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Blade II

(Blade II, 2002)

Dt.Start: 02. Mai 2002
DVD: 07. November 2002
Premiere: 21. März 2002 (USA)
FSK: ab 18 Genre: Action, Horror
Länge: 116 min Land: USA
Darsteller: Wesley Snipes (Blade), Kris Kristofferson (Abraham Whistler), Norman Reedus (Scud), Leonor Varela (Nyssa Damaskinos), Ron Perlman (Reinhardt), Luke Goss (Jared Nomak), Daz Crawford (Lighthammer), Matt Schulze (Chupa), Donnie Yen (Snowman), Karel Roden (Kounen), Danny John-Jules (Asad), Rey-Phillip Santos (Reaper), Pete Lee-Wilson (Doktor), Tony Curran (Priest), Marit Velle Kile (Verlaine), Thomas Kretschmann (Eli Damaskinos), Bridge Markland (Vampire), Santiago Segura (Rush), Marek Vasut (Lolem)
Regie: Guillermo del Toro
Drehbuch: David S. Goyer


Inhalt

Blade ist wieder einmal auf der Jagd: diesmal verbündet er sich mit seinem ärgsten Feind, den Vampiren, um gegen einen noch brutaleren Feind, dem Reaper, zu kämpfen. Hierbei handelt es sich um eine Art Über-Vampir, der gegenüber Knoblauch und Silber unempfindlich ist. Nun gilt es ihn davon abzuhalten, die gesamte Welt zu solch grauenhaften Wesen verkommen zu lassen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Blade II hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 69%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Sylvère Störmann
Blade II hat eine Wertung von 69%

Seit jeher haben die Marvel Comics ihre Fans gefunden, so beispielsweise Spider-Man, X-Men und Superman. Zu jedem dieser Beispiele folgte auch früher oder später eine Verfilmung. Dazu gesellte sich bereits 1998 die Geschichte von Blade, dem Tageslichtvampir. Mit einem Fluch seit seiner Geburt belegt hat er den Kampf gegen eigentlich seinesgleichen aufgenommen: Vampire. Ihn unterscheidet jedoch sein integrer Charakter und die noble Geste von den blutsaugenden Kreaturen. Ferner hat er einen Gehilfen zur Seite, der ihm ständig neue Waffen entwickelt, ein spezieller Impfstoff stillt seinen Blutdurst und das Tageslicht stört ihn gar nicht. Vor vier Jahren bestritt Blade, der sogenannte Daywalker, sein erstes Abenteuer auf der Kinoleinwand und erlegte dabei so manchen spitzzähnigen Widerling. Damals avancierte der Film mit seinen rasanten Actionsequenzen und der Coolness des Protagonisten schnell zum Blockbuster, dem nun der Fluch anlastet, mit einer Fortsetzung ausgestattet zu werden: Blade II.

Vor allem der Anfang spielt gekonnt mit den Erwartungen der Zuschauer: während die Fans sowieso alles "gut" finden, wird Skeptikern der Film schmackhaft gemacht. Nicht nur die interessante Verdrehung der Schwerpunkte herkömmlicher Horror-Action-Thriller gefällt, sondern auch die sehr rasanten Schnitte und gut umgesetzten trick-technischen Finessen. Mit erstaunlichen Kamerafahrten reißt der Film zu innerlichem Enthusiasmus mit, kopiert gekonnt bullet time (bekannt aus Matrix) und präsentiert ein Staccato hinreißender und dennoch nicht überreizender Aufnahmen. Dieses hohe Niveau aufwendiger und doch 'hollywoodesker' Kinokunst nimmt im Laufe des Filmes ab. So bleibt vielmehr der wenig erbauende Eindruck des Ausprobierens und Verwerfens, was dem Gesamtwerk einen nicht zu vernachlässigenden Schaden zufügt.

Denselben Weg bestreitet die Story, die anfangs zu überzeugen weiß und dann doch den traditionellen Verlauf bestreitet: unerträgliche Verflachung, übertriebene Zuspitzung im dramatischen Verlauf, von repulsivem Pathos getränkte Wendungen und ein nicht enden wollendes Ende. Gerade dies wird schmerzlich bewusst, wenn während der letzten halben Filmstunde ein klassisches Filmende nach dem Ende folgt und dadurch nur noch nervt, anstatt das wohl beabsichtigte "Oho, wie raffiniert!" zu bewirken. Dabei verstrickt sich die ursprünglich interessante Geschichte so weit, dass letztlich ziemlich abrupt und inkohärent die 'Enden' aufeinanderfolgen. Für den Zuschauer mutet das ähnlich schlechte Empfindungen, wie beim Sehen von Stephen-King-Verfilmungen an, bei denen letztlich das Abstruse dem Drehbuchautoren das Leben leicht und dem Zuschauer das Kinoerlebnis schlecht macht. Ungereimtheiten in der Story fallen angesichts dessen eher zweitrangig aus, wirken sich aber dennoch auf das Gesamtbild aus. So vertragen die Vampiren bekanntermaßen das Tageslicht nicht und dürfen dennoch dabei beobachtet werden, wie sie durch teilweise sonnenbeleuchtete Kanalschächte waten. Ein Gräuel ist jedem wissenschaftlich vorgebildetem Menschen auch die Szene, bei der während einer Reaper-Sektion die durchführende 'Operateurin' ein Sekret nach einmaligem Schnüffeln analysiert: "Neurotoxine!"

Vorzüglich bleibt - dem Genre entsprechend - die exzellente Choreographie der Actionsequenzen. Gut in Szene gesetzt kämpft Wesley Snipes als charismatischer und cooler Daywalker überlegen einen Feind nach dem anderen nieder. Mit geschmeidigen und trotzdem harten Bewegungen tritt er seinen Gegnern gegenüber nicht ohne dabei selbst manchmal kräftig einzustecken. Dabei kann sich der Film nicht des Eindrucks erwehren, hier und da aus dem Blockbuster Matrix kopiert zu haben. Dessen ungeachtet setzen die Auseinandersetzungen gesonderte Akzente: sie verweben moderne Hollywood-Action mit Eastern-Kampf und fügen dem noch eine eigene Note zu. Obwohl für den Action-Helden gerade dies ein Augenschmaus sein dürfte, stellt sich bald ein Sättigungsgefühl ein, was sicherlich auch durch die fehlende Ausarbeitung einer stringenten Story bedingt ist. Sehr gelungen bleibt in dem Ensemble auch die Musikuntermalung. Der Situation jeweils angepasst verschaffen die einzelnen Stücke den entscheidenden Schub Ambiente, der gelegentlich durch die schwach ausgearbeitete Story und der vernachlässigten Kameraführung abhanden kommt. Wenn bei einer actionerfüllten Szene plötzlich die schnellen und harten Töne des neuen Albums von The Crystal Method ertönen, ergreift die Musik das Gemüt und macht so einige Schwächen wett. Nüchtern betrachtet verwundert die Soundkulisse eher: mit den vier Hauptkomponenten Stille, Dialog, Geballer und musikuntermalte Action vermag der Ton trotzdem in gewissen Maßen zu überzeugen.



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