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Megamind

(Megamind, 2010)

Durchschnittliche Redaktionswertung

76%



Inhalt

Megamind ist ein brillanter Bösewicht, der seinen überdimensionalen Kopf nicht ohne Grund auf den Schultern trägt. Doch leider ist er wenig erfolgreich in seinen Machenschaften. Seit Jahren versucht er erfolglos die Stadt Metro City zu erobern. Durchkreuzt werden seine fiesen Pläne immer wieder von dem schier unbesiegbaren, maskierten Superhelden Metroman.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

76%

Wie einst Kryptons stählernen Sohn, entsendeten Eltern, kurz bevor ihre Welten untergingen, zwei Babys. Ein blauhäutiges mit birnenförmigem Schädel, das zum Superschurken Megamind heranwächst und einen rosa Wonneproppen, der sich zu Metro Man, dem superstarken, flugfähigen und fast unverwundbaren Beschützer Metro Citys entwickelt. Megamind entpuppt sich als intelligente Variante des üblichen Superschurke versus Superheld Themas. Mit der Umkehrung des Heldenmotivs richtet er sich eindeutig an ein älteres Publikum. Der einhergehende Verlust an Leichtigkeit wird aber nicht konsequent durch die erhoffte Vielschichtigkeit ersetzt.

Bild aus Megamind Nachdem Ich - Einfach Unverbesserlich bereits einen ähnlichen Weg beschritt, sieht es nun aus, als hätten auch DreamWorks Animation den Super-Villain als "Heldenfigur" für sich entdeckt. Megamind geht aber noch einen Schritt weiter: Er kehrt die Positionen um und erzählt die Geschichte aus der Sicht des Bösewichts, der sich zur Bekämpfung des Guten auf seine genialischen Geisteskräfte und seinen Gehilfen, eine sprechende piranha-artige Kreatur, verlässt.

Ganz beiläufig wird dann noch die Frage nach dem Sein und der wahren Identität eines Wesens gestellt. Während der Good-Guy in einer überprivilegierten Familie aufwächst und von klein auf mit positiven Werten konfrontiert wird, landet die Weltraumkapsel mit dem blauen Baby in einem Gefängnis. Die Erziehung, die Megamind vom ersten Augenblick an genießt, ist somit eine kriminelle; wie könnte er sich also zu etwas anderem entwickeln, als ebenfalls zu einem Verbrecher?

Ob nun Sozialisation oder angeborene Veranlagung, das Böse bekämpft auf ewig das Gute und letzteres obsiegt stets. So sind in Metro City die immer wiederkehrenden Auseinandersetzungen zwischen Megamind und Metro Man mehr zum event-artigen Ritual geworden, bei dem Metro Man seinen Widersacher in die Grenzen weist; solange zumindest, bis eines Tages Metro Man in eine teuflische Falle tappt und von Megamind ins Jenseits befördert wird.

Der neue Herrscher über die Stadt feiert seine unumschränkte Macht. Es dauert aber nicht lange und der Oberbösewicht, den nun keiner mehr herausfordert, beginnt sich furchtbar zu langweilen. Das Böse scheint in Absenz des Guten seine Existenzberechtigung einzubüßen. Kurzerhand erschafft Megamind aus DNA-Resten Metro Mans einen neuen Superhelden, Titan Man, der allerdings sieht seinen Lebensinhalt nicht darin, den Bürgern Metro Citys zu dienen und beginnt alsbald Terror und Angst zu verbreiten.

Neben der philosophischen Fragestellung nach der wahren Identität (sind wir unabänderlich, der der wir sind oder machten uns die äußeren Umstände dazu?) stellt sich in Megamind obendrein die fast schon taoistische Frage nach der gegensätzlichen Natur der Dinge, die alles in der Balance hält. Wie im Yin-und-Yang-Symbol kann logischerweise das eine Extrem nicht ohne das andere existieren und in beiden ist zudem jeweils ein kleinwenig vom anderen enthalten.

Obwohl Megamind zunächst wie der übliche Animationsklamauk beginnt, stellen sich solche und ähnliche Frage im Verlauf immer wieder. Anfänglich stehen dennoch die parodistischen Motive im Mittelpunkt: Ein Superheld, der ganz klar an "Supie" angelehnt ist, sich aber - anders als der edel und bescheiden gesinnte Kryptonier - gerne Elvis-gleich inszeniert und ein Superschurke, der entfernt an den Leader erinnert, ein Gamma-Strahlen verseuchtes Supergenie und Comic-Gegner des Hulk; wobei Megamind blau und nicht grün ist und anders als der Leader in Wahrheit gar nicht so übel gesinnt, wie er es gerne vorgibt.

Eines haben in diesem Animationsstreifen alle Superwesen aber gemeinsam: Allesamt verhalten sich wie pubertierende Teens, die sich gar nicht richtig bewusst sind, was ihre Kräfte für eine Verantwortung mit sich bringen oder wie gefährlich manche (schurkische) Planung ist. Das bewahrheitet sich vor allem, sieht man sich die letzte Superfigur im Bunde, den Titan Man, an: Er ist der Prototyp des Teenagers, der mit dem Geschenk dieser unermesslichen Kräfte gar nicht umgehen kann. Aus dieser Perspektive betrachtet ist Megamind eine richtige Coming-of-Age-Story, in der die Figuren zuweilen erstaunliche Entwicklung an den Tag legen.

Passend dazu gibt es auch eine (außer)ordentliche Romanze. Zu Beginn ebenfalls als Sidekick in Richtung Redaktion des Daily Planet und Metropolis eingeführt, entwickelt sich die Figur der Roxanne Ritchi - ganz augenscheinlich ein Lois-Lane-Klon - zu einem raumgreifenden Element, das die Entwicklungen im Film vorantreibt. Mit diesen stillen, sensiblen wie nachdenklichen Anteilen nimmt Megamind ein Stückweit eine Gegenposition zum ebenfalls persiflierten Incredibles - Die Unglaublichen ein, was aber wiederum nicht heißen soll, dass der Streifen in erster Linie zu melancholischen Grübeleien animiert - eine Art Watchmen - Die Wächter ist Megamind beileibe nicht.

Der Spaß kommt bei Megamind insgesamt nicht zu kurz. Angefangen bei den vielfältigen parodistischen Anleihen, samt Umkehrung des Obama-Slogan, über süffisante Dialoge, bis hin zu knalliger Action und Situationskomik. Damit können durchaus Jung und Alt gleichermaßen auf ihre Kosten kommen, streng genommen steht aber ein eher älteres Publikum als Zielgruppe im Fokus. Trotz des intelligenten Diskurses, der über die üblichen Heldenattitüden deutlich hinaus geht, der vielen Zitate und einer musikalischen Unterlegung, welche die Herzen älterer Filmfans höher schlagen lassen wird, packt Megamind nicht völlig zu; dazu hätte er durchaus noch etwas straffer und kerniger sein können. Zudem machen ihn die erzählerischen Richtungswechsel spürbar unrund. Wer aber mal einen etwas anderen Superheini-Streifen sehen möchte, liegt mit diesem Film durchaus richtig.

Keine weitere Wertung


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