Vor zehn Jahren hätte wohl keiner vermutet, wie erfolgreich die Serie Jackass laufen würde. Im Jahr 2003 erschien nach drei Staffeln dann der erste Kinofilm Jackass: The Movie und nun liegt uns schon die dritte Version der Stunts und Ekelstories in Spielfilmlänge vor. Auch wenn Jackass 3D sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen wird, so muss man doch deutlich hervorheben, dass man weiß, worauf man sich einlässt. Vor dieser Prämisse ist eindeutig, dass auch der neue Streifen einige gute Lacher und spektakuläre Szenen für Fans aufzuweisen hat!
Jaja, die Zielgruppenproblematik zeigt sich vor allem bei Filmen wie diesem. Als Kritiker ist es manchmal sehr schwer, sich in einen Film hinein zu fühlen, wenn man selbst nicht Teil der Zielgruppe ist. Vor allem bei Kinderfilmen, aber auch bei sehr speziellen Streifen - wie eben Jackass 3D - fällt dann eine Meinung oftmals schlechter aus, als jemand aus der Zielgruppe geurteilt hätte. Beim aktuellen Fall kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die Serie bereits die Bevölkerung in zwei Lager aufgespalten hat. Die einen, die die Aktionen von Knoxville und Konsorten als eklig und bescheuert abwerten und die anderen, die die verrückten Stunts als witzig und im positiven Sinne extrem loben.
Auch wenn ich die Serie höchst selten gesehen habe, so gingen zumindest die Filme nicht an mir vorüber und hier muss man den Jungs zugestehen, dass einige Aktionen komplett bescheuert - andere aber durchaus sehenswert waren. Im dritten Teil nun setzt sich die erkennbare Tendenz fort und die wirklich guten und äußerst amüsanten Geschichten nehmen einen größeren Part ein als der Analhumor. Dass dieser nicht komplett fehlt, gehört aber natürlich zum Programm und so sollte man sich durchaus darauf einlassen können.
Auffällig ist, dass Knoxville sich scheinbar ein wenig zurück nimmt und den anderen Chaoten mehr und mehr den Vortritt lässt. Steve-O mit seinen äußerst ekligen Geschichten, wie fremden Schweiß trinken oder sich in einem mit Exkrementen gefüllten Dixie-Klo in die Luft schießen zu lassen, nimmt dabei natürlich immer einen besonderen Platz ein. Die darauf folgenden Kotzeinlagen aller Beteiligten natürlich inklusive.
Wenn man sich an diesen Szenen erfreuen oder zumindest drüber hinwegsehen kann, dann wird man sicherlich seinen Spaß haben, denn Aktionen wie High Five, Tontaubenschießen oder die Jetdüsenaktion sorgen für heftige Lachkrämpfe und entschädigen für sehr viel. Jackass 3D erfindet das Rad natürlich nicht neu, sondern setzt in altbewährter Manier das fort, was bisher erfolgreich war. Umso gespannter darf man sein, ob die Ankündigung, nach dem Erfolg des dritten Teils in den USA die Deleted Scenes gleich als vierten Film in die Kinos zu bringen, umgesetzt wird.