Nach Die nackte Wahrheit muss sich Katherine Heigl schon wieder mit einem unfreundlichen und rüpelhaften Macho herumärgern. Dieses Mal handelt es sich dabei um Josh Duhamel, mit dem sie gemeinsam die Tochter ihrer verstorbenen Freunde groß ziehen muss. Daraus entsteht eine romantische Komödie nach altbekanntem Muster, aber dieses Mal mit tragischem Unterton. Dieser trübt zeitweise die Stimmung, gegen Ende kann der Film aber dennoch mit einigen guten Lachern punkten.
Jahr für Jahr drängen romantische Komödien auf den Markt, jede möchte die Zuschauer für sich gewinnen. Dabei wird immer und immer wieder Schema F zu Rate gezogen und scheinbar eine Schablone aus "er hasst sie, sie hasst ihn, aber irgendwie verlieben sie sich und alle sind glücklich" lediglich mit anderen Rahmenparametern bestückt. Das mag ein Dauerbrenner und auch Erfolgsgarant sein, aber ein bisschen mehr Innovation und Mut zu Neuem wäre mal wieder erfrischend.
Im Falle von So spielt das Leben besteht das "Neue" aus einer tragischen Geschichte, die den Anstoß zum bunten Liebestreiben gibt. Peter und Alison Novak, Eltern der süßen mittlerweile ein jährigen Sophie, verunglücken tödlich. In ihrem Testament haben sie ihre beiden engsten Freunde, Eric Messer und Holly, als Vormund bestimmt. Blöd nur, dass diese Beiden sich überhaupt nicht leiden können. Das wussten Peter und Alison auch, aber sie wollten sich den Spaß wohl gönnen. Also ziehen Eric, der lieber nur "Messer" genannt wird, und Holly, die eigentlich schon seit längerem auf Sam steht, gemeinsam im ehemaligen Haus der Novaks ein und kümmern sich um Sophie. Wäre die Überforderung, plötzlich ein Kleinkind zu haben und nicht zu wissen, was man damit anstellen soll, nicht schon genug, geraten die Beiden natürlich bei jeder Kleinigkeit aneinander. Doch Sophie zu Liebe versuchen sie sich zusammenzureißen und schließlich landen sie sogar im Bett. Das aber macht - Überraschung - die ganze Sache noch viel komplizierter.
Zuletzt sah man Katherine Heigl in einer ähnlichen Situation mit Gerard Butler in Die nackte Wahrheit. Auch hier zankte sie sich mit einem Macho was das Zeug hält, nur um im Endeffekt im siebten Himmel mit ihm zu landen. Ähnlich ist es auch hier gelagert, nur eben mit veränderten Parametern. Dabei stellt sich die Frage, ob ein tragischer Unfall, bei dem ein kleines Mädchen beide Elternteile verliert, wirklich in eine romantische Komödie gehört?
All dessen einmal ungeachtet, hat So spielt das Leben aber dennoch seine Lacher zu bieten. Gerade bei romantischen Komödien muss man hin und wieder seinen logischen Verstand einfach ausschalten oder am besten gleich an der Kinokasse abgeben. Dann kann man lachen, sich freuen und mit fiebern. Natürlich weiß jeder, der schon einmal eine derartige Komödie gesehen hat, wie beispielsweise Verlobung auf Umwegen oder auch Der Kautions-Cop, ganz genau, wie die Geschichte enden wird, doch häufig ist eben einfach der Weg das Ziel. Es gibt sogar die ein oder andere Szene, die zumindest minimal überrascht und deshalb umso mehr erheitert, auch wenn der restliche Film reichlich vorhersehbar bleibt.
Im Schauspiel gibt es ebenfalls keine großen Überraschungen, immerhin hat man beide Hauptakteure bereits in ähnlichen Rollen gesehen. Katherine Heigl beispielsweise im bereits erwähnten Die nackte Wahrheit und Josh Duhamel lässt aktuell in Schwesterherzen - Ramonas wilde Welt den Verführer raushängen.
Wie eigentlich die meisten Rom-Coms ist auch So spielt das Leben eher weniger für Männer geeignet, da diese nicht einmal vom Romantikfaktor und dem "bekommt sie ihn nun doch"-Gefühl profitieren können. Für einen netten Frauenabend, bei dem man nicht zu viel Hirnschmalz aufwenden möchte und sich von einer vorhersehbaren und stellenweise traurigen Geschichte nicht abschrecken lässt, ist der Streifen aber durchaus noch zu empfehlen.