Hubert Bonisseur de La Bath, alias OSS 117, ist zurück und seine neueste Mission führt in nach Rio. Auch dort sorgt er in unvergleichlicher Manier für allerhand Chaos und bringt einmal mehr mit seinen leicht rassistischen Bemerkungen nahezu alle Nationen und Religionen gegen sich auf. Das Ganze ist dabei erneut hervorragend auf altmodisch getrimmt und hat dank der enormen Spielfreude seines Hauptdarstellers wieder alle Lacher auf seiner Seite.
Qualität setzt sich langfristig eben doch durch. Nachdem der erste Teil der wiederbelebten OSS 117-Reihe selbst in seinem Heimatland nicht überragend lief, avancierte er in der Heimkinoauswertung zu einem Erfolg und erwies sich als Publikumshit diverser Festivals, so dass die Macher die Möglichkeit bekamen, einen zweiten Teil hinterher zu schieben. Dieser bekam nicht nur die Ehre, Abschlussfilm des letztjährigen Fantasy Filmfests zu sein, auch an den französischen Kinokassen erwies sich die Fortsetzung als Kassenschlager, strömten doch über 2,5 Millionen Besucher in die Säle. Dass es in Deutschland erneut nicht zu einer Kinoauswertung ausgereicht hat, ist schade, aber dafür können nun die Heimkinobesitzer einen Blick auf die Fortsetzung mit dem wohl arrogantesten Agenten aller Zeiten werfen.
Nachdem der selbstsichere Geheimagent Hubert Bonisseur de La Bath, besser bekannt als OSS 117, seinen Auftrag in Kairo erfolgreich abgeschlossen hat und ein kurzes Intermezzo in Gstaad ebenso kompromisslos verlief, führt ihn sein neuer Auftrag nun nach Rio! Der Altnazi Von Zimmel bietet ihm dort eine Liste aller korrupten Agenten Frankreichs an und OSS 117 soll persönlich für die Geldübergabe sorgen. Dass dabei nicht alles nach Plan läuft und er erneut vor anderen Nationen und Religionen ein ums andere Mal ins Fettnäpfen tritt, ist natürlich vorprogrammiert.
Auch ohne Vorkenntnisse des ersten Teiles funktioniert die Geschichte von OSS 117 - Er selbst ist sich genug hervorragend. Schon die Eröffnungsszene bietet nahezu alles, was eine Persiflage auf die alten Bondfilme mit Sean Connery haben muss. So treffen die Drehbuchautoren auch in der Fortsetzung nahezu bei jedem Gag ins Schwarze, wenn unser rassistisch und selbstverliebt veranlagter Agent mit seinen Plattitüden keinerlei Fettnäpfchen auslässt. Dies natürlich wieder in unglaublich charmanter Manier, so dass man dem liebgewonnenen Charakter nie böse sein kann. Zugegebenermaßen wird hier der Vorgänger selbst schon recht dreist zitiert, aber wenn die Gags immer noch so punktgenau sitzen, wie beispielsweise in der aberwitzigen Verfolgungsjagd im Krankenhaus, dann soll uns das nur recht sein.
Dabei wird der Zuschauer dank der hervorragenden Inszenierung perfekt in die damalige Zeit hineinversetzt. Neben den erneut tollen Locations, die teilweise an echten Sets von früheren Bondfilmen aufgebaut wurden, wird die altmodische Atmosphäre ebenso durch den treffenden Musikeinsatz sowie die altertümlichen Inszenierungsmethoden unterstützt. Dank der tollen Ideen aus dem Drehbuch ist das Ganze zudem immer schön abwechslungsreich in Szene gesetzt und kann für ein rundes Gesamtbild sorgen.
Schon in seinem Vorgänger bewies Jean Dujardin, dass er hier seine Paraderolle gefunden hat. Erneut gibt er sich unglaublich charmant und selbstgefällig und geht in einem der lustigsten Filmcharaktere der letzten Jahre perfekt auf. Nicht nur seine Mimik und Körpersprache sind ganz groß: Auch seine süffisante Stimmlange trifft jedes Mal den richtigen Ton. So liefert er erneut eine hervorragende One-Man-Show ab und ist der Garant, dass der Film überhaupt erst so gut zu funktionieren vermag. Das weitere Cast spielt hierbei ganz klar die zweite Geige, einzig der deutsche Export Rüdiger Vogler darf als Altnazi im letzten Drittel noch für einige humoristische Highlights sorgen.
Sicherlich könnte man abschließend sagen, dass es sich bei OSS 117 - Er selbst ist sich genug um eine Kopie des Vorgänger handelt. Aber ehrlich gesagt: Warum groß etwas ändern, wenn die Gags in ihrer Variation erneut punktgenau ihr Ziel treffen? Solange die Drehbuchautoren mit gelungenen Ideen das Ganze leicht variieren können und man auf einen so gut aufgelegten Hauptdarsteller zurückgreifen kann, dann macht das immer noch mehr Spaß als 90 % aller anderen sogenannten Komödien, mit denen die Kinolandschaft überschwemmt wird. So ist Michel Hazanavicius erneut ein aberwitziges Stück Kino gelungen, bei dem erneut die Empfehlung zur OV-Sichtung ausgesprochen werden muss, denn, wie schon erwähnt, lebt der Film von Jean Dujardins Performance, die leider in der synchronisierten deutschen Fassung nicht halbwegs so lustig auf den Zuschauer wirkt. In der Originalfassung mit Untertiteln ein abgefahrener Spaß, der einen schon voller Vorfreude auf den angekündigten dritten Teil warten lässt.