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Battle Royale

(Battle Royale, 2000)

Durchschnittliche Redaktionswertung

77%



Inhalt

Zu Beginn des neuen Milleniums ist Japan im kompletten Chaos versunken, 15% der Bevölkerung ist arbeitslos, Lehrer haben keine Kontrolle mehr über die rebellierenden und boykottierenden Schüler. Als Reaktion auf diese Anarchie in der jugendlichen Gesellschaft wird ein neues Gesetz eingeführt, der "Millennium Educational Reform"-Akt. Jedes Jahr wird durch eine Lotterie eine Schulklasse ausgewählt, die daraufhin an einem sogenannten "Battle Royal" teilnehmen muß. Drei Tage lang werden die Schüler auf einer verlassenen Insel ausgesetzt, mit dem Auftrag, sich gegenseitig zu töten.

Kritik

von Matthias Becker

Wertung Kritik

77%

Jeder der Klasse bekommt einen Rucksack mit einer Karte der Insel, einer Taschenlampe, Nahrung und Wasser, und einer Waffe, diese wird durch Zufall ausgewählt. Dabei kann es sich um ein Maschinengewehr oder nur um einen Topfdeckel handeln. Zusätzlich bekommt jeder der Schüler ein Halsband, an dem ein Sprengsatz befestigt ist, dieser wird sie töten wenn sie nicht die Regeln befolgen. Alle sechs Stunden werden die Schüler auf dem Laufenden gehalten, wer schon gestorben ist und welche Teile der Insel sogenannte "Danger Zones" sind. Wenn sie sich zu einer bestimmten Zeit in diesen Zonen aufhalten, explodiert ihr Halsband. Nach Ablauf der drei Tage darf es nur einen Gewinner geben, falls mehr überlebt haben, werden alle sterben.

Battle Royale, der wohl provozierenste und kontroverseste Film der letzten Jahre. Die 9B der Zentsuji High School wurde für das BR ausgewählt. Das merken die Schüler allerdings erst, als es bereits zu spät ist. Sie denken, daß sie auf einen Tagesausflug fahren, doch als die Schüler im Bus einschlafen und am nächsten Tag umgeben von Soldaten in einer völlig neuen Umgebung aufwachen, erkennen sie daß etwas nicht stimmt. Sie wurden für das diesjährige Battle Royale gekidnappt. Kitano, einer ihrer ehemaligen Lehrer erklärt den Schüler kurz die Regeln des Spiels: Es dauert Drei Tage, jeder Spieler startet mit Essen, Wasser und einer Waffe, wenn mehr als ein Spieler übrig bleibt sterben alle und es gibt kein Entkommen. Dieses demonstriert er auch sofort an Noro, dem Freund von Nanahara Shuya, indem er seinen Sprengsatz am Halsband manuell zündet. Die Schüler erkennen den Ernst der Lage und müssen zwangsläufig gehorchen. Alle weiteren Regeln erklärt eine Art Moderatorin auf einem Videoband, das aussieht als sei es einem Nintendo Spiel entsprungen. Die Schüler werden nun einer nach dem anderen aufgerufen und auf ins Rennen geschickt. Nanahara hat vorher seiner Freundin Noriko zugeflüstert, sie solle auf ihn warten. Ab sofort ziehen die beiden gemeinsam los, Nanahara will sie beschützen und sie wollen das Spiel gemeinsam bestehen.

Die Schüler überfällt ein Gefühl der Angst, der Verzweifelung, der Wut und der Trauer. Sie wissen nicht wie sie mit der Situation klarkommen sollen. Es stellt sich heraus das jeder dem anderen mißtraut, es bilden sich zwar kleinere Gruppen, aber die meisten gehen als Einzelgänger auf die Jagd. Es ist ein brutales darwinistisches Spiel, denn der Überlebenswille des Einzelnen siegt am Ende doch über jegliche Art der Freundschaft. Kleine Eifersüchte oder Klassenstreiteren werden sofort mit dem Tode bestraft, so entscheiden die Schüler jetzt. Vereinzelte Versuche gemeinsam das Spiel zu gewinnen, scheitern. Nanahara und Noriko verlieben sich ineinander und verbünden sich mit einem anderen Spieler, den Sieger eines früheren Spiels.

Der Film erinnert stark an Harry Hooks The Lord of the Flies, nach dem gleichnamigen Roman von William Golding. Allerdings ist die Situation der Schüler durch die Erwachsenengesellschaft erzwungen worden, und Fukasaku arbeitet mit weitaus schockierenderen Bildern. Der Zuschauer bekommt mit der Zeit ein Gefühl für die einzelnen Charaktere, der Tod wird nicht wie in japanischen Actionfilmen üblich, in Zeitlupe dargestellt und ästhetisiert, sondern ist er kaltblütig und grausam. Man sitzt bei diesem Film mit offenem Mund da, und schüttelt den Kopf, wie kann so etwas passieren, wie weit ist diese Gesellschaft gesunken, um so ein Spiel zu dulden. Wenigstens halten Nanahara und Nokiro die Moral hoch, sie wollen das Spiel gemeinsam schaffen, ohne dabei jemand anderes töten zu müssen. Es ist Kinji Fukasaku's sechzigster Film und sein persönlichster zugleich. Im Zweiten Weltkrieg hat er mit 15 Jahren einen Bombenangriff in der Klasse miterleben müssen. Alles was ihnen in der Schule über Japan und über den Einsatz im Krieg für die Erhaltung des Friedens erzählt wurde, war eine Lüge. Sie konnten den Erwachsenen nicht vertrauen.

Warum Battle Royale weltweit solches Aufsehen erregt hat, liegt wohl auf der Hand,die schonungslose Gewalt der Jugendlichen im Film ist einfach zu schockierend. Hätte Fukasaku Erwachsene oder weitaus ältere Darsteller genommen, wäre es für uns "normal", aber hier geht es um eine neunte Schulklasse, die Schüler und Schülerinnen sind 13, vielleicht 14 Jahre jung. Es ist eben eine sehr provozierende Gewaltausübung von Jugendlichen, sie werden aber durch den Staat gezwungen dies zu tun, der einzige Überlebende darf dann in die Gesellschaft zurückkehren. Es geht nicht um die Gewalt als solche, sondern um das was sich in den Köpfen der Schüler abspielt, zu wem halten sie, wem schwören sie Treue und ewige Freundschaft und das Vertrauen zueinander, ein Leitmotiv das sich durch den ganzen Film zieht. In den doch sehr exzessiven Gewaltszenen setzt Fukasaku ganz bewußt klassische Musik ein, er spielt Auschnitte von Johann Sebastian Bachs wunderschönem "Air", oder gar Richard Wagners "Walkürenritt", dieser Musikeinsatz macht diese Szenen noch unbehaglicher. Das was den Film zusätzlich sehr interessant macht ist Takeshi Kitanos Lehrerrolle. Ehemals Opfer seiner respektlosen und gewaltätigen Schüler, ist er nun Instrument einer Regierung deren Gewaltbereitschaft die der Schüler noch um Längen schlägt. Nach dem gleichnahmigen Buch von Takami Koshun hat Regiesseur Kinji Fukasaku eine meiner Meinung nach schockierende, zynische und äußerst brutale Gesellschaftskritik, besonders auch auf Medienprogramme erschaffen.

Keine weitere Wertung


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