Who Is Highlife? Poster

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Who Is Highlife?

(Who Is Highlife?, 2009)

Dt.Start: nicht bekannt Premiere: 04. Juli 2009 (Festival, Deutschland)
FSK: nicht bekannt Genre: Dokumentation, Musical
Länge: 112 min Land: Deutschland, Österreich, Ghana
Darsteller: Nana Acheampong, Charles Amoah, Kojo Aquai, Nana Asamoah, Collins Band, Loud Ameosii Banini, John Collins, Nana Aboagye da Costa, George Darko, Lee Dodou, Bob Fiscian, Faisal Helwani, Big Joe, Albert Jones, Peter Krick, Nana Baffour Kyerematen, Daddy Lumba, McGod, E.T. Mensah, Esther Smith, Bodo Staiger, Aaron Bebe Sukura, Eleonore Sylla, Pat Thomas, Atonga Zimba
Regie: Wilma Kiener, Dieter Matzka
Drehbuch: Wilma Kiener


Inhalt

Highlife Musik wird auch der Rock'n Roll Afrikas genannt und hat eine einzigartige Geschichte. Denn sie entstand in den 80er Jahren in Deutschland und vereint originale afrikanische Musik mit europäisch-karibisch-afroamerikanischen Einflüssen. Noch heute ist Highlife ein Symbol für die Fusion zwischen Europa und Afrika, zwei Kontinenten, die scheinbar nichts gemeinsam haben. Der Film baut mittels der Musik eine Brücke zwischen Europa und Afrika und erzählt damit eine musikalische Geschichte.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Who Is Highlife? hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 70%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Müller
Who Is Highlife? hat eine Wertung von 70%
Highlife-Musik wird oft als der Rock'n'Roll Afrikas bezeichnet. Obwohl Deutschland eine nicht unwesentliche Rolle in der Geschichte dieser Musikrichtung spielt, ist sie hier zu Lande den meisten eher unbekannt. Who Is Highlife? macht es sich zur Aufgabe, dies zu ändern. Auch wenn die während Veranstaltungen des Goethe-Instituts entstandene Musikdokumentation streckenweise wie ein Lehrfilm mit Low-Budget-Musikvideos wirkt, öffnet einem der Film die Augen für eine neue Musikrichtung und die Kultur Ghanas.

Bild aus Who Is Highlife? Der Ursprung der Highlife-Musik liegt im westafrikanischen Ghana. Dort entstand die vielseitige Musik, die schließlich von in Deutschland lebenden Ghanaern zum sogenannten Burger-Highlife weiterentwickelt und um Disco- und Funk-Rhythmen ergänzt wurde. Das Ergebnis ist ein bunter Musik-Mix mit eingängigen Melodien und streckenweise echtem Ohrwurmpotential. Allerdings ist das wahrlich nicht jedermanns Sache. Wer mit Jazz, Reggae und Funk in Verbindung mit teils blechern klingenden Keyboards nichts anfangen kann, wird sicherlich kein Fan dieser Musikrichtung werden. Ebenfalls etwas befremdlich sind auch einige Texte, die zum Teil, nach mitteleuropäischem Verständnis, recht kitschig wirken.

Neben der Musik ist Who Is Highlife? vor allem auch ein Film über, beziehungsweise für Ghana. Geht man nach einigen Filmmontagen, so entsteht streckenweise der Eindruck, dass die deutschen Macher das Leben in Ghana dem in Deutschland sogar vorziehen. So wird im Clip zu "No Beer in Heaven" die ghanaische "Trinkkultur" mit der deutschen verglichen. Während in Ghana üppige schwarze Frauen den Sänger an einem heißen Sommerabend mit Bier verwöhnen und ein Bild der guten Laune und Lebensfreude entsteht, wirkt die bei tristem Wetter stattfindende Wies'n wie ein zappeliges Massenbesäufnis, über dem die Gewissheit von Masspreisen um die neun Euro schwebt. So wird recht schnell klar, wo man lieber seinen Gerstensaft trinken würde. Doch vielleicht entspricht dies auch einfach der Wahrheit.

Rein technisch leisteten die beiden erfahrenen Filmemacher Dieter Matzka und Wilma Kiener solide Arbeit. Einige Schnitte und im Besonderen die Titeleinblendungen vor den einzelnen Liedern sehen jedoch leider etwas unschön aus. Besonders die Schriften bei den Titeleinblendungen hätten etwas dezenter sein können. Streckenweise erinnern die kunterbunten Lettern leider an ein Urlaubsvideo.

Im Gesamtkontext stören Kleinigkeiten dieser Art jedoch weniger. Insgesamt bewährt sich der ausgewogene Mix aus Musikclips und Interviews, wobei diese einen recht offensichtlichen Bildungsanspruch haben und dem Zuschauer detailliert die Geschichte der Highlife-Musik näher bringen.

Zu einem großen Plus des Films wurde die Entscheidung, die Songs mit Untertiteln zu begleiten, sodass dem Zuhörer kein Stück Text verloren geht. Das Arrangement der Videos ist streckenweise ein wenig gewöhnungsbedürftig. Diese reichen von Live-Aufnahmen bis zu eigens inszenierten Musikclips. Wenn beispielsweise im letzten Song ein in Deutschland lebender Ghanaer seine Freundin in einem Laden zwischen Suppendosen besingt und ihr aufs unerträglich kitschigste erklärt, wie respektvoll seine Liebe ist, wird man sich schon ein wenig in die Irre geführt fühlen. Doch vielleicht zeigen sich gerade in solche Szenen die kulturellen Unterschiede am deutlichsten. Was wir also auf jeden Fall lernen, ist, dass Ghanaer mehr Spaß beim Einkaufen haben, aber dafür wahrscheinlich auch deutlich länger brauchen, weil die Lieder recht lang sind.

Insgesamt ist Who Is Highlife? stark geschmacksabhängig und wer schon zu Beginn merkt, dass Highlife-Musik nichts für ihn ist, wird die Spielzeit nur schwerlich überstehen. Wer sich mit dem afrikanischen Sound anfreunden kann, bekommt einen hochinformativen Film mit jeder Menge Musik geboten.



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