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127 Hours

(127 Hours, 2010)

Dt.Start: 17. Februar 2011 Premiere: 04. September 2010 (Festival, USA)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 93 min Land: USA, UK
Darsteller: James Franco (Aron Ralston), Amber Tamblyn (Megan), Kate Mara (Kristi), Clémence Poésy (Rana), Lizzy Caplan (Sonja), Kate Burton (Mrs. Ralston), Treat Williams (Mr. Ralston)
Regie: Danny Boyle
Drehbuch: Simon Beaufoy, Danny Boyle


Inhalt

Die karge und doch so faszinierende rotgefärbte Ödnis Utahs ist die Welt des Canyoning-Fans Aron Ralston, der sich abenteuerlustig von Schlucht zu Schlucht hangelt. Durch einen Moment des Übermuts und der Unkonzentriertheit tappt Ralston in eine schier ausweglose Falle. Ein schwerer Felsbrocken fällt auf seinen Arm und lässt dem Studenten keinen Ausweg. Fünf Tage lang ist Ralston gefangen. Dann trifft er eine folgenschwere Entscheidung.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

127 Hours hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 81%
Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 75 für 127 Hours

Zwar ist Danny Boyle weit davon entfernt ein weiteres Meisterwerk a la Slumdog Millionär zu kreieren, aber auch mit seinem neuesten Werk kann er sein Publikum überzeugen. Die Geschichte eines in einer Felsspalte eingeklemmten Mannes und dessen Überlebenskampf ist in filmischer Hinsicht sicherlich schwer ohne die üblichen Längen zu inszenieren, aber Boyle schiebt diesen Befürchtungen von Beginn an den Riegel vor. Das ist nicht nur ein Verdienst seiner Regie, sondern auch dem hervorragend agierenden James Franco wie auch der erneut guten Musikuntermalung A.R. Rahmans zu verdanken. Ein spannender Film, der auch mit Vorwissen der Geschichte des Aron Ralston zu überzeugen vermag.

Kurzkritik
von Thomas Brendel
Wertung von 85 für 127 Hours

Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben. Der junge Abenteurer Aron Ralston rutscht bei einem Hiking-Trip durch die karge Felslandschaft Utahs in einen Felsspalt. Eingequetscht unter einem tonnenschweren Gesteinsbrocken ist er gezwungen, fünf einsame Tage und Nächte in dieser ausweglosen Situation auszuharren. Am Ende dieser Tortur steht eine erschütternde Verzweiflungstat als letzte Chance aufs Überleben. Regisseur Danny Boyle demonstriert bei der filmischen Umsetzung dieses Stoffes großes Geschick, erzählt eine packende und emotional mitreißende Geschichte mit nur einem Hauptdarsteller auf äußerst begrenztem Handlungsraum, reizt dabei aber dennoch alle Möglichkeiten des Mediums aus. 127 Hours ist ein fesselndes Kammerspiel, verpackt in epischen Bildern und untermalt von einem tollen Soundtrack. Zartbesaitete Gemüter sollten allerdings damit rechnen, sich hin und wieder die Hand vor Augen halten zu müssen.

Kritik

von Markus Ostertag
127 Hours hat eine Wertung von 84%
Nicht erst seit Slumdog Millionär ist Danny Boyle vielen Kinozuschauern ein Begriff. Denn mit Sunshine, The Beach oder Trainspotting - Neue Helden stand er schon immer für außergewöhnliche Bilder und einen besonderen Blick auf verschiedenste Facetten einer Geschichte. Diesmal hat er sich einer Story angenommen, die in wenigen Sätzen erklärt werden könnte und dennoch macht Boyle etwas Besonderes daraus. 127 Hours sind rund 90 Minuten toller Bilder und einer unglaublichen, weil wahren, Geschichte!

Bild aus 127 Hours Aron Ralston - gespielt von James Franco - geht gerne in die Canyons, um dort die Faszination Natur am eigenen Leib zu erleben. Fast immer ist er dabei allein, denn Aron ist ein Einzelgänger, der eine enorme Routine im Umgang mit den Felsen und seinem Kletter-Equipment entwickelt hat und sich sicher fühlt. An diesem einen Tag aber trifft er eine einzige Fehlentscheidung und bleibt mit der Hand zwischen einem riesigen Felsbrocken und der Canyonwand stecken. Seine anfänglichen Versuche, den Felsen zu bewegen, scheitern und so muss er 127 Stunden ums Überleben kämpfen.

Danny Boyle macht von Anfang an klar, was er hier verfilmt: Eine wahre Geschichte! Genau das ist es, was den Zuschauer die kommenden 90 Minuten so stark bewegt. Ein Mensch, der sehr gekonnt im Umgang mit der Natur und deren Unwegsamkeit ist, kommt durch Leichtsinn in eine missliche Lage und kämpft ums Überleben. In aussichtsloser Situation sehen wir Rückblenden und Erinnerungen, wir sehen viele subjektive Kameraeinstellungen, die uns Kinozuschauer die Situation miterleben lassen sollen.

Hieraus bezieht 127 Hours seine Faszination. Die unglaubliche psychische Belastung und die Entscheidungen, vor denen man in einem solchen Moment steht, das ist es, was Danny Boyle einem in eindrucksvoller Art und Weise näher bringt. Dass er dabei seinen Blick für fantastische Einstellungen und Bilder nicht verliert, scheint selbstverständlich und so werden Sonnenauf- und -untergänge zelebriert wie selten zuvor.

Obwohl die Geschichte von Ralston ein gesamtes Buch füllt (Im Canyon von Aron Ralston), auf dem auch der Film basiert, könnte man mit wenigen Sätzen alles erzählen. Die Herausforderung hierbei ist für einen Film also der Spannungsbogen, den es über mehr als 90 Minuten aufrecht zu erhalten gilt. 127 Hours bezieht seine Kraft aus den einzelnen kleinen Entscheidungen, die Aron treffen muss, um weiterleben zu können. Teils mit enormen Zeitsprüngen, sehen wir Aron, wie er mit der Digi-Kamera eine Art "Abschiedsfilm" aufspricht und erhalten so Einblick in die Gedanken in einer solchen Situation.

Danny Boyle hat mit James Franco eine sehr gute Wahl getroffen, denn vom Bekanntheitsgrad genau richtig und in dieser Situation auf sehr kleinem Raum zeigt Franco, dass er sehr viele Emotionen durch Mimik, Gestik und Ausdruck transportieren kann. Im Großen und Ganzen wäre der Film also perfekt, wenn da nicht die teils etwas zu "einfachen" Rückblenden wären, die den Charakter Aron ein wenig flach präsentieren. Hier hätte man sich eventuell noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Aber letztlich ist das Jammern auf allerhöchstem Niveau, denn Boyle hat wieder abgeliefert!



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