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The Tourist

(The Tourist, 2010)

Dt.Start: 16. Dezember 2010 Premiere: Dezember 2010 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Drama, Thriller
Länge: 102 min Land: USA
Darsteller: Angelina Jolie (Elise), Johnny Depp (Frank), Paul Bettany (Acheson), Timothy Dalton (Jones), Steven Berkoff (Ivan Demidov), Rufus Sewell, Bruno Wolkowitch, Mhamed Arezki, Ralf Moeller, Raoul Bova
Regie: Florian Henckel von Donnersmarck
Drehbuch: Julian Fellowes, Christopher McQuarrie, Jeffrey Nachmanoff


Inhalt

Während seiner Reise durch Europa trifft der Amerikaner Frank in einem Zug die bildschöne Elise. Als die beiden in Venedig ankommen, ist es bereits um Frank geschehen. Doch das Aufeinandertreffen war kein Zufall und so findet sich der Verliebte bald in einer tödlichen Jagd wieder, als sich Polizei und Gangster an seine Fersen heften.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

The Tourist hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 48%
Kurzkritik
von Carmen Porschen
Wertung von 50 für The Tourist

Angelina Jolie tut in diesem Action-Thriller das, was sie am besten kann: Hübsch aussehen und kühl gucken wenn ihr alle zu Füßen liegen. Johnny Depp dagegen ist mal alles andere als cool und schlagfertig, sondern eher der unbeliebte Außenseiter. Als Duo, das offensichtlich nichts gemein hat, stolpern die Beiden durch eine Handlung, die letztlich an den Haaren herbeigezogen ist und daher auch nicht wirklich überzeugen kann. Nichts desto trotz, wer Jolie so sehen will wie (fast) immer und Johnny stattdessen mal als propperen Trottel erleben will und nichts gegen etwas Action und die schöne Kulisse Venedigs hat, der wird mit The Tourist seinen Spaß haben. Aber als besonders sehenswert sticht dieser Streifen nicht heraus - da helfen auch die großen Namen nichts.

Kritik

von Lutz Granert
The Tourist hat eine Wertung von 45%
Noch ein negatives Beispiel für den Remake-Wahn der Traumfabrik: Die Thrillerromanze The Tourist, das Hollywooddebüt von Das Leben der Anderen-Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck, säuft trotz zahlreicher Oscar-Preisträger in der Crew in den Drehbuch-Untiefen von Venedigs Kanälen ab.

Bild aus The Tourist Pünktlich zur Vorweihnachtszeit wird insbesondere der Heimkinobereich wieder von einer wahren US-Remakeflut heimgesucht. So erhielt u.a. der schwarze Brit-Humor in Sterben für Anfänger durch die mit Schwarzen besetzte Komödie Sterben will gelernt sein seine amerikanisierte Version, der packende deutsche Psychothriller Das Experiment mit dem flachen Reißer The Experiment. Und das Remake des eher mediokren französischen Agententhrillers Anthony Zimmer schafft es dank Johnny Depp und Angelina Jolie in den Hauptrollen unter dem Titel The Tourist gar in die Lichtspielhäuser der Republik.

Doch sind Entstehungsgeschichten von Big-Budget-Produktionen manchmal interessanter als die Filme selbst - so auch bei The Tourist. Waren zunächst Lasse Hallström (Das Leuchten der Stille) und Bharat Nalluri für den Regiestuhl im Gespräch, wurde es dann Florian Henckel von Donnersmarck, der nach Querelen mit dem potenziellen Hauptdarsteller Sam Worthington eigentlich schon ausgestiegen war. Und wären diese tratschigen Trivia nicht genug, werkelten am Ende turbulenterweise gar drei renommierte Schreiber am Skript mit: Neben Florian Henkel von Donnersmarck (Oscar für Das Leben der Anderen) auch Christopher McQuarrie (Oscar für das Die üblichen Verdächtigen-Skript) und Julian Fellowes (Oscar für das Gosford Park-Drehbuch). Gebracht hat es jedenfalls nichts, betrachtet man das holprige Ergebnis, bei dem ein einfallsloser Kritiker nicht umhin kommt, das Sprichwort mit den vielen Köchen und dem verdorbenen Brei zu bemühen.

Dabei ist die Story von The Tourist durchaus um Eleganz bemüht. Die abtrünnige Agentin Elise Clifton-Ward (Angelina Jolie, Salt) zieht die Aufmerksamkeit von Interpol-Agenten auf sich, weil sie der Kontakt zum mysteriösen Gangster Alexander Pearce ist, der der britischen Regierung 744 Millionen Dollar an Steuergeldern schuldet und ständig Aussehen und Identität wechselt. Zeitgleich macht jedoch auch der halbseidene Casino-Besitzer Shaw (Steven Berkoff), der von Pearce bestohlen wurde, Jagd auf ihn. Als Ablenkungsmanöver spricht Elise den netten Mathematiklehrer Frank Tupelo (großartig: Johnny Depp, Alice im Wunderland) im Zug nach Venedig an, damit alle glauben, dies sei Pearce. Frank versteht die Welt nicht mehr, als er über Dächer und Kanäle von skrupellosen Gangstern und Agenten verfolgt wird.

Da jedoch in diese leidlich spannende, dahinplätschernde 08/15-Thrillerstory, die zwischen pseudo-raffinierten Hitchcock- und nebligen Wenn die Gondeln Trauer tragen-Anleihen hin und her schwappt, eine kitschige Liebesgeschichte hineingepanscht wird, setzt sich The Tourist abseits all der pittoresken Aufnahmen von Venedig und Frau Jolie (aber nur angezogen!) zwischen alle Genre-Stühle. James Newton-Howards voluminöser Streicherscore zwischen Himmel-voller-Geigen-Geschmachte und So-ähnlich-wie-Bourne-Dynamik wirkt ähnlich unentschlossen. Das wäre jedoch halb so schlimm, würde nicht spätestens zum Grande Finale am Canal Grande sämtliche Logik in übelriechenden Drehbuch-Abwässern aus Überkonstruiertheit und Ungereimtheiten ersaufen.

Johnny Depp spielt seine Rolle mit Mut zur Trotteligkeit, sorgt u. a. mit seinem Spanisch in einer Konversation mit Italienern gar für ein paar Lacher, während Angelina Jolie stets auf einen gut aussehenden, eleganten Kleiderständer reduziert bleibt. Florian Henckel von Donnersmarck übt sich bei seiner handschriftfreien, aber soliden Inszenierung in Schadensbegrenzung, kann jedoch auch seine Limitiertheit bei der Regie von Actionszenen, von denen es nur sehr wenige in den Film geschafft haben, nicht verbergen. Eigentlich schade, wenn man bedenkt, wie wenig bei so viel hochdekoriertem Personal herausgekommen ist. The Tourist ist trotz Starpower leider nicht mehr als eine schicke Ansichtspostkarte mit ein paar banalen Grüßen aus dem Abenteuerurlaub.



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Salt
Dt. Start: 19. Aug 2010
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