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Bon Appetit

(Bon Appetit, 2010)

Dt.Start: 25. November 2010 Premiere: 19. April 2010 (Festival, Spanien)
FSK: ab 6 Genre: Komödie, Romanze
Länge: 97 min Land: Spanien, Deutschland, Schweiz
Darsteller: Unax Ugalde (Daniel), Nora Tschirner (Hanna), Herbert Knaup (Thomas), Giulio Berruti (Hugo), Xenia Tostado (Eva), Elena Irureta (Daniels Mutter), Sabina Schneebeli (Rachel), Susana Abaituna Gómez (Sara)
Regie: David Pinillos
Drehbuch: Juan Carlos Rubio, Paco Cabezas, David Pinillos


Inhalt

Daniel ist mit Leib und Seele Koch. Als ihn der Starkoch Thomas, der für sein Nobelrestaurant in Zürich noch einen neuen Koch sucht, einstellt, geht für ihn ein Traum in Erfüllung. Erst findet er in dem italienischen Koch Hugo einen guten Freund, dann bahtn sich auch noch eine Liebe zwischen ihm und der attraktiven Sommelière Hanna an. Alles könnte so schön sein, wäre Hanna nicht die Geliebte von Thomas.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Bon Appetit hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 25%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Daniela Panzitta
Bon Appetit hat eine Wertung von 25%
Romantische Komödien sind nicht immer einfach zu bewerten. Was für die einen schon kaum mehr erträglich, ist für die anderen genau das richtige Maß an Kitsch, Romantik und Herzschmerz. Dass man diese Elemente in gewissem Maße benötigt, um das Publikum, gerade das weibliche, zum Schmelzen zu bringen, ist eigentlich nicht zu bestreiten. Die Tatsache, dass man bei mehr und mehr RomComs das Gefühl hat, irgendwie immer den gleichen Film, zumindest in Grundzügen, zu sehen, macht den Kinospaß aber auch nicht größer. Da ist es durchaus lobenswert, wenn Filmemacher einmal all ihren Mut zusammen nehmen und versuchen, neue Wege zu beschreiten. Schade nur, wenn dieser Versuch dann komplett nach hinten losgeht.

Bild aus Bon Appetit Die Geschichte so erzählen, dass jeder im Kinosaal sie selbst erlebt haben könnte, hatte sich David Pinillos vorgenommen. Elemente der romantischen Komödie mit wahrhaftigen Figuren füllen und damit einen Schritt weitergehen, das waren seine Ziele. Herausgekommen ist - leider muss man ob dieser guten Vorsätze sagen - eine eher langweilige Geschichte, der es sowohl an Romantik als auch an Komödie fehlt.

Angelegt ist die Geschichte als internationales Menü, bestehend aus der deutschen Hanna, einer Sommelière, dem Spanier Daniel, der nach Zürich kam, um ein großer Koch zu werden, dem Italiener Hugo, der aus diesem Grund schon seit längerem in der Schweizer Stadt ist, und der deutsche Thomas, Besitzer des Gourmetrestaurants, in dem alle arbeiten. Hugo hat sich bereits hoch gearbeitet und nimmt den noch unerfahrenen Daniel unter seine Fittiche. Auch Hanna findet den Spanier sympathisch und so freunden sich die Drei an. Doch für Daniel ist Hanna von Anfang an mehr, als nur eine Kollegin und Freundin. Was er allerdings schmerzlich herausfinden muss, Hanna hat eine Affäre mit Thomas. Dieser ist zwar noch verheiratet, verbringt seine Abende aber gerne mit der jungen Sommelière.

Im weiteren Verlauf gibt es einiges hin und her, Konflikte müssen überstanden und der eigene Weg gefunden werden. Leider kann man hierbei aber kaum mitfühlen, da die Charaktere insgesamt eher unsympathisch sind und wenig Identifikationsmöglichkeit bieten. Weder Hanna, die wie ein dummes Naivchen an Thomas hängt, sich Daniel aber irgendwie auch noch warm hält, noch Daniel, der selbst nicht den Mut hatte, seiner Freundin in Spanien die Wahrheit über seine Gefühle zu sagen und auch ansonsten kaum Rückgrat beweist, bieten einem die Möglichkeit, in die Geschichte und die Gefühlslage der Figuren einzusteigen. Einzig Hugo zeigt sich als guter Freund und starke Persönlichkeit, hat aber mit der Hauptgeschichte zu wenig zu tun, als dass er einen Unterschied machen könnte.

Konfliktpotential wäre in der Geschichte ausreichend vorhanden, immerhin gibt es da betrogene und hintergangene Menschen, enttäuschte Liebschaften und dramatische Veränderungen der Lebenssituation. Doch leider werden diese nicht wirklich ausgefochten. Es kommt nie zu einer wirklichen Konfrontation oder zum Ausbruch irgendwelcher Gefühle. Alles schwelt im Inneren und ist nur sehr schwer mitzufühlen. Man weiß zwar rein rational, wie sich der Charakter fühlen muss, aufgrund der umgebenden Parameter, doch wirklich fühlen kann man es nicht. Das ist eigentlich schon das K.O. für einen romantischen Film. Fehlt dann auch noch der Komödienanteil, so wie es hier leider auch der Fall ist, dann bleibt nicht mehr viel übrig.

Der Vorsatz, einmal einen anderen Weg auf der RomCom-Schiene zu gehen, ist durchaus nicht schlecht. Die Reduktion der kitschigen Anteile und die Vermeidung von Stereotypen hätte durchaus das Potential gehabt, frischen Wind in dieses Genre zu bringen. Leider wurde dieser Weg aber an der einen Stelle zu konsequent, an anderer Stelle, wo die Geschichte doch plötzlich wieder unrealistische Züge annimmt, zu ungenau verfolgt. Somit entsteht ein extremes Ungleichgewicht zwischen realistischen Personen und Handlungen und absolut nicht nachvollziehbaren, weil unlogischen, Geschehnissen, die den Zugang noch zusätzlich erschweren.

Dass das Verwenden von vorgefertigten Schablonen auf Dauer richtig nervt und jede Geschichte negativ belastet, zeigen uns regelmäßig romantische Komödien aus den USA. Dass man aber durch innovative Einfälle und eine schöne Portion Komödie viel retten kann, haben Vertreter wie Selbst ist die Braut oder Der Kautions-Cop bewiesen. Dass auch aus Deutschland frische und neue RomComs kommen können, hat vor einiger Zeit Til Schweiger und zuletzt Groupies bleiben nicht zum Frühstück zeigen können, bei dem zumindest alle Fan- oder ehemaligen Fanherzen weggeschmolzen sind.

So gesehen, kann man nur hoffen, dass in dieser Richtung weiterexperimentiert wird und man vielleicht doch irgendwann den richtigen Weg findet. Bon Appetit ist hierbei leider kein Musterbeispiel und wer sich auf einen Abend voller Romantik und lustiger Momente freut, der sollte sich lieber einen anderen Film aussuchen.



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