Vampire, die furzende Frauen beim Schlafen beobachten, glitzernde Geschlechtsteile haben und es mit Lady Gaga treiben. Werwölfe, die Katzen nicht wiederstehen können, in typischer Hundemanier an den Briefkasten pinkeln und ebenso durch die Gegend laufen. Willkommen in einer unterirdischen Parodie auf die Twilight-Franchise, in der Furzwitze, Dauerstolpern und Fäkalhumor an der Tagesordnung sind und die außer Fremdschämen keinerlei Regung beim Zuschauer auslösen wird.
Sind wir mal ehrlich: Gibt es momentan irgendetwas, das man besser parodieren könnte, als den seit einigen Jahren um die gesamte Welt streifenden Twilight-Hype? Die furchtbar belanglose und unoriginelle Geschichte mit ihren blassen, eindimensionalen Figuren und deren hysterischen Fans bieten genug Material für eine herrliche Veralberung in Form eines Filmes. Da man jedoch erneut das Regieduo Seltzer und Friedberg ans Ruder gelassen hat, welches schon für solch epische Rohrkrepierer wie Date Movie und Meine Frau, die Spartaner und Ich verantwortlich war, standen die Voraussetzungen für eine gute Parodie schon im Vorfeld eher schlecht.
Becca ist ein typisches Teenagermädchen mit den üblichen Problemen. Nach dem Umzug in ihren neuen Wohnort merkt sie ziemlich schnell, dass hier etwas nicht stimmt: Begegnungen mit Werwölfen und Vampiren scheinen nämlich an der Tagesordnung zu sein. Es dauert auch nicht lange bis sie sich in Edward, den Vampir mit den glitzernden Geschlechtsteilen, verliebt. Im Gegenzug hat jedoch ein gewisser Chihuahuawerwolf namens Jacob seinerseits einen Blick auf Becca geworfen. Ring frei für eine Dreiecksbeziehung wie sie bescheuerter nicht sein könnte.
Einmal mehr machen Seltzer und Friedberg das, was sie können: Tausende von Filme, aktuelle Trends und Serien zitieren, ohne dabei auch nur ansatzweise etwas wie Humor zu vermitteln. So äußern sich ihre Gagversuche einmal mehr in dem plumpen Abspielen von Stolper-, Furz- und Fäkalhumor und getoppt wir das Ganze noch mit unglaublich albernen Showeinlagen, bei denen man sich fragen muss, wie das auf dem Papier auch nur ansatzweise lustig aussehen konnte. Viel zu selten wird auch die große Möglichkeit genutzt, um die peinliche Geschichte der Twilight-Saga zu veralbern: Viel zu groß war wohl die Angst, sich den Zorn des Zielpublikums zuzuziehen und dementsprechend bierernst werden die unterirdischen Dialoge aus der Vorlage vorgetragen. Im Vergleich zu ihren vorherigen Filmen können sie dem Zuschauer zumindest ab und an ein Schmunzeln auf die Lippen bringen, wenn sich beispielsweise Team Edward und Team Jacob gegenseitig niedermähen oder wenn dem unkundigen Leser der Bücher, in dem einzig wirklich gelungenen Gag des Filmes, in bester Simpsons-Manier das Ende des letzten Romans gespoilert wird. Dem Niveau der Drehbuchschreiber scheint sich auch der deutsche Verleih angepasst zu haben, der aus dem schön doppeldeutigen Originaltitel Vampires Suck das oberpeinliche Beilight - Biss zum Abendbrot kreierte.
Inszenatorisch erwartet man bei einer Parodie nicht viel, höchstens vielleicht, dass die veralberten Sequenzen liebevoll nachgeahmt werden. Auch hier kann der Film keine Punkte gewinnen: Zu lieblos wirken die einzelnen Szenen aneinander geklatscht und zu oft meint man, die Macher hätten nur den Trailer der jeweiligen Filme gesehen, beschränkt sich der Großteil der parodierten Szenen doch auf diese Momente.
Mit Ausnahme einiger Nebendarsteller, wie Arielle Kebbel und Ken Jeong, liest sich das Cast des Filmes größtenteils ohne große Namen, einzig die Robert Pattinson Kopie Matt Lanter dürfte Fans der Neuauflage von 90210 bekannt sein. Generell beschleicht den Zuschauer schnell das Gefühl, dass die Darstellerriege, und da schließt sich der Vergleich zu der parodierten Filmreihe, einzig aufgrund des Aussehens gecastet wurde. So sehen die Figuren ihren Vorbildern extrem ähnlich, haben jedoch nicht mal ansatzweise die Möglichkeit dank des schwachen Drehbuchs zu beweisen, ob sie nun einen Funken Talent besitzen oder nicht. In diesem Film ist jedenfalls nichts davon zu erahnen.
Seltzer und Friedberg. Auch mit ihrem neuesten Film setzen die beiden Regisseure auf Konstanz und fahren einmal mehr eine Parodie vollkommen an die Wand. Wirklich ärgerlich ist es vor allen Dingen, weil das Ganze aufgrund der Thematik durchaus das Potential gehabt hätte, um eine gelungene Parodie zu kreieren. Stattdessen bekommt der Zuschauer eine absolut unlustige Veralberung der Twilight-Reihe geboten, die außer einem entsetzten Gesicht bei den gespoilerten Nichtlesern der Reihe, nicht mal ansatzweise einen Funken Humor versprühen kann.