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Black Swan

(Black Swan, 2010)

Dt.Start: 20. Januar 2011 Premiere: 01. September 2010 (Venice Film Festival, Italien)
FSK: ab 16 Genre: Drama, Thriller
Länge: 107 min Land: USA
Darsteller: Natalie Portman (Nina), Mila Kunis (Lilly), Vincent Cassel (Thomas Leroy), Winona Ryder (Beth), Barbara Hershey (Ninas Mutter), Ksenia Solo (Veronica), Sebastian Stan, Toby Hemingway (Tom)
Regie: Darren Aronofsky
Drehbuch: Darren Aronofsky, Mark Heyman


Inhalt

Für Nina, Mitglied eines renommierten New Yorker Ballettensembles, dreht sich alles ums Tanzen. Als die Prima Ballerina Beth MacIntyre für den Auftakt der neuen Saison im Stück "Schwanensee" ersetzt werden soll, fällt die erste Wahl des künstlerischen Leiters Leroy auf Nina, die perfekt für die ambivalente Rolle zu sein scheint. Doch sie bekommt Konkurrenz von Lilly, die Leroy ebenfalls beeindruckt. Zwischen ihrer Rivalität um die Rolle entsteht gleichzeitig eine komplizierte Freundschaft, wobei Nina zunehmend mit ihrer düsteren Seite in Kontakt gerät, die sie zu zerstören droht.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Black Swan hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 88%
Kurzkritik
von Markus Ostertag
Wertung von 92 für Black Swan

Die Geschichte des Schwanensees in einem Film über das Ballettstück Schwanensee zu verpacken und damit dramaturgisch zu spielen, ist an sich schon bemerkenswert. Das aber so stark auszureizen wie es Regisseur Darren Aronofsky hier macht und mit sehr emotionalen und packenden Bildern eine ganz eigene Atmosphäre zu schaffen, grenzt an Genialität.
Mit Black Swan ist Aronofsky nach The Wrestler schon wieder ein fantastischer Film gelungen! Nicht nur das Drehbuch und die optische Aufmachung, sondern auch das Schauspiel von Natalie Portman hätten einen Oscar absolut verdient!

Kurzkritik
von Benjamin Schieler
Wertung von 92 für Black Swan

Das Streben nach Verwirklichung des eigenen Selbstbilds im Konflikt mit internen und externen Fesseln stand bereits im letzten Film von Regisseur Darren Aronofsky im Mittelpunkt. The Wrestler verhalf Mickey Rourke zurecht zu einer Oscarnominierung. Nun hat Aronosky noch einmal eine Schippe draufgepackt. Black Swan nimmt den Zuseher auf eine fabelhaft gefilmte emotionale Tour de Tortur mit, die ihn nicht ohne weiteres wieder los lässt. Die moderne Schwanensee-Interpretation um die junge Ballerina Nina (aufopferungsvoll gespielt von Natalie Portman) schafft Raum für vielfältige Diskussionen - und ist ein echtes Erlebnis.

Kurzkritik
von Markus Müller
Wertung von 97 für Black Swan

Nach Meisterwerken wie Requiem for a Dream und The Wrestler bestätigt Darren Aronofsky mit Black Swan einmal mehr, dass er zu den besten Filmemachern seiner Zeit gehört. Der geschickte Mix aus innovativem Psycho-Thriller und klassischen Horrorelementen hält den Zuschauer über die komplette Laufzeit bei der Stange und saugt ihn dabei immer tiefer in die düstere, extrem ausgefeilte Story. Abgesehen von der perfekten technischen Umsetzung und dem grandiosen Drehbuch, sind es nicht zuletzt die Darsteller, die überzeugen. Speziell Vincent Cassel und Mila Kunis sind großartig in ihren Rollen, doch Natalie Portman liefert eine der besten Darstellerleistungen überhaupt ab. In bisher selten da gewesenem Ausmaß spricht Black Swan sowohl Mainstream-Publikum, als auch Freunde anspruchsvollen Arthaus-Kinos an und wird beide zufrieden stellen - und das alles mit einer Geschichte rund um Ballett.

Kurzkritik
von Lutz Granert
Wertung von 67 für Black Swan

In Darren Aronofskys Oeuvre bildet Black Swan das Gegenstück zu The Wrestler. Sowohl Nina (Natalie Portman) als auch Randy "The Ram" (Mickey Rourke) sind dabei gleichermaßen ebenso kaputte wie von ihrer ästhetischen Performance-Kunst besessene Existenzen. Doch während sich dieser grenzüberschreitende Verfall und Todestrieb beim archaisch-groben Ringkämpfer körperlich manifestiert, hat die anmutig-zarte Balletttänzerin mit ihren psychischen Dämonen zu kämpfen. Im Gegensatz zum Familiendrama in The Wrestler, das tief berührte, lässt jenes in Black Swan kalt, da es das in ihm wohnende Reflektionspotenzial einem zunehmend fragwürdigen, da von der Hauptfigur distanzierenden Psychothriller-Einschlag preisgibt, der in einer immerhin audiovisuell dynamischen Aufführung kulminiert, in welcher Realität und Fiktion untrennbar miteinander verschmolzen sind. Portmans Schauspielkünste stehen außer, Aronofskys Experimentierfreudigkeit als Drehbuchautor bei diesem Horrorthriller-Drama-Mix dafür umso mehr infrage.

Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 84 für Black Swan

Von Black Swan konnte man sich ja Vieles erwarten, aber nicht dabei es sich dabei inhaltlich um einen recht konventionellen Horrorfilm handelt. Parallelen zu Arnofskys The Wrestler findet man dabei zuhauf, man denke nur an nahezu identische Einstellungen und der Grundthematik, wie hoch der Leistungsdruck im Sport sein muss um in der jeweiligen Disziplin bestehen zu können. Leider wird der Zuschauer auch ziemlich deutlich auf das Ende gestoßen, das sich deshalb leider als vorhersehbar und genretypisch bezeichnen lässt. Aber Black Swan lebt vor allen Dingen von zwei Punkten: Da wäre zum einen die großartige Natalie Portman, die hier nach Garden State und Hautnah eine ihrer besten Performances abliefern kann und ähnlich wie Mickey Rourke eine kleine Tour de Force hinlegt. An ihrer Seite überzeugt erstmals Mila Kunis und die in nur ganz wenig Szenen auftrenden Winona Ryder. Das zweite Prunkstück des Filmes ist natürlich die Inszenierung. Aronofsky zählt zu den Besten seiner Zunft und liefert ein brillantes Stück Kino ab, das seinen Höhepunkt in dem emotionsgeladenen Finale findet.

Kritik

von Daniela Panzitta
Black Swan hat eine Wertung von 93%
Manche Filme muss man mehr fühlen als sehen, um sie für sich selbst zu verstehen. Ist das durch die Inszenierung und die Leistung der Schauspieler möglich, dann handelt es sich meist um einen brillanten Film. Einen solchen Vertreter hat man mit Black Swan. Anfangs nur schwer zugänglich, zeitweise höchst verwirrend, entfaltet der Film mit Natalie Portman in der Hauptrolle immer mehr eine beklemmende und einnehmende Faszination, die teilweise schon fast einem Horrorfilm-Erlebnis gleichkommt. Definitiv schwierig, aber lohnenswert.

Bild aus Black Swan Sie ist Ballerina und will ganz hoch hinaus. Nicht nur für sich selbst, auch die Mutter durchlebt durch ihre Tochter ihren ganz persönlichen Traum von der Karriere als Prima-Ballerina. Als die Rolle der Schwanenprinzessin in einer Neuinszenierung des "Schwanensee" zu besetzen ist, probt sie, bis die Füße im wahrsten Sinne des Wortes bluten. Ihre Technik ist nahezu perfekt, ihr Wille ungebrochen, nur die verruchte, dunkle Seite, die die Rolle ebenfalls erfordert, fehlt und steht ihr im Weg. Bis hierhin könnte Black Swan sich noch zu einem X-beliebigen Tanzdrama alla Save the Last Dance entwickeln. Doch bald bemerkt man, dass die Inszenierung von Darren Aronofsky, der bereits 2009 mit The Wrestler einen heißen Oscar-Kandidaten lieferte, mehr ist und deutlich mehr zu bieten hat, als das übliche oberflächliche Geplänkel.

Schnell taucht man ein in die Welt der Tänzerin Nina, die irgendwie gefangen scheint in ihrer kindlichen aber professionell ehrgeizigen und naiv liebenswerten Art. Als sie den schwarzen Schwan mimen soll, versagt sie auf ganzer Linie. Zu wenig Leidenschaft, Unbekümmertheit und Verführung steckt in ihren nach Perfektion strebenden Bewegungen. Quasi in letzter Sekunde kann sie Thomas, den Direktor, davon überzeugen, dass in ihr auch eine dunkle Seite wohnt. Mit der Rolle in der Tasche geht die wirkliche Geschichte aber erst so richtig los.

Was sich nun entspinnt, ist eine Mischung aus Psychothriller, Horror und eine Art Coming-of-Age-Drama. Die Entwicklung, die Natalie Portman im weiteren Verlauf durchlebt, kann der Zuschauer dank einer stimmigen Inszenierung und einer äußerst starken Performance der Hauptdarstellerin komplett mitfühlen. Die verschiedenen Stufen, die Portman durchläuft, stellt sie mit einer Stärke dar, die wirklich beeindruckend ist. Doch auch die Nebenrollen, allen voran Mila Kunis als dunkle Verführerin, können überzeugen und tragen die starke Atmosphäre des Films mit.

Während Natalie Portman sich mit ihrer dunklen Seite auseinandersetzt, erlebt der Zuschauer ein Schauspiel, das ihn verwirrt, mitreißt und durch eine überaus beklemmende Stimmung fesselt. Unterstützt wird diese Atmosphäre durch die ein oder andere Szene, die auch aus einem Horrorfilm hätte stammen können. Damit gelingt es Aronofsky, seine komplexe und auf mehreren Ebenen arbeitende Geschichte für den Zuschauer greifbar zu halten. Ähnlich wie David Lynch Filme (Lost Highway) oder Inszenierungen wie Donnie Darko, schafft es auch Black Swan durch diese dichte und umhüllende Atmosphäre zu begeistern und zu berühren.

Aber ebenso wie Lynch-Filme wird wohl auch Aronofskys Black Swan nicht die breiten Massen begeistern. Nicht jeder ist bereit, sich in einen Film ausreichend einzufühlen und für die Atmosphäre zu öffnen. Funktioniert dieser Part nicht, so ist Black Swan zwar immer noch ein äußerst gut gemachter Psychofilm mit leichtem Horroreinschlag, wird aber wahrscheinlich nicht seine volle Wirkung entfalten, sondern eher für Unverständnis sorgen. Gerade für die leichte Abendunterhaltung eignet sich dieser Film daher absolut nicht. Wer sich einen leichten Balletfilm mit dramatischer Geschichte erwartet, wird mit Sicherheit enttäuscht. Zwar spielt Ballet eine zentrale Rolle, immerhin geht es um "Schwanensee", doch ist der Film, abgesehen von den ersten wenigen Minuten, nie ein typischer Tanzfilm. Findet man Zugang zu der Geschichte, die neben leichten Gruseleffekten auch sehr viel Leidenschaft und Verführung zu bieten hat, so lohnt sich ein Kinobesuch auf jeden Fall.

Einzig in der teilweise zu bildhaften Darstellung der Geschehnisse im letzten Teil des Films, die zum Einen unnötig erscheinen und zum Anderen seltsam anmuten, kann eine leichte Ernüchterung gesehen werden. Hier hätte man weniger auf den optischen Horror als auf den unterschwelligen psychischen Effekt setzen sollen. Abgesehen von diesen wenigen Momenten, kann Black Swan durchaus überzeugen und wird zu Recht als heißer Oscarkandidat gehandelt.



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