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Sucker Punch(Sucker Punch, 2011)
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31. März 2011
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Premiere: |
25. März 2011 (USA) |
| FSK: |
ab 16
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Genre: |
Action, Thriller |
| Länge: |
109 min
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Land: |
USA |
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Darsteller:
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Carla Gugino (Mrs. Schulz), Emily Browning (Baby Doll), Vanessa Anne Hudgens (Blondie), Abbie Cornish (Sweetpea), Jena Malone (Rocket), Jon Hamm (High Roller), Michael Jai White, Jamie Chung (Amber) |
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Regie:
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Zack Snyder |
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Drehbuch:
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Zack Snyder |
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 Inhalt
In den USA der 50er Jahre wächst das kleine Mädchen Baby Doll in schlechten Familienverhältnissen auf. Ihr aggressiver Stiefvater weist sie letztlich gegen ihren Willen in eine Psychiatrie ein, wo ihr Charakter durch ein Medikament manipuliert wird. Sie flieht aus dem schrecklichen Alltag in eine Traumwelt, in der noch weitere ebenso wenig verrückte Mädchen wie sie, Pläne schmieden, um endlich aus der Irrenanstalt zu entfliehen. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Daniel Licha
Dass der Film bei so vielen Leuten durchfällt, ist verständlich, hat er doch Probleme bei beiden Zielgruppen. Statt eine hirnlose optische Wichsvorlage wie in 300 zu präsentieren, versucht Snyder diese Bilder nun in eine anspruchsvolle Handlung zu pressen. Dabei scheitert er trotz vieler lobenswerter Ansätze vor allen Dingen weil es ihm nicht gelang, seinen Actionoverkill spannend zu halten. Trotz vieler Schauwerte wirken die Einsätze der Mädels redundant und mit fortschreitender Laufzeit immer eintöniger. Zumindest die Eröffnungsszene ist ein kleines Meisterstück in Sachen Inszenierung und dürfte sicherlich schon jetzt eine der besten Szenen des laufenden Kinojahres darstellen. Auch dem Ende kann man nur wenig vorwerfen, doch zwischen Anfang und Ende ist letztendlich doch zu viel Leerlauf, um Sucker Punch als Gesamtwerk als überzeugend zu bezeichnen.
Kurzkritik
von Lars Schnell
"Macht nie einen auf dicke Hose, wenn ihr euch danach nicht traut, sie runterzulassen". Peinlich, dass Zack Snyder diesen Satz in seinem eigenen Film dermaßen offensichtlich der Kritik preisgibt. Denn genau an dieser halbwegs durchdachten Redewendung scheitert seine erste eigene Drehbucharbeit, für die er zugleich Regie führte. Wo weder Spezialeffekte noch Handlung den Zuschauer vom Hocker reißen, zeigt sich, dass seine Hose lange nicht so dick ist, wie noch beim Trailer gedacht. Allzu pubertär geraten setzt Sucker Punch voll und ganz auf seine Hauptdarstellerinnen und lässt zusammen mit dem Fehlen grundlegender Handlungsverständnisse jeglichen Sinn missen. Dank eines grandiosen Soundtracks lässt sich dann aber zumindest noch halbherzig über das verschwendete Eintrittsgeld lachen, wo doch eigentlich bitterer Ernst von Nöten wäre, um den grausamen Ereignissen in der Psychiatrie gerecht zu werden. Denn so ist ironischer Weise das Einzige, was in den Köpfen der Zuschauer verbleibt, eine ekelerregende Lobotomie.
Kurzkritik
von Markus Müller
Diese Kritik bezieht sich auf die 17 Minuten längere Extended-Fassung:
Bei vielen Kritikern fiel Sucker Punch gnadenlos durch. Doch Zack Snyder schuf einen hochinteressanten Streifen, der sich zwar an dem Versuch eine tiefgreifende Botschaft zu vermitteln überhebt und in den Charakterzeichnungen zu flach bleibt, dafür aber mit anderen Qualitäten aufwartet. Es macht (zumindest einem Großteil der männlichen Zuschauer) unwahrscheinlichen Spaß, knapp bekleidete Schönheiten beim stylishen, actionreichen Kampf gegen Fantasywesen zu beobachten und im Gesamtkontext ist die Angelegenheit nicht einmal so flach, wie es sich anhört. Ganz gleich, ob man die Abarbeitung der Klischees von Männerfantasien als bewusste Kritik an der aktuellen Unterhaltungsindustrie oder als Produkt eben dieser betrachtet, in beiden Fällen funktioniert das Gesamtwerk, als hochästhetisches Effektspektakel. Wobei man zugeben muss, dass der Film ohne die ständige Suche nach einem tieferen Sinn deutlich mehr Spaß macht.
Kurzkritik
von Florian Tritsch
Optisch ist Zack Snyder sicher der beste Filmemacher Hollywoods. Sucker Punch bietet genau das, was eigentlich alle Filme von Snyder ausmacht: Wirklich perfekt fotografierte Bilder. Seine Herkunft als Regisseur von Musikvideos ist ihm auch hier wieder deutlich anzumerken - die Szenen, in denen eigentlich nur Musik und Bilder verknüpft sind, sind stellenweise atemberaubend (man erinnere sich nur an das Watchmen-Intro). Doch gelang es ihm nie in einem seiner Werke, eine gewisse inhaltliche Führung an den Tag zu legen - und so ist es leider auch hier. Vielleicht sogar noch deutlicher zu erkennen. Snyder selbst, der hier erstmals unter die Autorenfilmer ging, muss hier wohl irgendwann selbst die Übersicht über seine Vielzahl von Realitätsebenen verloren haben, denn man kann sich im Fortlauf der Spieldauer des Eindrucks nicht erwehren, dass man lediglich einen Haufen Intros bzw. aus dem Zusammenhang gerissene Filmszenen gesehen hat, deren sinnige Verknüpfung zwar bemüht wirkt, aber nicht wirklich überzeugt - vergleichbar mit einer schwachen Clip-Show-Episode einer TV-Serie. Nur mit mehr Eye-Candy.
Kritik
von Dimitrios Athanassiou
Zack Snyder, der Meister, der das besondere Artdesign kultiger Graphic-Novels in den Realfilm etablierte, meldet sich mit einem Girly-Power-Fantasy-Film zurück, der seine zierliche Protagonistin auf einer surrealen Phantasie-Ebene gegen Monster und Hitech-Dämonen zu Felde ziehen lässt, um ihre Freiheit zu erringen. Vordergründig unterhaltsam, vordergründig abgründig, tatsächlich aber uninspiriert und belanglos, vermag der Streifen kaum den Puls nach oben zu treiben und erzeugt, im Gegensatz zu seinen anderen Filmen, auch keinerlei nachhaltige Wirkung.
Seit seinen beiden Graphic-Novel-Adaptionen 300 und Watchmen ist Regisseur Zack Snyder eine echte Hausnummer für kreativen wie visuell hochästhetischen Filmgenuss. Mit Spannung wurde deshalb auch Sucker Punch erwartet, der sich, vergleichbar mit Inception, einer (mehrfach) verschachtelten "Realität" bedient und mit einem visuellen Stil aufwartet, der irgendwo zwischen Manga-Comic, fotorealistischer Computerspielgrafik und einem Quäntchen Sin City-Look angesiedelt ist.
Dreh- und Angelpunkt der surrealen Geschichte, die irgendwann in den 50ern oder 60ern des letzten Jahrhunderts spielt, ist die junge Babydoll (Emily Browning). Nach dem Tod ihrer Mutter sind sie und ihre kleine Schwester ihrem widerlichen Stiefvater hilflos ausgeliefert. Er ist nicht nur brutal und versoffen, sondern hat obendrein ein Interesse an den Mädchen, das alles andere als väterlich ist; insbesondere an der jüngeren. Um ihre Schwester vor der Vergewaltigung zu bewahren, feuert Babydoll eines Nachts mit einer Pistole auf ihren Stiefvater. Die Kugel verfehlt ihn allerdings und verletzt stattdessen ihre Schwester. Der Polizei erzählt ihr Stiefvater, dass sie eine gewalttätige Irre sei, die mit der Waffe blindlings das Feuer eröffnete. Daraufhin landet Babydoll in einer finsteren psychiatrischen Klinik.
Dort herrscht insgeheim der schmierige Wächter Blue (Oscar Isaac). Gegen ein üppiges Entgelt ist er bereit, die Unterschrift der leitenden Ärztin Dr. Vera Gorski (Carla Gugino) zu fälschen und sie unter eine Anordnung für eine Lobotomie-Behandlung zu setzten. Nach dieser sind die Patienten nie mehr die Menschen, die sie vorher waren: Sie erinnern sich an nichts und sind auch nicht mehr in der Lage Widerstand zu leisten. Babydolls Stiefvater kommt das gelegen. Es bleiben nur noch fünf Tage bis der Arzt wieder vorbei schaut, der diese Methode beherrscht. So lange hat Babydoll Zeit, einen Ausweg aus dieser Hölle zu finden.
Es sind diese ersten Augenblicke im Retro-Look und reduzierter Farbgebung, die ein nostalgisches Sin City-Flair aufkommen lassen und Großes verheißen. Die erste Irritation folgt aber, sobald Babydoll in ihrer inneren Wahrnehmung aus der Psychiatrie einen bizarren Nachtklub generiert, der von Blue (jetzt ein klebriger Ganove) geleitet wird. Dr. Vera Gorski ist hierin eine Tanzlehrerin, welche die Mädchen, zu denen Babydoll ebenfalls gehört, trainiert, damit sie in der Show auftreten können und den Gästen gefällig sind. Und als wäre es nicht genug, träumt sich Babydoll jedes Mal, wenn sie tanzen muss, auf eine weitere virtuelle Ebene, auf der sie zu einer Art Manga-Supergirl mit Katana und 45er mutiert. Dort wird sie von einem guruhaften Mentor (Scott Glenn) angeleitet; und ihr zur Seite stehen vier Mädels aus der Psychiatrie/dem Nachtklub: Sweet Pea (Abbie Cornish), Rocket (Jena Malone), Blondie (Vanessa Hudgens) und Amber (Jamie Chung). Gemeinsam bilden sie ein Fight-Team, dem so schnell nichts gewachsen ist.
Vordergründig geht in Sucker Punch ganz schön die Post ab: Auf der dritten Erzählebene müssen die Mädels eine Quest nach der anderen bewältigen, um eine Reihe von Dingen zu erobern, die ihnen helfen werden, die Freiheit zu erlangen. Hierzu kämpfen sie sich durch verschiedene apokalyptisch anmutende Level. Ihre Widersacher sind dämonische Samurai, Nazi-Cyborgs, Ork-Monster, die mitten aus Der Herr der Ringe entstiegen sein könnten, oder Roboter-Wächter, die an Filme wie I, Robot erinnern. Snyder nimmt für seinen Kamikaze-Ritt durch die Videogame-History sowie dem Fantasy- und Sci-Fi-Genre Anleihen bei derart vielen Werken, dass eine Aufzählung völlig unsinnig erscheint.
Was aber nicht im Ansatz damit gelingt, ist einen in sich stimmigen Film daraus zu konzipieren. Viel zu steril und seelenlos wirkt diese furiose Show, die leider keinen emotionalen Zugang zu den Figuren ermöglicht, angefüllt ist von trashigen Dialogen und kaum eine Spur von Distanz oder Ironie dem eigenen Werk gegenüber aufweist. Der visuelle Stil und die einhergehende Action wirken zwar kurzweilig und sind von der ästhetischen Warte betrachtet, nicht abgenutzt, entbehren andererseits aber jeglichen besonderen Neureizes und lassen somit einfach keine Laune aufkommen.
Was Snyder mit diesem Trip in den inneren Kosmos der Phantasie überhaupt aussagen wollte, will sich ohnehin nicht wirklich entschlüsseln. Für rein mainstreamiges Popcorn-Entertainment ist das Werk dennoch schlichtweg zu verklausuliert, symbolbehaftet und changiert überdies mit seiner Hauptfigur zu keck zwischen männlichen Kriegs- und Allmachtsphantasien, Fluchtrealitäten pubertärer Girly-Power sowie dreister Verballhornung von Klassiker wie Alice im Wunderland oder Der Zauberer von Oz. Trotz allem erfüllt Sucker Punch aber nicht das, was ein Film aus der Snyder-Werkstatt gefälligst tun sollte: halbwegs clever unterhalten.
Dabei bringt sich Snyder und den Film selbst um den Ansatz, der bereits zu Beginn für Atmosphäre und Dichte sorgte: Die reale Geschichte in der Psychiatrie mit ihren offensichtlichen Missbrauchsmotiven und grausamen "Therapiemethoden". Hätte man es bei dieser Ebene und einer zweiten, virtuellen (Fluchtebene) belassen, die hinab ins Unterbewusstsein führt und die durchaus albtraumhaft düster hätte gezeichnet werden können, wäre aus Sucker Punch möglicherweise ein ordentlicher Film geworden. So wirkt der Streifen allerdings wie: Ich bin 15 Jahre, weiblich, stecke mitten in der Pubertät, fühle mich von allen unverstanden und in meinem Leben gefangen. Wer das tatsächlich sehen will, darf seine heißgeliebten Euronen auf dem Altar der Filmindustrie opfern.  Weitere interessante Filme
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