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Overnight(Overnight, 2003)
| Dt.Start: |
nicht bekannt DVD: 11. Dezember 2009
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Premiere: |
12. Juni 2003 (Festival, USA) |
| FSK: |
ab 16
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Genre: |
Dokumentation |
| Länge: |
82 min
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Land: |
USA |
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Darsteller:
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Jeffrey Baxter, Emmanuelle Béart, Chris Brinker, Jake Busey, Gordon Clark, Billy Connolly, Jim Crabbe, Willem Dafoe, Vincent D'Onofrio, Marie Duffy, Robert Duffy, Tate Duffy, Taylor Duffy, Troy Duffy, Tyson Duffy, Cassian Elwes, Sean Patrick Flanery, Jason Flom, John Goodman, Shaun Hill, Ramses Ishak, Jimi Jackson, Ron Jeremy, Matthew Modine, Tony Montana, Jerry O'Connell, Norman Reedus, Paul Reubens, Joel Roman, Ron Saint Germain, Daniela Saioni, Mark Brian Smith, Patrick Swayze, Mark Wahlberg, Sharon Waxman, Harvey Weinstein, John West, Billy Zane, Dave Zerr |
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Regie:
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Tony Montana, Mark Brian Smith |
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Drehbuch:
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nicht bekannt |
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 Inhalt
Als ihm 1997 Harvey Weinstein sein Drehbuch abkaufte und ihm 15 Mio. Dollar bereitstellte, es zu realisieren, schien Troy Duffy der Einstieg ins Filmgeschäft geglückt zu sein. Doch geplatzte Verträge und seine Egomanie sollten dafür sorgen, dass dieser Traum wieder zu scheitern drohte. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Lutz Granert
Von der Filmindustrie unfair behandeltes Wunderkind oder debiler und größenwahnsinniger Tarantino-Epigone? Darüber streiten sich Filmkritiker und Publikum bei Troy Duffy, dem Autor und Regisseur von Der blutige Pfad Gottes, bis heute. Die Dokumentation Overnight trug zum Entfachen dieser Diskussion entscheidend bei.
Im Jahre 2009 war es endlich soweit: Knapp 10 Jahre nach Teil eins hatte Der blutige Pfad Gottes 2 seine US-Premiere. Dabei war es vor allem der großen Fangemeinde dieses Kultfilms zu verdanken, dass es überhaupt dazu kam. Lange Zeit fand sich nach dem kommerziellen Misserfolg des unter äußerst problematischen Umständen entstandenen ersten Teils kein Geldgeber, Regisseur Troy Duffy galt als unbequemer Egomane. Wie es dazu kam, illustriert die inzwischen beinahe berüchtigte Dokumentation Overnight.
Zwei Filmemacher, Mark Brian Smith und Tony Montana, begleiteten Troy Duffy seit dem Frühjahr 1997 auf seinem Karriereweg. Da galt der Barkeeper aus Boston noch als aufgehender Stern am Himmel von Hollywood, als Branchenblätter sein Drehbuch zu Der blutige Pfad Gottes feierten, welches er gerade für einen sechsstelligen Betrag an Miramax-Boss Harvey Weinstein verkauft hatte. Weinstein war so überzeugt von Duffys Fähigkeiten, dass er dem angehenden Regiedebütanten 15 Mio. Dollar für die Umsetzung seines Skripts bereitstellen wollte. Insbesondere bei der Besetzung wollte er ihm freie Hand lassen, Duffys Band "The Brood", für welche die Dokumentaristen Smith und Montana als Manager fungierten, sollte den Soundtrack beisteuern. Doch - man ahnt es - dazu ist es nie gekommen.
Im Herbst 1997 ließ Miramax den Vertrag mit Duffy platzen, warum, war nicht ganz klar. Man munkelt von Differenzen bei der Besetzung. Auch aus dem Plattenvertrag für Duffys Band bei einem großen Label wurde nichts. Bis dahin sprühte der unrasierte, untersetzte und mit Schimpfwörtern um sich werfende Unsympath vor Selbstüberschätzung, feierte sich und seine Genialität, was das über weite Strecken intime Duffy-Porträt Overnight scheinbar objektiv und ohne jegliche Wertung einfängt. Duffys Ego und seine Ansicht, dass nur er - keiner seiner Vertrauten - etwas Außergewöhnliches mit den schließlich doch noch erfolgreich beendeten Dreharbeiten zu Der blutige Pfad Gottes und der Vermarktung seiner Band geschaffen hatte, stand dabei seiner Karriere im Weg. Es führte zum Bruch mit der Band, die sich wegen Erfolglosigkeit auflöste, und mit den beiden Regisseuren, mit denen er nach Abschluss der Dreharbeiten zu Overnight bis zur Premiere 2003 kein Wort mehr sprach. Bis heute konnte er das insbesondere durch diesen Film mitbegründete negative Image als selbstherrlicher, trinkfester Kontrollfreak nicht abstreifen.
Doch trotz aller Nähe von Smith und Montana zu Troy Duffy und dem scheinbaren Bestreben, Bilder und Gespräche beim Publikum unkommentiert wirken zu lassen, enthält die Dokumentation arg tendenziöse Züge. Von Beginn an stellt sich die Frage, in welchem Verhältnis die beiden Filmemacher zu Troy Duffy eigentlich stehen. Aufgrund der Querelen wurde - so scheint es - der Dokumentation im Nachhinein eine Linie gegeben, die die Person Duffys nicht facettenreich darstellen, sondern sie mit all ihren Eitelkeiten demontieren will. Das gelang aufgrund der Auswahl einiger besonders "treffender" Szenen ziemlich gut. So wird auf einer der zahlreichen Zwischentitel nicht nur Duffys Verschwendungssucht entlarvt, sondern auch mit einem Albert Goldman-Zitat betont, dass durch den kurzfristigen Erfolg eines Mannes, dessen wahres Gesicht ans Tageslicht komme. Duffy als herrschsüchtiges Arschloch? So einfach sollte man es sich nicht machen.
Abseits der fragwürdigen Intentionen der beiden Regisseure von Overnight ist diese Dokumentation aber ein grimmiges Spiegelbild der Mechanismen der Traumindustrie, die über Nacht Kometen am Filmhimmel leuchtend emporsteigen, aber genau so schnell wieder verglühen lassen kann. Ein interessantes, wenn auch reichlich einseitiges Porträt von einem Mann aus der Arbeiterschicht, der enorm eifrig und ausdauernd, aber auch zu selbstherrlich seinem Ziel nachging, in der Filmindustrie Fuß zu fassen.  Weitere interessante Filme
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