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Mysterious Skin(Mysterious Skin, 2004)
| Dt.Start: |
nicht bekannt DVD: 08. August 2006
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Premiere: |
03. September 2004 (Venice Film Festival, Italien) |
| FSK: |
nicht bekannt
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
105 min
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Land: |
USA, Niederlande |
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Darsteller:
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Joseph Gordon-Levitt (Neil), Brady Corbet (Brian), Rachael Nastassja Kraft (Deborah), Jeffrey Licon (Eric), Lisa Long (Mrs. Lackey), Chris Mulkey (Mr. Lackey), Bill Sage (Coach), Elisabeth Shue (Mrs. McCormick), David Lee Smith (Alfred), Riley McGuire (Wendy), Ryan Stenzel (Stephen Zepherelli), Billy Drago (Zeke), Richard Riehle (Charlie) |
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Regie:
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Gregg Araki |
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Drehbuch:
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Gregg Araki |
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 Inhalt
Neil wird im Alter von acht Jahren von seinem Baseball-Trainer sexuell missbraucht. Er verdient sich in seiner Jugend sein Geld als Stricher, kann keine tiefen emotionalen Bindungen zu seinen Mitmenschen herstellen. Brian hat im Alter von acht Jahren einen Blackout: In seiner Erinnerung klafft eine Lücke von mehreren Stunden und seine Nase hat hinterher geblutet. Als Jugendlicher erfährt er von mysteriösen Entführungen durch Außerirdische. Doch dann treffen Neil und Brian aufeinander... |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Markus Müller
Mysterious Skin ist ein weiterer Film, dem nicht die Anerkennung und Aufmerksamkeit zu Teil wurde, die er verdient. Er ist mit Sicherheit einer der besten Filme zum Thema Kindsmissbrauch und auch die eindringliche Darstellung eines sich freiwillig prostituierenden Jugendlichen wird ungeschönt schockierend präsentiert. Dabei ist besonders löblich, dass der Film zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt moralisierend wirkt oder sich zu sehr abgedroschener Klischees bedient. Zwar lassen sich kleinere Kritikpunkte finden, wenn man beispielsweise auf Überraschungen hofft oder sich daran stört, dass praktisch jede Figur in irgendeiner Form über ihr Sexualleben charakterisiert wird. Das Gesamtbild wird dadurch jedoch kaum geschmälert. Das größte Lob gebührt ohnehin den Darstellern, allen voran Joseph Gordon-Lewitt, der eine absolut bemerkenswerte Leistung abliefert. Ein gewagter aber gelungener, wenn auch ohne gleichen abstoßender Film, der den Zuschauer sprachlos zurücklässt und einiges an Diskussionsstoff bietet.
Kritik
von Lutz Granert
Zwei sexuell missbrauchte kleine Jungen: Einer kann sich nicht erinnern, beide können jedoch nicht vergessen. Regisseur Gregg Araki adaptierte Scott Heims Roman mit ebenso aufwühlender Eindringlichkeit wie bedrückender Nüchternheit. Mysterious Skin: eine Geschichte ungekannter, verbotener Berührungen.
In dem Setting einer weißen, undefinierbaren Masse fallen Corn Pops auf den Kopf eines Jungen. Dazu ertönt die Ambient-Musik von Harold Budd in einer mystischen Stimmung zwischen Spannung und Bedrohung. Der Vorspann von Mysterious Skin ist Film in seiner Reinheit, im Zusammenspiels von Bild und Ton, beinahe schon avantgardistisch. Und doch kommt dem Kenner von Arakis Filmen diese Szenerie mit der Leerstelle um die örtliche Situierung aus seinen Zeiten, in denen er sich noch mit seiner "Teenage Apocalypse Trilogy" mit der homosexuellen Generation X auseinander setzte, seltsam bekannt vor.
Doch der Bruch zwischen Nowhere, an den diese Szenerie erinnert, und Mysterious Skin scheint kein großer zu sein. Der verunsicherten Jugend ohne Zukunft wird die fehlende Vergangenheit und der Verlust der Kindheit hinzugefügt. Allerdings ist diese Verunsicherung dieses Mal nicht über die Feindseligkeit der Gesellschaft gegenüber ihren Randerscheinungen definiert, sondern über die Konfrontation mit Missbrauchserfahrungen im Kindesalter.
Während sich beim als Stricher verdingenden Neil (Joseph Gordon-Levitt, Inception) die Verarbeitung dieser Erlebnisse in einer mangelnden Fähigkeit zu emotionaler Nähe und Gefühlen niederschlägt, versucht der sensible Bryan (Brady Corbet) seine fragmentarische Erinnerung um seltsame Berührungen mit einer kryptischen Theorie um Entführung durch Außerirdische zu erklären. Außerirdische: Dieses durch seine androgynen Züge Fleisch gewordene Trivialelement der Popkultur ist durch seine dekorative Einbettung in das realistische Setting nah am Camp, aber nicht am Trash. Eine Gratwanderung, die Araki in seinen Filmen der "Teenage Apocalypse Trilogy" nicht ganz so leichtfüßig vollführte.
Mysterious Skin basiert auf dem gleichnamigen Roman von Scott Heim und funktioniert als zermarterndes Kopfkino. Araki zeigt genau soviel, dass das Unaussprechliche, die pädophilen Handlungen, nicht einer reißerischen Inszenierung preis gegeben, dass eine Vergewaltigungsszene sich durch fragmentarisch aneinandergefügte Bilder des Vorgangs nur im Kopf des Zuschauers zu einem quälenden, drastischen Ganzen zusammen setzen. Er erzählt den Verlust der Unschuld als ein intensives Drama, welches das detaillierte wie differenzierte Psychogramm zweier Opfer zeichnet, die für den Rest ihrer Adoleszenz, wenn nicht gar ihres Lebens geprägt sind. Beide einsam mit ihren seelischen Wunden, aber in ihrem Schicksal, ihrem unvermeidbar scheinenden Aufeinandertreffen miteinander verbunden. Unmöglich, dass sie die Vergangenheit hinter sich lassen können, sie wird Bryan und Neil auch in der Zukunft prägen.
Eine inszenatorische Nüchternheit prägt dabei die als Lebensrealität der Figuren dargestellte Welt, so dass man beinahe schon dankbar ist für die leicht kitschigen Züge des als Rückzug aus dieser Welt zu verstehenden Ausstiegs. Araki neigt nur in den zahlreichen Rückblenden zu ästhetisch auffälligen Stilmitteln wie Farbblenden, Schärferegulierungen und Zeitlupen wie zu Beginn, die die Unwirklichkeit dieser (verdrängten) Wirklichkeit ebenso einfangen wie die Ohnmacht der Kinder und der verständnislosen Eltern, die dem Verbrechen allesamt zum Opfer fallen. Ein aufwühlendes, großartig gespieltes Psychodrama um ein gewichtiges Thema, das dem Zuschauer durch die suggestive Macht seiner Bilder viel abverlangt und verstört.  Weitere interessante Filme
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