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Rango

(Rango, 2011)

Dt.Start: 03. März 2011 Premiere: März 2011 (USA)
FSK: ab 6 Genre: Abenteuer, Animation
Länge: 107 min Land: USA
Darsteller: Johnny Depp (Rango), Timothy Olyphant (The Spirit of the West), Abigail Breslin (Priscilla), Isla Fisher (Bean), Bill Nighy (Rattlesnake Jake), Ray Winstone (Bad Bill the Gila Monster), Ned Beatty (Tortoise John), Claudia Black (Angelique), Ryan Hurst (Jedidiah), Stephen Root (Doc' and Merrymack), Alanna Ubach (Fresca), Beth Grant (Bonnie), Gil Birmingham (Wounded Bird)
Regie: Gore Verbinski
Drehbuch: James Ward Byrkit, John Logan, Gore Verbinski


Inhalt

Ein Chamäleon mit Identitätskrise sucht nach einer neuen Heimat. Jäh aus der Domestizierung geschleudert, macht es sich auf den Weg durch die Wüste, um die nächste Stadt zu suchen. Im Saloon angekommen, behauptet das Chamäleon großspurig, ein Held zu sein - und Helden hat die kleine Westernstadt "Dirt" bitter nötig. Durch einen großen Zufall wird das Reptil, das sich spontan den westerntauglichen Namen "Rango" gegeben hat, zum Sheriff gemacht. Aber mit der neuen Rolle kommt auch eine große Verantwortung und am Ende muss Rango tatsächlich zu dem Helden werden, den er anfangs nur gespielt hat.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Rango hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 73%
Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 70 für Rango

Für Filmfans hat Rango unglaublich viele Anspielungen (unter anderem Ghostbusters und Fear and Loathing in Las Vegas) parat, doch inhaltlich bekommt man anfänglich eher einen Film auf Sparflamme geboten. Ist die titelgebende Figur jedoch erst einmal im wilden Westen angekommen, dann ist Spaß garantiert, was wiederum vor allen Dingen der Tatsache geschuldet ist, dass die üblichen Klischees gekonnt veralbert werden. Die Stimmen sind hervorragend gewählt, besonders Isla Fisher beindruckt mit heftigstem Texasslang. Etwas schade ist es jedoch, dass sich der gute alte Clint nicht selbst synchronisiert hat; wäre sicherlich noch ein kleines Highlight gewesen. Optisch ist das Ganze beeindruckend und teilweise überraschend kreativ in seiner Ausführung. Hätte der Film diesen Schwung schon von Beginn an hätte er begeistern können. So ist er nur gut.

Kurzkritik
von Florian Tritsch
Wertung von 80 für Rango

Gore Verbinskis Entschluss, einen Animationsfilm völlig auf ein erwachsenes Zielpublikum zuzuschneiden, geht hier voll auf. Die Handlung flacht zwar gegen Ende leider immer mehr ab, jedoch hat sich der Film bis dato durch seinen schrägen Humor und seine zahlreichen (gelungenen) Anspielungen derart viel Sympathie aufgebaut, dass man ihm den überraschend seichten Höhepunkt nicht wirklich übel nehmen will.
Für die großen Animationsstudios gehört es natürlich zum erwarteten Standard, dass das Endergebnis erstklassig animiert ist. In diese Tradition reiht sich auch der erste Animationsfilm aus der legendären Effektschmide Industrial Light & Magic mühelos ein und übertrifft in puncto Kamerafeeling und Bildgewalt die etablierten Animationsfilmstudios stellenweise sogar deutlich.
So liefert Gore Verbinski mit Rango am Ende ein unterhaltsames Filmerlebnis ab, das sowohl durch seine Geschichte als auch durch seine Umsetzung wirklich überzeugen kann.

Kurzkritik
von Michael Schmidt
Wertung von 59 für Rango

Ein Animationsfilm, der nicht von Dreamworks, Universal oder einem der anderen großen Player stammt? Auch das gibt es noch. Hinter Rango stecken Gore Verbinski und Johnny Depp, der Rango seine Stimme leiht. Der Film wurde auch bei den Oscars 2012 als bester Animationsfilm prämiert. Doch trotz des durchaus vorhandenen Potenzials und auch mancher Qualität vor allem im Bereich der Actionszenen, ist Rango nicht der große Wurf. Die Hauptfigur Rango ist trotz der Orientierung an Johnny Depp recht unsympathisch geraten und taugt wenig als Sympathieträger. Statt witzig-kauzig, ist die Echse nur skurril. Eingebettet ist diese Figur in eine Handlung, die trotz manchem Highlight eher an seinen absurden Momenten interessiert ist, als einen konstanten Spannungsbogen zu erzeugen. Somit sind hier Licht und Schatten nah beieinander - wobei trotz der gleißenden Sonne der Western-Welt eher die Schatten dominieren.

Kritik

von Anja Habermehl
Rango hat eine Wertung von 84%
Nachdem er mit Fluch der Karibik den Piratenfilm neu belebt hat, arbeitet Regisseur Gore Verbinski jetzt mit Rango gleichzeitig Western und Animationsfilm ab. Schrilles Popcorn-Kino für das Kind im Erwachsenen. Schnell, bunt und voller witziger Dialoge stellt Verbinski das Westerngenre auf den Kopf und zitiert dabei viele bekannte Filme, von Der Herr der Ringe bis Star Wars. Kinder brauchen allerdings ein gewisses Toleranzniveau für Brutalität und dürfen sich nicht von den teilweise anspruchsvollen Dialogen abschrecken lassen.

Bild aus Rango Eine Plastikpalme, Teile einer geköpften Barbiepuppe und ein Aufziehfisch müssen als Kulissen und Darsteller für das neue Theaterstück des Chamäleons herhalten. Von Natur aus wandelbar, hat sich das kleine Haustier die Schauspielerei als Zeitvertreib auserkoren. Dass es in seinem Terrarium sehr einsam ist, hat es dabei noch nicht begriffen. Erst als durch einen Unfall seine vertraute Umgebung in tausend Scherben auf der Straße zerspringt, wird aus dem Spiel Ernst und das Reptil muss sich eine neue Rolle suchen.

Der dynamische Film bietet Action und Spaß für die Kinder, spricht mit den Dialogen aber eine erwachsene Zielgruppe an. Auch einige Filmzitate, wie beispielsweise Fear and Loathing in Las Vegas setzen ein erwachsenes Publikum voraus. Wo Shrek noch kindgerecht genug war, um auch mit den Kleinsten ins Kino zu gehen, setzt Rango die Messlatte in Bezug auf Gewalt und sprachlichen Anspruch höher an.

Sieben Brüder mit nur einer Kugel erschossen - genau wie das Chamäleon, braucht der Film ein wenig Warmlaufzeit, bis er seine Zuschauer vollständig mitgerissen hat, zieht dann aber alle in seinen bunten, schrillen Bann. Und durch die genretypische und teilweise fast schon epische Filmmusik wird es noch leichter, mit dem mutigen Chamäleon mitzufiebern. Hans Zimmer (Der König der Löwen) schafft es immer wieder, die Gefühle der Szenen musikalisch perfekt widerzuspiegeln oder noch zu verstärken. Zusätzlich gibt es immer wiederkehrende Auftritte von einer Eulen-Band, welche unseren reptilischen Protagonisten durch den Film begleitet. Diese wird im Original von der Band The BossHoss synchronisiert und gesungen. Ob klassisch oder mit E-Gitarre, diese Eulen rocken die Wüste!

Rango hat eine große Bandbreite an einzigartigen Figuren - von der selbstsicheren Westernlady Beans über den Indianervogel bis hin zum Antagonisten, der fiesen Klapperschlange Jake. Die Animationen orientieren sich dabei stark am Beitrag der Schauspieler zur Rolle, die im Original unter anderem von Johnny Depp, Isla Fisher (Die Hochzeits-Crasher), Abigail Breslin (Little Miss Sunshine), Alfred Molina (The Da Vinci Code - Sakrileg) und Bill Nighy (Harry Potter) dargestellt werden.

Hartgesottene finden vielleicht auch einen politischen Anstrich. Man könnte die Wasserknappheit der Westernstadt als Metapher für den Kampf um natürliche Ressourcen deuten. Aber letztenendes will Rango nur unterhalten. Mit Western-Feeling, einer Menge Humor und einzigartigen Charakteren sorgt Rango für rundum gelungene Unterhaltung. Er mag schräg sein, wie die meisten Johnny Depp-Filme der letzten Zeit, ist aber trotzdem auch für ältere Kinder geeignet und bietet noch einen zusätzlichen Spaßfaktor für Cineasten.



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