallas, einem ehemaligen Offizier einer Spezialeinheit. Nun liegt es auch an ihm, die Menschheit vor der Zerstörung zu retten.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Das Fünfte Element hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 80%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Lars Schnell
Das Fünfte Element hat eine Wertung von 80%
Frankreichs erfolgreichster Drehbuchautor, Regisseur und Produzent verzaubert mit schrillen Figuren, knalligen Farben und gut aufgelegten Darstellern. Leider existiert ein genretypisches Ungleichgewicht zwischen Handlung und Effekten, worüber auch kein hübsches fünftes Element hinwegtäuschen kann. Der Trip folgt den gängigen Hollywood-Klischees und bleibt bis auf wenige Ausnahmen vorhersehbar. Von Luc Besson darf man durchaus mehr erwarten. Optisch und Atmosphärisch aber eine Wucht.

Bild aus Das Fünfte Element Luc Bessons Leben scheint von Anfang an abenteuerlich geprägt zu sein. Bereits als Kind reiste er mit seinen Eltern um die Welt. Daher wundert es kaum, dass auch seine Filme stets einen neuen, oftmals experimentellen Weg gehen. Man nehme nur Nikita, die ungeschönte, fiktive Geschichte einer Auftragskillerin oder sein Meisterwerk Leon - der Profi. Mit Das Fünfte Element, einer Mischung aus Actionfilm und Science-Fiction, beginnt Bessons Handschrift jedoch immer mehr zu verwischen. Es scheint der Beginn von Bessons Versuch zu sein, ein massentaugliches französisches Hollywood zu erschaffen.

Seine Geschichte über Liebe, Hoffnung und den mythischen Kampf zwischen Gut und Böse schrieb er bereits mit 16 Jahren, vielleicht wirkt sie deshalb auch immerzu naiv wenngleich stets fantastisch. Schon die Anfangsszene ließe sich nahtlos in Die Mumie oder Indiana Jones einfügen, wären da nicht die Mondoshawan, blecheiserne Wesen einer fremden Galaxie. Mit ihren rettungsringförmigen Körpern und ihrem ungleichgewichtigen Tippeln, stets kurz davor umzukippen, wirken sie eher unbeholfen und bieten damit den perfekten Einstieg in die Atmosphäre der folgenden 90 Minuten.

Knallig, bunt, grell, extravagant, alternativ, abnorm, absurd, befremdend: das sind nur wenige der Adjektive, die dem Zuschauer während des Films durch den Kopf gehen. Neben den schrulligen Figuren und der farbenfrohen Kulisse dürften die eigens von Jean-Paul Gaultier gestalteten Kostüme Quelle dieser Eindrücke sein. Aber auch die hochkarätige Besetzung hat großen Anteil an der abgedrehten Atmosphäre: zum einen wäre da Bruce Willis mit seiner Standard-Performance des harte-Schale-weicher-Kern-Ex-Cops, der in dieser bonbonfarbenen Actionklamotte noch der "normalste" von allen ist. Garry Oldmans Darstellung des widerwertigen und durchgeknallten Waffenhändlers Jean-Baptiste Emanuel Zorg ist hingegen ziemlich schräg und man fragt sich bisweilen, was die Plastikschale auf seinem Kopf zu suchen hat. Schon während seines ersten Auftritts lassen sich Anleihen an Q's Waffenlabor finden, die das Herz eines jeden Filmfans höher schlagen lassen. Nach Milla Jovovich mit karottenfarbigen Haaren und Silikonhosenträgern, ist Chris Tucker wahrlich die Spitze des Eisbergs. Wenn er als kreischende Knalltüte durch die Gänge stolziert, dürften viele Zuschauer seine Darstellung eher peinlich als unterhaltsam finden und bei einer Nominierung mit der "Goldenen Himbeere" in der Kategorie "Schlechtester Nebendarsteller" bleibt die Frage, wie man eine durchgeknallte Rolle verkörpern soll, ohne dabei selbst durchgeknallt zu wirken. Im selben Jahr erhielt auch Milla Jovovich eine Nominierung der Goldenen Himbeere für die "Schlechteste Nebendarstellerin", sowie auch eine Saturn-Nominierung für die "Beste Nebendarstellerin". Die Meinungen über die Darstellerleistungen sind demnach sehr gespalten, obwohl sich nicht leugnen lässt, dass sowohl Christ Tucker wie auch Milla Jovovich perfekt in das kunterbunte Gesamtkonzept des Films passen und ihm viel Charme verleihen. Generellen Anklang dürften hingegen die Mangalores mit ihren dümmlich dreinblickenden Latexmasken finden, die dadurch sowohl unbeholfen wie auch zeitweise sympathisch wirken.

Bezüglich der Handlung ist der wohl unumstrittene Höhepunkt des Films der tranceartige Auftritt der blauen Opernsängerin sowie der zeitgleich stattfindende Kampf zwischen den Mangalores und Leeloo. Schnelle Schnitte lassen Milla Jovovich hier ihr Kampfbein zum Takt der Symphonien schwingen, ein Mangalor nach dem anderen wird stilsicher zu Boden geworfen.

Mehrere Kugeln und zahlreiche qualmende Silikonmasken später ist man auch schon beim Finale angekommen, wo sich das simple Rätsel nahtlos in das Gesamtkonzept des Films einfügt, da es eher nebensächlich und aus dramaturgischer Sicht unspektakulär von Statten geht. Deutliche Stärke des gesamten Films ist also die visuelle Ebene, die durch Fehlen jeglicher Wendungen den Film ganz gut alleine trägt. Dennoch ist neben all dem Lob große Kritik am Drehbuch auszuüben. Zwar besticht der Film durch seinen Humor und die wiederkehrenden Slapstick-Einlagen, dennoch wäre zumindest ein handlungstechnischer Hakenschlag wünschenswert gewesen. Stattdessen ist es das übliche Hin und Her, bis das Gute das Böse besiegt und der Held zu seiner Angebeteten findet. Bruce Willis ballert sich in bester (jugendfreier) Stirb Langsam-Manier durch die gegnerischen Reihen. Die Handlung selbst wiederholt sich sogar bezüglich des Aufenthaltsorts der Elemente und sorgt damit eher für ein schweres Aufatmen denn für zischende Synapsen. Letztendlich ist aber der Humor wunderbar in Szene gesetzt und sorgt für einige verwunderte Blicke, beispielsweise wenn die schwarze Sonne in ihrem gasförmigen Aggregatszustand per Festnetzanschluss mit Garry Oldman in Kontakt tritt. Schaut man genau hin, lässt sich zu Beginn sogar auf der Weinflasche ein amüsantes Detail bezüglich des hinterlistigen Priesters erkennen, der versucht die anwesenden Archäologen zu vergiften.

Wo also unter Bleigewitter die bunte Kulisse bröckelt, existiert neben all dem Slapstick und Krawall auch eine gesellschaftskritische Ebene. Aspekte wie Kapitalismus und Atomare Zerstörung werden ebenso aufgegriffen wie das Streben nach Macht und daraus resultierende Gewalt. Als Personifikation des Kapitalismus dient hier die sich ausdehnende schwarze Sonne mitsamt ihren Untergebenen. So ist es Zorg, der trotz seines schon vorhandenen Reichtums weiterhin Geld und Macht scheffelt, ohne Rücksicht auf Verluste. Etwas überzogen lässt sich in ihm der Bank Manager der Zukunft sehen, der zum Schluss doch etwas zu hoch spekuliert. Trotz der angesprochenen Thematiken hätte der Film, wie zum Beispiel der endzeitliche Blade Runner, weitaus düsterer ausfallen können, würde er nicht den Hut vor Bessons jugendlichen Fantasien ziehen. Ein kleiner Appell an die Vernunft in Zeiten atomarer Zerstörung, der den Film seines großen, grellen Charmes glücklicherweise nicht beraubt.

Für die Studios war Das Fünfte Element mit einem Einspielergebnis von über 200 Millionen Dollar ein großer Kassenerfolg und zugleich einer der erfolgreichsten europäischen Blockbuster. Obwohl nach Leon - der Profi die Ansprüche enorm hoch waren und letzten Endes durch das wendepunktarme Drehbuch nicht erfüllt werden konnten, scheint der Publikumsliebling mittlerweile Kult-Status erreicht zu haben. Der erfrischende Genremix aus Sci-Fi-Komödie und Actionklamotte bietet zwei erholsame Stunden fernab der Realität und ist damit gleichermaßen für jüngere wie auch ältere Generationen geeignet. Nicht "Bessons Bester" aber dafür ein erfrischend extravaganter Kinostreifen, den man unbedingt gesehen haben sollte, selbst wenn man sein fünftes Element schon gefunden hat. Bruce Willis rockt, Chris Tucker rockt, Milla Jovovich rockt, sogar die blaue Diva rockt und somit rockt der ganze Film.



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