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The Company Men

(The Company Men, 2010)

Dt.Start: 07. Juli 2011 Premiere: 22. Januar 2010 (Sundance Film Festival, USA)
FSK: o.A. Genre: Drama
Länge: 104 min Land: USA
Darsteller: Ben Affleck (Bobby Walker), Kevin Costner (Jack Dolan), Maria Bello (Sally Wilcox), Tommy Lee Jones (Gene McClary), Chris Cooper (Phil Woodward), Craig T. Nelson, Rosemarie DeWitt (Maggie Walker), John Doman (Dysart), Tonye Patano (Joyce Robertson), Patricia Kalember (Cynthia Mcclarey), William Hill (Kevin Walker), Cady Huffman (Joanna), Dana Eskelson (Diedre Dolan)
Regie: John Wells
Drehbuch: John Wells


Inhalt

Bobby Walker hat für sich den "Amerikanischen Traum" verwirklicht. Er hat sich in seiner Firma nach oben gearbeitet und fährt jeden Tag im Porsche nach Hause zu seiner liebenden Familie. Doch eines Tages beschließt die Firma, Stellen abzubauen und bald sitzen Bobby und seine Kollegen Phil und Gene auf der Straße. Die drei Männer, die sich vorher ausschließlich über ihre Arbeit definierten, versuchen nun mit dieser Situation fertig zu werden, wieder Fuß zu fassen und ihrem Leben den Sinn zurück zu geben, den es scheinbar durch den Rauswurf verloren hat.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

The Company Men hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 35%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
The Company Men hat eine Wertung von 35%
Die USA gehören zu den höchst verschuldeten Ländern der Welt. Ein rigider Sparkurs ist unausweichlich. Währenddessen entlassen Konzerne in alter Manier Mitarbeiter, um Profite zu maximieren. In einem Unternehmen für Schiffsbau erwischt es mehrere Angestellte aus dem mittleren Management. Darunter Bobby Walker, der mit Frau und Kindern neu durchstarten muss. Etwas, was sich selbst für ihn, gut ausgebildet und relativ jung, als nicht leicht herausstellt. Flügellahmes Drama um die existenziellen Ängste des amerikanischen Bürgertums, das überwiegend auf tiefere Einblicke in die Seelenleben der Figuren zugunsten platter, positivistischer Botschaften verzichtet.

Bild aus The Company Men Wäre das alles nicht derart traurig, es hätte schon fast die Qualität einer schläfrigen Finanz-TV-Soap. Es ist 2011 und die globale Finanzkrise scheint überwunden. Geblieben ist die Geburtsstätte der Demokratie, in der nun (sogar mit dem Segen von Deutschlands bekanntestem TV-Griechen) der Euro mit nachhaltiger Sicherheit zu Grabe getragen wird; sowie die Legende, dass Privatbanken, die mitunter seit einem Jahrhundert oder noch länger, stille Teilhaber von Multimilliarden schweren Megakonzernen sind und weltweit Immobilien als "Notreserven" ihr Eigen nennen, nicht ohne staatliche Hilfen aus der Misere gekommen wären. Außer dem maroden Staatshaushalt der Hellenen, der einem Fass ohne Boden gleicht, existiert überdies aber noch eine weitere Nation, die mindestens genauso in der Klemme steckt: Ein kleines unbedeutendes Land, jenseits des Atlantiks, dessen Staatsdefizit inzwischen auf über eine Billion Dollar angewachsen ist.

Der ökonomische Super-GAU konnte bei uns in der "alten Welt" soeben abgewendet werden, die US-Bürger schüttelt er aber immer noch kräftig durch. Und da sich Wall Street: Geld schläft nicht eher auf seine Qualitäten als Familiendrama verlegte, war es längst überfällig, sich den existenziellen Ängsten des (mindestens) gehobenen US-amerikanischen Bürgertums anzunehmen. Entstanden ist ein Film, der erstaunlich gut besetzt, aber kraftlos, wie sich selbst auf uramerikanische Werte hypnotisierend, gefühlte drei Stunden vor-sich-hin-eiert. Mit kritischem Blick auf das eigene Verhalten sowie ausreichend Biss und Sarkasmus hätte man daraus zumindest noch eine probate Manager-Satire zimmern können; doch lagen hier die "menschlichen Schicksale" der Gutbetuchten im Fokus.

Gemäß der Maxime: Machst du Gewinn, rationalisiere kräftig, um den Aktienkurs in die Höhe zu treiben und feindliche Übernahmen zu erschweren., entlässt ein Schiffsbaukonzern eine Reihe von Mitarbeitern, darunter Manager der mittleren Führungsebene, wie Bobby Walker (Ben Affleck), dem nach zwölf Jahren aufopfernder Arbeit für das Unternehmen auf einmal der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Mit großem Haus und Familie ist er plötzlich wieder gezwungen, nach Jobs zu suchen und Klinken zu putzen. Trotz allem Engagement findet er aber keine neue Stelle. Um nicht völlig untätig zu sein, beginnt er bei seinem Schwager Jack Dolan (Kevin Costner), den er eigentlich gar nicht leiden kann, auf dem Bau auszuhelfen.

Indes erfasst eine zweite Kündigungswelle weitere führende Mitarbeiter des Konzerns, die zudem weitaus älter als Walker sind - beispielsweise Phil Woodward (Chris Cooper), für den ein Neuanfang nahezu unmöglich ist. Und einer der Letzten mit Gewissen in diesem Unternehmen, Gene McClary (Tommy Lee Jones), resigniert angesichts dessen, dass in der Firma, in der er schon so lange Zeit tätig ist, nur noch der Kommerz regiert und er nichts tun kann, um seine besten Mitarbeiter zu schützen. Eine ernste Konfrontation mit dem Big-Boss (Craig T. Nelson) riskiert er allerdings nicht.

Das Spielfilmdebüt von John Wells, dem Mann, der für über 300 Folgen Emergency Room als Produzent und Autor verantwortlich war (manchmal auch als Regisseur), widmet sich einer der Säulen der US-amerikanischen Gesellschaft: der höheren Mittelschicht, die ein Leben lang verschuldet dafür sorgt, dass der Finanzmotor des Binnenhandels ordentlich geschmiert wird. Meist schon aus dem Studium raus in den roten Zahlen folgen alsbald neue Kredite für Hochzeit, Haus, Auto und später dann für die Ausbildung der Kinder. Solange sie ein hohes Einkommen erzielen, Raten und Zinsen tilgen können, destabilisiert sich dieses System nicht. Wehe aber, jemand verliert seinen Job.

In ruhigen Bildern skizziert Wells die Figuren dieses Dramas wie die Story an sich. Trotz des Existenzkampfes geht es dabei meist erstaunlich kultiviert zu, was unweigerlich das Gefühl aufkommen lässt, dass der Regisseur seine Figuren gewissermaßen adelt. Der ruhige Ton ließe sich allerdings auch als unaufgeregt-sachlich beschreiben, ganz gleich aber wie das nun im Einzelfall gesehen werden mag: So etwas wie Nähe oder eine Ebene des Mitschwingens, geschweige denn der Empathie, stellt sich nicht ein. Das liegt zuletzt daran, dass zu sehr an der Oberfläche herumgedümpelt wird und sich zu sehr darauf versteift wurde, eine Botschaft des Wir ziehen den Karren wieder aus dem Dreck! zu formulieren als ordentliche Psychogramme zu zeichnen.

Die Finanzelite in den USA sind sich inzwischen durchaus bewusst, dass das ökonomische Damoklesschwert über ihr schwebt. The Company Men stellt eine Reflexion dessen dar, was in den Köpfen der Mittel- und Oberschicht an existenziellen Ängsten herumspukt - leider aber nicht mehr als das. Beginnend damit, dass, um den Aktienkurs nach oben zu schrauben, nicht Manager, sondern Abertausende an der Basis entlassen werden, verlegte man sich auch sonst nur darauf, plakative Durchhalteparolen zum Besten zu geben, wie den Gürtel enger schnallen; sich gesundschrumpfen; in die Hände spucken... Und zum Finale zieht ein kleiner Schlepper ein riesiges Containerschiff über die Leinwand. Fehlte bloß noch, dass zu den Schlussakkorden einer aufgesprungen wäre und Yes we can! gerufen hätte.



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