GasLand Poster

Film-Seite zu GasLand
Poster zu GasLand
Offizielle Seite
PDF zu GasLand

GasLand

(GasLand, 2010)

Dt.Start: nicht bekannt Premiere: 24. Januar 2010 (Sundance Film Festival, USA)
FSK: ab 6 Genre: Dokumentation
Länge: 109 min Land: USA
Darsteller: n/a
Regie: Josh Fox
Drehbuch: Josh Fox


Inhalt

Gas deckt ungefähr 25% des weltweiten Energieverbrauchs ab und wird Prognosen zufolge in den nächsten 25 Jahren andere Fossile Brennstoffe wie Kohle und Erdöl ablösen. Doch ist Gas auch sicher? Es gibt Anschuldigungen, dass Bohrungen von Erdgasunternehmen im US-Bundesstaat Pennsylvania zur Kontamination des Trinkwassers der umliegenden Anwohnerschaft führten.
Shopping-Box
DVDs zu GasLand Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu GasLand Poster & Merchandise
zum Film
GasLand bei eBay Artikel bei eBay
zum Film

Durchschnittliche Redaktionswertung

GasLand hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 58%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Florian Lieb
GasLand hat eine Wertung von 58%
Wie die meisten heute - und viele von Anfang an - wussten, wurde der Krieg im Irak von den USA nicht wegen möglicher Nuklearwaffen oder der Furcht um die eigene Freiheit geführt, sondern wegen ihrer Energie-Abhängigkeit. US-Entertainer Jon Stewart rekapitulierte am 16. Juni 2010 in seiner Ausgabe von The Daily Show schön, wie US-Präsident um US-Präsident seit Richard Nixon um eine Energie-Unabhängigkeit warb. Im Gegensatz zum Öl sind die USA was Gas angeht schon eine Ecke weiter. Dieses gewinnen sie auch aus dem eigenen Untergrund. Opfer gibt es aber dennoch - die eigene Bevölkerung. Ein ernstes Thema, das von Josh Fox rekapituliert wird, ohne neue Informationen zu liefern oder über die gesamte Länge zu unterhalten.

Bild aus GasLand Im Mai 2008 erhielt Josh Fox einen Brief eines Erdgasunternehmens, welches daran interessiert war, für $100.000 das Grundstück seiner Eltern zu mieten. Um dort Bohrungen vorzunehmen, beziehungsweise den Untergrund zu "fracken". Im Prozess des "fracking" folgt auf die Bohrung ein Hochdruckzufluss von Wasser, Salz und zahlreichen Chemikalien, welcher Risse verursacht, durch die das Erdgas besser ausströmt. Der Nachteil des Ganzen: Das mit Chemikalien versetzt Wasser der Erdgasunternehmen verschmutzt das Trinkwasser der umliegenden Anwohner. Dies führt nicht nur dazu, dass das Trinkwasser nicht mehr konsumierbar ist, sondern weitaus kritischer noch: es wird entzündbar.

Keine Neuigkeit zum Zeitpunkt der Ausstrahlung von GasLand. Bereits während der Dreharbeiten von Fox im vergangenen Jahr berichteten viele US-amerikanische Nachrichtensender von Vorfällen, in denen Bürger ihr aus den Hähnen strömendes Wasser mittels Feuerzeug entzünden konnten. Derart hoch war der Erdgasanteil in ihrem Trinkwasser. Insofern deckt Fox' Dokumentation keinen Missstand auf, da dieser bereits, wenn man es so ausdrücken will, zu Tage gefördert wurde. Doch Fox forscht weiter, sieht sich selbst als natural gas drilling detective und will die Hintergründe einfangen. Quasi ein Geständnis erzwingen, Ursachenforschung betreiben, um Problembewältigung zu fördern.

Bedauerlicher Weise gelingt ihm keines dieser Unterfangen. Nach rund siebzig Minuten erklärt er: "Let's go get the rest of the story". Zu diesem Zeitpunkt fragt man sich zum Einen, welche Story er meint, zum Anderen, welchen Rest? Denn bis hierhin hat Fox nur rekapituliert, ist vor Ort gewesen, in Dimock, Pennsylvania, und hat die Betroffenen befragt. Viele von ihnen erklären, sie litten unter Beschwerden, verursacht durch das kontaminierte Wasser. Einige von ihnen zünden für Fox ihr Wasser an. Fast jeder berichtet, wie er den Erdgasleuten ebenjenes Wasser zum Trinken angeboten habe, als man ihnen versichern wollte, es sei harmlos. Nie wollten es die Erdgasleute trinken. Eine schöne Methode, die Fox geschickt aufgreift und dann leider wiederholt. Ein Mal. Dann noch ein Mal.

Mit den Unternehmen spricht er nicht. Darf er nicht, jedenfalls bis zum Ende. Und als die Verursacher zu Wort kommen, liefern sie keine Informationen. Fox fängt das Statement ein, akzeptiert es. Hier hat er noch viel zu lernen, beispielsweise von einem Michael Moore, dessen Methoden kritisch fragwürdig sind, aber ergebnisreicher. Als mitreißende Dokumentation versagt GasLand, da der Film weniger wie eine Geschichte aufgebaut ist, denn ein Dossier. Nach fünfzig Minuten drohen die vielen Informationen, die Fox rekapituliert, einen zu erschlagen. Immer schwieriger wird es, ihm aufmerksam zu folgen. Das Erdgasvorkommen von Pennsylvania, New York und umliegenden Staaten, Marcellus Shale genannt, bezeichnet Fox zu Beginn als "the Saudi Arabia of natural gas". Hier ist sein Aufbau noch unterhaltsam, weil informativ, aber nicht überfordernd.

Wenig später wird es dann schon unübersichtlicher. Chemikalien werden aufgezählt wie Kohlenwasserstoff oder Glycolether, die einem zwar wenig sagen, aber den Eindruck erwecken, bedenklich zu sein. Dazwischen spielt Fox dann auch mal in Gasmaske Banjo, ohne dass man nachvollziehen kann, warum. Nicht jede Dokumentation muss etwas Neues liefern, Rekapitulationen sind durchaus in Ordnung, wie im Falle von Burma VJ. Allerdings hilft dem Zuschauer Fox' Doku nicht sonderlich weiter. Er greift auf, was bereits in den Nachrichten lief, offeriert mehr Stimmen von Betroffenen, die sich allerdings nicht wirklich unterscheiden. Dabei bleibt GasLand stets so ungriffig, wie ein Wikipedia-Artikel, ohne jedoch dessen Kompaktheit zu erreichen. Die Bucht - The Cove und Food, Inc. entließen den Zuschauer mit einer Botschaft, wie diese das Gesehene wenn schon nicht verhindern, doch zumindest verbessern können. Bei Fox ist das Publikum am Ende seines Filmes so hilflos wie zu Beginn. Und bleibt weiterhin das Opfer seiner eigenen Wirtschaft.



Weitere interessante Filme


Leider haben wir derzeit keine Vorschläge zu diesem Film.
Film vorschlagen

 

© 2013 MovieMaze.de