Der große Abenteurer der frühen 90er Jahre, Kevin Costner, scheint nun Ruhigeres zu bevorzugen, etwas wie Message in a Bottle - Der Beginn einer großen Liebe oder eben jetzt Im Zeichen der Libelle. In ersterem versuchte er mit einer "Message in a Bottle" seine tote Frau zu kontaktieren. In Im Zeichen der Libelle funktioniert das genau anders herum. Die verstorbene Gattin gibt ihrem Mann Zeichen, die dieser innerhalb von knapp 90 Minuten entschlüsseln muss, um mit ihr letztendlich Kontakt aufzunehmen. Tom Shaydac dirigiert Costner durch einen Film, der im gleichen Genre wie The Sixth Sense anzusiedeln ist.
John Darrow, der bisher mit beiden Beinen im Leben stand, hat nach dem Tod seiner Frau große Probleme, da er mit - für ihn - paranormalen Dingen in Berührung gerät. So hat er das Gefühl, dass seine Frau ihn aus dem Jenseits kontaktieren will. Er hat überaus zahlreiche Kontakte mit Libellen, den Lieblingstieren seiner Frau, und sein Papagei dreht auch noch durch und richtet die Verwüstungen derart an, dass Darrow das als den entscheidenden Hinweis und Ausschlag zur Reise zum Todesort seiner Gattin sieht.
Tom Shaydac, der im Komödienfach mit Der Dummschwätzer und Der verrückte Professor Erfolge feiern durfte, inszenierte hier routiniert einen Thriller, der sich Unbreakable - Unzerbrechlich & Co. als Vorbild ausgesucht hat. Derzeit hat der Film mit Die Mothman Prophezeihungen - Tödliche Visionen starke Konkurrenz im Mystery-Genre. Die Unterschiedezwischen den beiden Streifen ergeben sich schon aus der Besetzung: Mit Kevin Costner in der Hauptrolle, kann man sich ja ausrechnen, dass die für seine Filme obligatorisch gewordene Melancholie auch hier mit von der Partie ist. So zelebriert der Film förmlich die Macht der Liebe, die selbst über den Tod hinaus nicht an Kraft verliert. Hieraus kann man beinahe die Problematik der Drehbuchautoren um David Seltzer beim Verfassen dieses Werkes erdenken, um das alles dem Zuschauer schmackhaft zu machen.
Der Film handelt in den ersten zwei Dritteln vom inneren und äußeren Konflikt Darrows, der zuvor alles Übernatürliche förmlich aus seinem Leben verbannte. Denn Darrow ringt jetzt um Fassung, doch bemerkt er nach kurzer Zeit ungewöhnliche Dinge, die ihn an seine Frau erinnern (sollen); die Patienten seiner Frau, derer er sich angenommen hat, erzählen ihm von ihrer "Near Death Experience", in denen Darrows Frau ihren Mann zu sich ruft. Als er Freunden davon erzählt, halten die ihn lediglich für verrückt.
Im Zeichen der Libelle ist gut besetzt. In der Hauptrolle präsentiert sich Costner zwar nicht gut, aber immerhin recht solide, wenngleich etwas ausdruckslos. Darrows Nachbarin Miriam Belmont wird von Oscar-Gewinnerin Kathy Bates verkörpert und als Schwester für Übersinnliches, die auch noch verbotenerweise "Near Death"-Forschung mit Patienten betreibt, kann man in einem einem überflüssigen, aber zeitfüllenden Erzählstrang Linda Hunt bewundern. Diese Besetzung soll wohl über die storytechnischen Unzulänglichkeiten hinwegtäuschen, wegen derer ich, wollte ich sie nennen, teils "spoilern" müsste. Nur soviel sei gesagt: Am Ende wollte man sich wohl etwas gaaanz tollen einfallen lassen, um über die zu Beginn geschürte Langeweile hinweg zu trüben, denn irgendwann hat auch der wirklich letzte kapiert, dass die Libellen als Symbol für die todüberdauende Macht der Liebe der beiden zu verstehen sind.
Der Film ist leider nur mäßig unterhaltsam geworden, und als er so langsam zu "fesseln" beginnt, nimmt die Story die oben genannte Wendung ein, auf die als Reaktion wohl ein ungläubiges Kopfschütteln folgen sollte. Letztlich brachten die letzten Bilder dann doch noch ein paar Gefühlsregungen bei mir hervor, wozu Shaydac eineinhalb Stunden brauchte, was eigentlich alles über den Film sagen dürfte.