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Mitfahrgelegenheit

(Mitfahrgelegenheit, 2008)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 09. Juli 2010
Premiere: 07. Juni 2008 (Berlinale, Deutschland)
FSK: nicht bekannt Genre: Komödie
Länge: 90 min Land: Deutschland
Darsteller: Matthias Dietrich (Frank Reese), Martin Kaps (Thomas Kleiser)
Regie: Alexander Schulz
Drehbuch: Alexander Schulz


Inhalt

Franks Leben verläuft in gut geplanten Kreisen und ist wohl organisiert. Doch eine Woche bringt dies alles völlig durcheinander: Er lernt in einer spanischen Studentin die Liebe seines Lebens kennen, die aber so schnell wieder weg ist, wie sie gekommen ist. Das Einzige, was Frank von ihr weiß, ist, dass sie in Lyon studiert. Kurzerhand fährt er per Mitfahrgelegenheit in Form des Mechanikers Tom nach Frankreich. Dieser scheint zwar etwas simpler gestrickt zu sein, ist aber auf viele Fallen im Alltagsleben vorbereitet. Der Weg zur spanischen Traumfrau schweißt die beiden eng zusammen und ist voller Herausforderungen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Mitfahrgelegenheit hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 69%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Lutz Granert
Mitfahrgelegenheit hat eine Wertung von 69%
Das Langfilmdebüt von Regisseur Alexander Schulz ist ein eher simpel gestricktes, aber sympathisches Road-Movie: Zwei gegensätzliche Charaktere fahren auf der Suche nach einer Frau zusammen durch Europa. Doch die Produktionsumstände von Mitfahrgelegenheit, bei welchem das Publikum aktiv wesentliche Teile des Films mitbestimmen konnte, sind außergewöhnlich.

Bild aus Mitfahrgelegenheit Zu einem vereinbarten Zeitpunkt treffen sich an einem vereinbarten Ort Fahrer und Mitfahrer, oftmals Angestellter und Student. Beide haben ein gemeinsames Ziel. Unterwegs reichen die Gesprächsthemen - neben dem unvermeidlichen Schweigen - von Smalltalk um den Grund der Fahrt bis hin zu weltanschaulichen Meinungen. Alles kann, nichts muss. Sobald das Ziel erreicht ist, wird finanziell abgerechnet, sehen sich Fahrer und Mitfahrer vermutlich nie wieder. Vollkommen unverbindlich. Genau so verlaufen auch die ersten 10 Filmminuten von Mitfahrgelegenheit.

Da fährt ein schüchterner BWL-Student namens Frank (Matthias Dietrich) im Wohnmobil vom lässigen KFZ-Mechaniker Tom (Martin Kaps) von Karlsruhe bis nach Lyon mit, um seine erst frisch kennen gelernte spanische Freundin Mercedes im Studentenwohnheim überraschend zu besuchen. Doch leider ist sie nicht da, sondern in Spanien. Und genau dieser Fakt und ein riesiger Zufall sollen dafür sorgen, dass die Mitfahrgelegenheit nicht nur eine flüchtige Bekanntschaft bleibt, die beim nächsten Trip wieder vergessen ist, sondern sich zunehmend eine Männerfreundschaft entspinnt. Bei seinem nächtlichen Streunen durch Lyon begegnet Frank dem betrunkenen Tom wieder, dessen geplanter Wohnmobil-Verkauf geplatzt ist, und beide fahren zusammen nach Spanien. Und natürlich - so verlangt es das Genre des Road-Movies - passieren dabei viele, leider aber auch arg vorhersehbare Dinge. Der leere Tank und das Campieren mitten im Nirgendwo bedingt durch Navigationsprobleme wirken wie die obligatorischen Genreklischees, welche das Konfliktpotenzial zwischen den beiden ungleichen Charakteren schürt. Dabei ist es vor allem den beiden Hauptdarstellern, ernsten Untertönen und einer Prise Situationskomik fernab jedes lärmenden Euro Trip-Klamauks zu verdanken, dass Mitfahrgelegenheit trotz der Holzschnittartigkeit seiner Figuren und wenig überraschender Adoleszenz-Einsprengsel einen sympathischen Eindruck hinterlässt.

Interessanter als die simple Story sind dabei die Produktionsbedingungen, unter denen Mitfahrgelegenheit entstand. Auf der Internetseite schmückt sich Mitfahrgelegenheit als die "Erste interaktive Live-Spielfilmproduktion Deutschlands", was bedeutet, dass Homepage-Besucher bei der Auswahl der beiden Hauptdarsteller, des Soundtracks, bei Teilen des Drehbuchs und schließlich bei der Auswahl des Titelmotivs durch Abstimmung mitentschieden. So war ein Dialog möglich zwischen den Filmemachern, Absolventen der FH Mittweida, und dem Publikum, welches während der Produktion wesentlichen Einfluss auf den Film nehmen konnte. Das vierköpfige Drehteam fuhr dabei denselben Weg wie die beiden Hauptdarsteller. Alle zusammen übernachteten schließlich im Wohnmobil und vor Ort, an Originalschauplätzen, musste aufgrund des kleinen Teams immer wieder improvisiert werden - das geht aus dem lohnenden, anekdoten- wie filmzitatereichen Audiokommentar der DVD hervor. Authentischer und sympathischer kann Filmemachen wahrlich nicht sein. Da interessieren die inhaltlichen Schönheitsfehler wie die arg simpel geratene Story wenig. Ein frischer, frecher und leichter Genrebeitrag mit hübschen Landschaftsaufnahmen - ideal für den Sommer.



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